Rückblick: Ein Roadtrip zum Nordkap (Schweden & Finnland)

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Nach dem ich im Juli 2020 meinen Job gekündigt hatte, musste ich einfach raus und den Kopf freibekommen. Und was bietet sich da mehr an als ein Roadtrip allein zum nördlichsten Punkt Europas? Zum Nordkap wollte ich schon immer mal. Warum also nicht jetzt?

Ich suchte alle notwendigen Dinge zusammen, machte einen Großeinkauf im lokalen Supermarkt, packte alles in mein Auto und fuhr dann einfach mal los. Immer Richtung Norden, bis es nicht mehr weiter ging.

Folgt mir doch einfach mit diesem Roadtrip-Tagebuch. 🙂

Gehe einmal im Jahr irgendwo hin,
wo du noch nie warst.

– Dalai Lama –

Tag 1: Kopenhagen

14. August 2020

Ich bin auf dem Weg zum Nordkap und als erste Zwischenstation lag Kopenhagen auf dem Weg.

Wirklich ein hübsches Städtchen. Der Nyhavn ist natürlich malerisch schön, aber auch extrem überlaufen. Selbst jetzt zu Zeiten von Covid-19.

Es gibt viele kleine Highlights in der Stadt zu entdecken. Besonders schön fand ich noch die Frederiks Kirke oder auch das Det Kongelige Teater.

Tag 2: Öresund-Brücke & Jönköping am Vättern

15. August 2020

Über die beeindruckende Öresund-Brücke ging es dann von Kopenhagen in Dänemark direkt nach Malmö in Schweden. Die Mautgebühren sind zwar nicht ohne, aber es macht die ganze Fahrt ziemlich einfach und angenehm.

An Malmö hatte ich kein direktes Interesse. Ich möchte so schnell es geht in den Norden und fuhr somit weiter nach Jönköping am Vättern (5. größte See Europas und dazu noch 120 m tief). Seltsame Stadt. Viel Schickimicki und die dicksten Autos, Ferrari und Lamborghini inklusive, die ständig die Hauptstraße hoch und runter fuhren. Ist Jönköping etwa das Monaco von Schweden?

Egal, nach einer Runde in der Stadt fuhr ich weiter und genoss irgendwo außerhalb die Natur. Toll!

BTW zum Bild mit der Tankstelle, schon klar, wo ich in Schweden tanken werde, oder?

Tag 3: Eine Wanderung im Tiveden Nationalpark

16. August 2020

Es war eine nette kleine Wanderung im Tiveden Nationalpark. So ca. 6 km zum Einstieg.

Der Tiveden Nationalpark ist sehr naturbelassen und so geht es über jede Menge Wurzeln und sehr viele Steine. Die ganze Zeit. Befestigte Wege sucht man hier vergeblich. Also gute Schuhe mitbringen.

Oder man gehört zu den ganz Harten und läuft barfuß. Hab ich tatsächlich jemanden getroffen und konnte es kaum glauben. Aber wohl alles nur eine Frage der Einstellung, Erfahrung und einer ganzen Menge Training. Toll!

Tag 4: Einfach weiter Richtung Norden

17. August 2020

Heute ist nicht viel passiert. Nur das übliche am See frühstücken, etwas in der Natur chillen, später ein Stückchen weiter Richtung Norden fahren und dann abends an einem Fluss friedlich einschlummern.

Life is good!

Tag 5: Wandern im Fulufjället Nationalpark

18. August 2020

Der Njupeskärs ist mit 125 Metern der höchste Wasserfall Schwedens. Davon befindet sich das Wasser ca. 90 Meter im freien Fall.

Faszinierend! Wer mag noch alles Wasserfälle? Ich könnte stundenlang da sitzen und dem Wasser zuschauen.

Dieses Naturschauspiel befindet sich im Fulufjället-Nationalpark. Der Nationalpark ist echt toll und hat noch viel mehr zu bieten. Ich glaube hier könnte man eine ganze Woche locker mit den verschiedensten Wanderungen verbringen.

Tag 7: Rauf auf den Skuleberget

20. August 2020

Der Skuleberget ist ca. 295 hoch. Nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.500 Jahren, war der jetzige Skuleberget nur eine kleine Insel, die ca. 9 Meter aus dem Wasser ragte.

Seitdem hebt sich Jahr für Jahr das hiesige Gebiet 8 mm aus dem Wasser und formte diese Landschaft. Und es hört einfach nicht auf. Der Prozess ist immer noch im Gange. Für geologische Verhältnisse ist das wahnsinnig schnell und es soll damit die am schnellsten aufsteigende Landmasse der gesamten Erde sein.

Wow! Wie es hier wohl in 1.000 Jahren aussehen wird?

Tipp: Nehmt den Grottstigen nach oben, wenn ihr fit seid. Just for fun! Und runter den Söda Bergstigen, wegen der tollen Ausblicke in Laufrichtung!

Tag 8: Wandern im Skuleskogen Nationalpark

21. August 2020

Wandern im Skuleskogen Nationalpark ist ein Traum. Besonders die Route über den Slättdalsberget hat es mir angetan, da man viele herrliche Ausblicke genießen kann und ich könnte stundenlang nur dasitzen und in die Ferne schauen. Runter auf das Gebiet der Höga Kusten und auf der anderen Seite die Wälder bis zum Horizont. Herrlich!

Nach dem Abstieg vom Slättdalsberget kommt gleich das nächste Highlight. Die Slättdalsskrevan! Eine nur 7 Meter breite und 100 Meter lange Schlucht, die aber beeindruckende ca. 40 Meter tief ist bzw. wo die Felswände 40 Meter hoch sind. Sehr majestätisch irgendwie. Auf jeden Fall sehenswert und erlebenswert.

Zurück geht es dann viel durch den Wald und der Weg führt an etlichen Stellen bis ans Meer und man entdeckt einsame naturbelassene Strände. Sehr schön!

Tag 9: Weiter nach Lappland

22. August 2020

Von den Höga Kusten geht es nun weiter Richtung Norden, nach Lappland! Dabei überschreite ich zum ersten Mal auf dem Land den Polarkreis. Sehr cool.

Und endlich gab es auch Rentiere zu sehen. Die sind sooo niedlich. Ob ich auch bald Elche zu Gesicht bekomme?

Tag 10: Wandern im Muddus Nationalpark

23. August 2020

Ich bin in Lappland und habe mir den Muddus Nationalpark zum Wandern ausgesucht. Hier ist der größte Teil noch richtiger Urwald. Mein Hauptziel: Der Muddusagahtjaldak Wasserfall.

Der Muddusagahtjaldak ist nicht sehr hoch, aber dafür mächtig und da kommt eine Menge Wasser runter. Man hört richtig die Kraft, die darin steckt. Sehr beeindruckend.

Der Wanderweg dorthin ist ca. 7,5 km lang und man kann wie immer rechts und links des Weges sehr viel entdecken. Mit etwas Glück auch Rentiere, die sich dann erschrocken ins Dickicht zurückziehen.

Ich war übrigens der Einzige an dem Eingang vom Nationalpark und erst auf dem Rückweg kam mir ein vereinzeltes Paar anderer Wanderer entgegen. Ich hatte die Natur und den Muddusagahtjaldak somit für mich allein.

Okay, ich und die Millionen Mücken, die sofort ankamen, wenn man stillstand. Tja, irgendwas ist ja immer, oder?

Tag 11: Auf dem Weg nach Rovaniemi (Finnland)

24. August 2020

Ein paar Eindrücke auf dem Weg nach Rovaniemi in Finnland.

Tag 12: Rovaniemi und das Santa Claus Village

25. August 2020

Gestern bin ich in Finnland angekommen und fuhr durch bis nach Rovaniemi. Die Stadt selbst ist unspektakulär, aber hier in der Nähe gibt es das Santa Claus Village, das Weihnachtsdorf. Dies hat das ganze Jahre geöffnet. Das wollte ich mir mal mit eigenen Augen anschauen.

In Rovaniemi hab ich mir übrigens das erste Mal ein Hostel (Empfehlung @WhereverHostel von Alisa ist echt top!) genommen, seit ich aus Deutschland aufgebrochen bin. Mir war mal nach einer warmen (!) Dusche und einem weichen Bett.

Im Weihnachtsdorf angekommen machte sich schnell Ernüchterung breit. Wegen Corona waren kaum Leute vor Ort und dann viel Sachen geschlossen. Es hatte eine seltsam gespenstische Atmosphäre und hat mir gar nicht gefallen.

Selbst das Santa Claus Post Office hatte zu. Da kann man sich nämlich normalerweise eine Weihnachtskarte schicken lassen, die zum 24. Dezember zugestellt wird. Also auch der Spaß musste ausfallen.

Aber zum Glück gab es dort ja auch noch den symbolischen Polarkreis zum Überschreiten. Ich war zwar schon in Schweden im Muddus Nationalpark oberhalb des Polarkreises gewesen, aber egal. Hier macht das Ganze mehr Spaß und ist jetzt hochoffiziell!

Eigentlich wollte ich auch in Finnland noch 2-3 andere interessante Orte besuchen und Dinge unternehmen, aber da sich die Lage rund um Corona gerade wieder etwas verschärfte und ich Angst hatte, dass Norwegen die Grenzen schließen könnte, entschied ich mich sicherheitshalber für den direkten Weg zur Grenze.

Somit ging es dann auch schon weiter Richtung Norwegen

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßt Ingo.


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