Weltreise Step #33: Auf nach Istanbul

Nach Istanbul 2022 Titel v2

:: 31.10.2022 bis 01.11.2022 – Von Thessalonik nach Istanbul ::

Ich bin pünktlich da. Der Bus ist auch pünktlich und fährt exakt zur Abfahrtszeit los. Na dann kann die 8-10 stündige Fahrt nach Istanbul ja losgehen. Ab in die Türkei. Ich bin so gespannt darauf, was mich dort erwarten wird. Ein neues Land, ein neues Abenteuer!

Der Bus ist zu Beginn nur ca. zu 1/4 besetzt, füllt sich aber bei 2 weiteren Stops bis zur türkischen Grenze noch ordentlich. Ich behalte aber trotzdem die gesamte Zeit meine 2er Sitzreihe für mich allein. So muß das sein.

Da es bei Abfahrt bereits dunkel ist, gibt es draußen diesmal nicht so viel zu sehen. Ich setze mir meine Kopfhörer auf und höre Podcast, während ich durchs Fenster ins Dunkel starre.

Einen kurzen Stop an einer Raststelle in der Pampa später, sind wir auch schon an der Grenze. Ich bin gespannt, wie es hier sein wird, denn Griechenland und Türkei sind ja nicht die besten Freunde und außerdem EU Außengrenze.

Hoffentlich dauert es nicht solange. Es ist knapp nach Mitternacht und angenehm frisch.

Nach etwas Warten steigen wir aus und gehen nach und nach zum Ausstempeln an ein kleines Häuschen. Easy.

Dann wird der Bus überprüft und 2-3 Leute müssen antanzen, um irgendwas zu erklären. Zum Glück klärt sich alles schnell.

Anstatt dann wieder einzusteigen, werden wir 200 Meter weiter gescheucht zu einem Duty Free Shop. Ob das jetzt eine Masche ist oder es eine Notwendigkeit dafür gibt, vielleicht wird der Bus ja so richtig gefilzt, erschließt sich mir nicht, aber ich nutze die Zeit und schlendere 1 Uhr Nachts durch einen fast leeren Duty Free Shop.

9 EUR für 1 Kilo Toblerone? Ich glaub das ist günstig, aber warum gibt es in den Duty Free’s eigentlich immer diese Riesenpackungen? Ich verzichte, obwohl ich schon Lust auf Schokolade hätte.

Irgendwann geht auch das vorbei und der Bus kommt vorgefahren. Wir steigen ein.

Dann geht es über eine Art Brücke oder Damm ins Niemandsland rüber auf das türkische Gebiet. Wir passieren dabei mindesten 2 wirklich schwerbewachte Checkpoints (so richtig mit Maschinengewehr-Installation etc.), aber das ist auch das einzige, was ich entdecken kann.

Auf der türkischen Seite wiederholt sich im Prinzip das Prozedere von eben. Aussteigen, Einstempeln statt Ausstempeln und dann wieder am Duty Free Shop auf den Bus warten. Nur der Duty Free hier hat zu und der Bus kommt viel schneller.

Jedoch müssen wir hier all unser Gepäck aus dem Bus holen und öffnen. So ähnlich war es bei der Einreise von Albanien nach Griechenland auch. Ein Grenzer geht dann durch und schaut in das Gepäck und macht stichprobenartige Checks.

Bei mir greift er kurz rein und fragt, was ich im Rucksack habe. Auf die Antwort, dass es nur Kleidung ist, lässt er von mir ab und geht weiter.

Das ich eine Drohne mit im Rucksack habe, hatte ich in dem Moment ehrlicherweise selbst vergessen gehabt.

Aber gut, durch ist durch. So oder so. 🙂

Irgendwann können wir einsteigen und die Fahrt geht endlich weiter. Es ist 2:45 Uhr. Das hat ja doch ordentlich gedauert. Auweia.

Den Rest der Fahrt schlafe ich.

Der Schlaf endet abrupt gegen 6:00 Uhr, als wir in Istanbul ankommen und der Busfahrer am Busbahnhof lautstark alle zum Aussteigen auffordert.

Da stehe ich also 6 Uhr in der Früh im recht kalten Istanbul (es hat 12 Grad) und überlege, was ich nun mache. Ein Käffchen wäre nicht schlecht, aber die hier am Busbahnhof offenen kleinen Bistros sehen nicht wirklich einladend aus.

Also nehme ich meine Sachen und laufe los. Ziel ist erstmal nur grob die Richtung zum Hostel und unterwegs das nächstbeste Café finden und dort einzukehren.

Gleich am Ausgang des Busbahnhofs knurren mich Straßenköter an. Ich nehme die andere Straßenseite und laufe weiter. Das geht ja gut los.

Ich laufe eine Straße den Berg hoch und denke mir, dass es hier etwas trostlos ausschaut. So richtig ein Arbeiterviertel wahrscheinlich. Alles grau und jetzt am Morgen in leichten Nebel gehüllt.

Leider habe ich kein Foto, es hat trotz der Tristesse einen angenehm melancholischen Vibe. Und irgendwie passend dazu begrüß mich ein paar Schritte später an einer Straßenecke ein gemütlich beleuchtetes Bistro, welches in der Auslage verschiedene Teilchen zur Schau stellt.

Eine kleine Oase der Gemütlichkeit im See der Tristesse.

Drin sitzen mehrere ältere Herren. So richtige Türken, wie man sie sich vorstellt. Anzug, Schnauzer und jeder seinen Tee vor sich und 1-2 Teilchen daneben. Oh das möchte ich auch.

Also kehre ich ein und ziehe sofort alle Blicke auf mich. Touristen gibt es hier scheinbar nicht viele. Arbeiterviertel halt, wo ich grad durchlaufe.

Aber was sehr angenehm ist, sie kehren sehr schnell zu ihren eigenen Aktivitäten zurück und lassen mich in Ruhe meine Dinge tun.

Ich versuche zuerst, mit Händen und Füßen, denn niemand hier spricht Englisch, einen Kaffee zu bestellen. Es gibt aber nur löslichen Kaffee. Ne dann nehme ich lieber den Tee wie alle Anderen auch. Und bitte einmal das Teilchen da und einmal das da. Danke!

Nach Istanbul_6

Ich genieße mein Frühstück. Es ist 6:30 Uhr. Die Welt ist in Ordnung.

BTW ich bezahlte 0,66 EUR dafür und konnte mit Karte bezahlen, da ich noch keine türkische Lira hatte. Lustig. 🙂

Ich bleibe eine Weile dort und schaue mir meine Optionen an. Ich könnte schnell und teuer mit dem Taxi zum Hostel fahren. Problem, ich kann erst in ca. 7 Stunden einchecken.

Also verwerfe ich Taxi und auch die öffentlichen Verkehrsmittel und werde die knapp 11 Kilometer laufen. Hab ja Zeit. Auf halben Wege suche ich mir einen Coffee Shop raus, der lt. einer Google Rezension den besten Kaffee der ganzen Stadt macht. Das passt ja perfekt.

Ich laufe los und genieße die weiterhin seltsame Atmosphäre am Morgen. Ich bin selten am Morgen unterwegs und es ist schon faszinierend, eine Stadt beim Aufwachen zu beobachten. Speziell hier in dem Arbeiterviertel mit ganzen Straßenzügen, wo es richtige kleine Fabriken rechts und links gibt.

Gerade gehe ich durch eine Straße, wo es nur Wäschereien gibt. Faszinierend.

Irgendwann wandelte sich das Bild und ich laufe durch einen Park. Hier kommt wieder die etwas mystische und melancholische Stimmung von vorhin raus.

Hat schon was. Das Laufen hat sich gelohnt.

Dann kehre ich aber erstmal im besagten Coffee Shop ein. Der Name lautet Roastery House Coffee und ja, der Kaffee schmeckt sehr gut. Ich werde die Tage hier in Istanbul keinen besseren Kaffee mehr finden.

Und der Hammer, sie haben einen Apfelkuchen, der exakt wie bei Kasias Mama in Polen schmeckt.

Ich bin hin und weg. So lecker!

Hier bleibe ich und werde die Zeit bis zum Check-In überbrücken. Also Laptop raus und etwas arbeiten.

Irgendwann gegen 13:00 Uhr breche ich auf und laufe den Rest des Weges zum Hostel. Viel passiert nicht, aber es gibt an jeder Ecke für mich viele kleine neue und interessante Dinge zu entdecken.

Im Hostel werde ich freundlich begrüßt und kann mir im 8er Schlafsaal ein Bett aussuchen. Nach einer ausgiebigen Dusche entscheide ich mich für ein kurzes Nickerchen. Ich bin kaputt.

Da bin ich also in Istanbul, ich kann es nicht glauben. Mit dem Gedanken schlafe ich ein.

CU Ingo.


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