Rückblick: Unser Kuba Roadtrip 2015

Kuba 2015 - Titel

Vor ca. 7 Jahren starteten wir in ein ganz besonderes Abenteuer. Zum 2. Mal auf Kuba, sind wir diesmal mit dem Mietwagen auf eigene Faust von der Hauptstadt Havanna nach Santiago de Cuba im Süden gefahren und haben uns diese wunderschöne Insel mal genauer angeschaut.

Den Mietwagen hatten wir bereits vorab in Deutschland organisiert. Das ist im Falle von Kuba unbedingt zu empfehlen, da Mietwagen auf der Insel knapp sind und oft viel teurer, als über eine Agentur in Deutschland. Wir haben unser Auto bei Cubacar über die Seite islands-and-more.de gebucht.

Übernachtet haben wir, mit Ausnahme der allerersten Unterkunft, in den sogenannten Casa Particulares. Das sind von Privatpersonen betriebene Unterkünfte, die alle in der Preisregion von 20-30 CUC (1 CUC = 1 USD) liegen. Die meisten Unterkünfte bieten dann auch Frühstück und Abendessen gegen Aufpreis an. Hier ist der Preis Verhandlungssache, wobei es meist auf etwas um die 10 CUC pro Mahlzeit und Person hinausläuft.

Das ist insgesamt recht teuer für das, was dann geboten wird. Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass Kuba in einer Mangelwirtschaft lebt, der Großteil der Beherbergungskosten gehen an den Staat, die Organisation von Essen nimmt richtig viel Zeit in Anspruch und bestimmte Lebensmittel werden auch nur gegen CUC verkauft. Vor dem Hintergrund kann man es verstehen.

Jeder muss letztendlich selbst entscheiden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Essen in den Casa Particulares meist besser war, im Vergleich zu dem Essen in einem der wenigen und doch recht teuren Restaurants.

Und Außerdem unterstützt man damit direkt die Einheimischen. Das ist ja auch eine schöne Sache, oder?

Aber nun geht es los mit unseren Roadtrip von Havanna nach Santiago de Cuba auf Kuba. 🙂

Tag 1: Havanna, erstmal ankommen

3. Februar 2015

Gestern spät in der Nacht sind wir in Varadero angekommen und wurden gleich noch per privaten Transfer nach Havanna gefahren. Die Fahrt war allein schon deswegen spannend, weil alle paar Kilometer eine Polizeistation an der Straße war und das Taxi kontrolliert wurde. Sehr befremdlich, um ehrlich zu sein.

Die ersten Tage werden wir in Havanna verbringen und im Hotel Ambos Mundos übernachten. In dem Hotel hatte sich in den 1930er auch Ernest Hemingway eingemietet als Stammgast.

Den 1. Tag nutzten wir, um uns erst einmal einen Überblick der näheren Umgebung zu verschaffen. Dabei kam es schon zu der ein oder anderen interessanten und teils seltsamen Begegnung mit den Einheimischen. Aber seht selbst in den Fotos.

BTW wir werden bei unserem Roadtrip die Gegend westlich von Havanna (Pinar del Rio) auslassen, weil wir dort bereits im Jahr 2011 waren. Wer es nicht kennt, unbedingt mal dort vorbeischauen. Es ist wunderschön.

Tag 2: Sightseeing in Havanna

4. Februar 2015

Auch Tag 2 verbrachten wir zum Großteil damit, durch die Stadt zu spazieren und den Trubel auf der Straße auf uns wirken zu lassen. Denn in Kuba spielt sich scheinbar 95% des Lebens auf den Straßen ab.

Dabei ist man immer wieder gleichzeitig fasziniert von den Menschen und ihren alltäglichen Aktivitäten, von den überall präsenten Oldtimern (die sind echt richtig cool) und den oft sehr maroden Gebäuden. Diese Mischung und dazu das Klima, ergeben ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.

Wir trafen dann auch Freunde aus unserer Heimatstadt, die zur gleichen Zeit in der Stadt waren und mieteten uns zusammen eines dieser aufgemotzten alten Autos mit Fahrer, der uns auch an etwas abgelegener Orte brachte. Die Fahrt mit dem Oldtimer war aber das Highlight an der ganzen Sache. Sehr cool.

So kamen wir letztendlich auch auf die andere Seite der Bucht/des Hafens und konnten vom kubanischen Jesus (El Cristo de La Habana) aus, die Statue hat eine Pose, als ob sie in der einen Hand eine Zigarre halten würde und in der anderen Hand ein Glas Rum, Havanna mal von dieser Seite betrachten.

Da sieht man dann auch, dass die veraltete Industrie ganz schöne Luftverpestung betreibt. Ist leider so.

Wir stöberten dann noch in der alten spanischen Festung (Castillo de los Tres Reyes del Morro) etwas herum, bevor es dann zum Abendessen in ein Lokal in der Innenstadt ging.

Tag 3: Noch mehr Zeit in Havanna

5. Februar 2015

Tag 3 wird unser letzter Tag in der Hauptstadt Havanna sein. Morgen geht es dann auf, immer Richtung Südwesten runter nach Santiago de Cuba.

Heute haben wir dafür schon einmal das wirklich schicke und stilvolle Hotel Sevilla ausgekundschaftet, wo wir morgen früh unseren Mietwagen abholen dürfen. Hier gibt es sogar Internet, wenn man bereit ist 5 CUC (entspricht 5 USD) für 30 Minuten zu bezahlen.

Nein, wir haben es nicht ausprobiert. 😉

Dann ging es weiter durch die Straßen, Oldtimer sichten und einfach die Atmosphäre genießen. Wir lieben es, die Menschen bei den ganz alltäglichen Beschäftigungen zu beobachten.

Ein Highlight war dann heute noch die Kathedrale von Havanna, auch als Kathedrale San Cristóbal bezeichnet. Was richtig ist, da streiten sich die Historiker. Fakt ist, dass hier für eine gewisse Zeit die Gebeine von Christoph Kolumbus aufbewahrt wurden, bevor sie 1898 nach Sevilla in Spanien überführt wurden.

Auf jeden Fall eine sehr schöne Kirche/Kathedrale, sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

Tag 4: Es geht los, auf nach Matanzas

6. Februar 2015

Heute geht es endlich los mit dem Roadtrip. Wir haben unser Auto im Hotel Sevilla ohne größere Hürden abgeholt. Die Verständigung war sehr basic, aber auch lustig.

Unsere erste Station wird das Städtchen Matanzas (ca. 107km) sein, in der Nähe der bekannten Urlaubsregion Varadero. Auf dem Weg dorthin überquert man auch die höchste Brücke Kubas, wenn wir das richtig verstanden haben.

Wir quartierten uns zügig im Hostel Azul ein und spazierten dann durch die Innenstadt. Es war mal wieder extrem viel los auf den Straßen. Dabei entdeckten wir eine alte und sehr urige Apotheke, wo wir an einer Führung teilnahmen. Das war interessant.

Danach gönnten wir uns einen Kaffee (sehr lecker) und fanden später auch ein offenes Restaurant (in der Provinz nicht immer garantiert) fürs Abendessen.

Essen ist in Kuba ein spezielles Thema, da es viele Sachen einfach nicht in ausreichenden Mengen gibt und es dadurch recht schnell sehr eintönig auf dem Teller wird. Daran werden wir uns in den nächsten Tagen noch gewöhnen müssen.

Tag 5: Unterwegs nach Cienfuegos

7. Februar 2015

An Tag 5 geht es weiter von Matanzas nach Cienfuegos (ca. 191km).

Unterwegs gab es wie immer viel zu sehen und so hielten wir oft an, um die Gegend zu bestaunen oder die Menschen zu beobachten.

Ob die ausgedehnten mannshohen Zuckerrohrfelder (in dem Jahr gab es seit langer Zeit mal wieder eine gute Ernte) oder die kleinen maroden Bahnhöfe mit den dazugehörigen krummen Schienen, die irgendwie einen seltsam morbiden Charm versprühten, alles war super interessant. Und dazwischen immer wieder viele freundliche Menschen, die grüßten und neugierig schauten, während man selbst Fotos machte.

In Cienfuegos hatten wir ein Casa Particulares namens Vista al Mar reserviert und wurden sehr herzlich empfangen. Nach dem wir unsere Sachen ausgeladen hatten, ließen wir uns mit einer Fahrradrikscha direkt in die Stadt fahren und schauten uns dort den doch recht gut erhaltenen bzw. renovierten Stadtkern rund um den Markt und den Hafen an. Das war toll!

So nutzten wir den Rest des Tages zur Besichtigung des Ortes und den Abend zum Genießen eines tollen Sonnenuntergangs, bevor es zurück zur Unterkunft ging, wo auf uns ein leckeres Abendessen wartete.

BTW die Casa Particulares bieten sehr gern das Abendessen oder ein Frühstück als zusätzliche Leistung mit an, weil sich die Eigentümer so ein kleines Einkommen nebenbei verdienen können. Die Unterkünfte selbst sind recht teuer (20-30 CUC, 1 CUC = 1 USD) für das, was geboten wird, aber den Großteil davon kassiert der Staat für die Lizenz und die Steuern.

Tag 6: Viva La Revolucion mit Che Guevara

8. Februar 2015

Von Cienfuegos aus unternahmen wir an Tag 6 einen kleinen Abstecher nach Santa Clara (ca. 67km), nicht aber ohne vorher noch ein wenig in der Hängematte am Meer zu entspannen, nachdem wir am Morgen bereits die nähere Umgebung (Empfehlung: Villa Teresa!) etwas erkundet hatten.

In Santa Clara fand während der Revolution ein entscheidendes Ereignis statt. Che Guevara konnte hier nach 2-jährigen Guerillakampf mit seinen Truppen die zahlenmäßig überlegende Armee des Diktators Batista schlagen und machte den Weg Richtung Havanna und somit dem Sieg der Revolution frei.

Deswegen wurde dort auch ein beeindruckend großes Monument zu Ehren Che Guevara und seiner Kämpfer erbaut, inkl. eines Museums, um die Geschichte zu bewahren und eines Mausoleums, wo bis heute die sterblichen Überreste von Che verwahrt werden.

Wir haben uns das alles in Ruhe angeschaut und fanden es sehr interessant. Das können wir ruhigen Gewissens weiterempfehlen, egal wie man zu dem Thema Revolution oder Che steht.

Zurück in Cienfuegos suchten wir noch den örtlichen Friedhof auf. Auch so ein Ding, dass wir in jedem Land mindestens einmal einen Friedhof besucht haben wollen. Da gibt es einfach sehr große Unterschiede zwischen den Kulturen. Faszinierend.

Tag 7: Ein Atomkraftwerk auf Kuba?

9. Februar 2015

Tag 7 war als reiner Reisetag geplant, denn es ging nur ca. 84km nach Trinidad, dem pittoresken Highlight für viele Kubabesucher. Ein bisschen Angst hatten wir ja vor den Touristenmassen, die uns bis auf Havanna bisher zum Glück erspart blieben. Na mal schauen.

Aber bevor es auf nach Trinidad ging, wo wir unsere schöne Casa Particulares namens Casa Santana beziehen werden, machten wir einen größeren Umbogen um die Bucht (Bahia de Cienfuegos) in das Dörfchen Jagua.

Zum einen wollten wir uns dort die alte Festung Castillo de Jagua anschauen, zum anderen lag auf dem Weg die Ruine eines begonnenen Baus eines Kernkraftwerks. Hier sollte ein Kernkraftwerk nach sowjetischen Vorbild (Tschernobyl lässt grüßen) entstehen und der Bau war mitten im Gange, als die Sowjetunion zusammenbrach und Kuba das Projekt mangels Geld und Fachkräften abbrechen musste.

Leider ist die Ruine weiträumig abgesperrt, aber man kommt zumindest nah genug ran für ein paar spannende Einblicke. Oder schaut mal bei Googlemaps nach Planta Nuclear de Juraguá.

Interessant auch, dass in der Umgebung bereits größere Hochhäuser fertiggestellt wurden, die nun leer stehen und langsam zerfallen, weil der Wohnraum nicht gebraucht wird. Und da das Ganze ziemlich in der Pampa steht, ist es auch keine gute Idee einfach hinzuziehen, denn hier gibt es nichts außer dem Kraftwerk, welches nie fertiggestellt wurde.

Das Castillo war interessant anzuschauen und es gab dort sogar ein Modell des Kernkraftwerks und ein paar Infotafeln über die Pläne des Baus und dessen Nutzung. Spannend!

Tag 8: Das malerische Trinidad

10. Februar 2015

Gestern spät abends in Trinidad angekommen, trafen wir uns noch mit einer lieben Arbeitskollegin und ihrem Mann zum Abendessen. Es scheint halb Dessau versammelte sich die Tage auf Kuba.

Am heutigen Tag erkundeten wir dann gemeinsam das wirklich schmucke Städtchen Trinidad. Vom majestätischen Plaza Mayor mit der Treppe, auf der oft gesungen und auf der Fläche davor getanzt wird, bis hin zur malerischen alten spanischen Kirche in der Mitte Trinidads, die man von so vielen Fotos oder Postkarten kennt. Dazu die bunten Häuser und die alten Steinstraßen.

Es erinnert einfach sehr viel an die Glanzzeiten dieses Ortes, als das Zuckerrohr und die Hoffnung auf Gold in den naheliegenden Flüssen dieses Städtchen für eine zeitlang zur Metropole in der Region machten.

Und die Touristen waren definitiv mehr als sonst, aber es war noch aushaltbar. Also kommt unbedingt auch hierher, wenn ihr könnt. Es ist echt sehenswert.

Am Nachmittag fuhren wir dann noch in das kleine Örtchen Iznaga im Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen), wo es früher massive Zuckerrohrfelder gab (Plantage Manaca Iznaga) und diese per Sklavenhaltung bewirtschaftet wurden. Der dortige Torre de Iznaga (Sklaventurm) kann besucht und bestiegen werden. Von dort hat man eine tolle Sicht auf das Umfeld von Iznaga.

Es war sehr faszinierend, diesen Ort besucht zu haben.

Den Sonnenuntergang genossen wir dann am El Mirador (die 152 immer den Berg hoch), mit einem atemberaubenden Blick auf Trinidad und das Meer.

Tag 9: Ausflug nach Sancti Spiritus

11. Februar 2015

An Tag 9 machten wir von Trinidad aus einen kleinen Ausflug nach Sancti Spiritus (ca. 71km), ein Städtchen (aber immerhin auch über 100k Einwohner) in Zentralkuba. Der Ort gehört zu den 7 Originalstädten, die damals von den spanischen Konquistadoren auf der Insel gegründet wurden.

Man merkt im Zentrum nichts von der Größe der Stadt und sie hat sich sehr gut ihren altertümlichen Charme erhalten. Neben Trinidad zu bestehen, ist zwar schwer, aber Sancti Spiritus gelingt das ganz gut. Hier kann man ruhig mal vorbeischauen.

Unterwegs bewunderten wir immer wieder die Schönheit des gestern schon erwähnten Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen) und entdeckten in der Nähe der Straße (die 12 zwischen Trinidad und Sancti Spiritus, etwa in der Mitte) auch einen Friedhof, der viel bunter daherkam als der, den wir in Cienfuegos besucht hatten. Interessant.

Zurück in Trinidad schauten wir uns noch eine alte verfallene Kirche an, bevor wir dann das erste Mal überhaupt zum Strand fuhren, um im Meer schwimmen zu gehen. Das war geil.

Unglaublich, aber wahr, das wird das einzige Mal bleiben, dass wir in der karibischen See schwimmen werden. Einfach nur, weil es zu viele andere Sachen zu erleben gibt, so dass für den Strand keine Zeit mehr überbleibt und man das immer auf später verschiebt. Wer kennt das noch?

Tag 10: Eine weite Fahrt nach Camagüey

12. Februar 2015

An Tag 10 hatten wir uns eine etwas längere Strecke vorgenommen. Es ging ca. 193 Kilometer in die viertgrößte Stadt Kubas nach Camagüey. Immerhin über 300k Menschen leben hier.

Und da wir uns beim Fahren nicht hetzen lassen und immer wieder mal anhalten, um sich Dinge anzuschauen, Fotos zu machen oder sich einfach nur die Füße zu vertreten, kamen wir relativ spät in Camagüey an. Die kubanischen Straßen hatten daran übrigens auch ihren Anteil.

Ob es nun an unserer etwas späten Ankunftszeit (aber deutlich vor Sonnenuntergang) lag oder, wie wir später noch feststellen mussten, einfach nur eine kubanische Eigenart ist, mit zugesagten Buchungen etwas salopp umzugehen, auf jeden Fall war unsere gebuchte Unterkunft bereits vergeben.

Aber auch das ist in Kuba kein Problem, denn im Normalfall gibt es an einem Ort mehrere dieser Casa Particulares und die Menschen sind extrem hilfsbereit. Immer darauf auf, etwas extra zu verdienen. Und ja, das mag im 1. Moment nervig erscheinen, aber bis auf 1-2 Situationen in Havanna, war es immer auf eine angenehme Art und Weise und ein Nein wird in der Regel auch akzeptiert.

So hielt, während wir noch versuchten zu verstehen, was gerade passiert, ein Fahrradfahrer neben uns an und fragte, ob wir eine Unterkunft suchen. Na was für ein Zufall. 😉

Wir sagten ja und dann fuhren wir auch schon dem Fahrrad hinterher, quer durch die Stadt zu einem anderen dieser Casa Particulares. Die Familie war zwar etwas überrascht und unvorbereitet, aber dankbar und sehr nett. Am Ende waren wir sehr glücklich, hier gelandet zu sein und wir hatten viel Spaß.

Wir nutzten dann noch das restliche Tageslicht, um uns das Stadtzentrum anzuschauen und von einer Kirche einen Rundblick zu erhaschen. Die Tochter der Familie begleitete uns und Kasia konnte ihr spanisch trainieren. Hola, ¿cómo estás?

Tag 11: Zurück ans Meer nach Gibara

13. Februar 2015

Tag 11 sollte uns bereits wieder ans Meer zurückführen. Okay, auf einer Insel jetzt auch nicht sooo schwer, oder?

Es ging nach Gibara (ca. 240 km), einem kleinen idyllischen Örtchen, was leider 2008 von einem Hurrikan ziemlich verwüstet wurde. Wir hatten schon ganz schlimme Vorstellungen, aber es war dann halb so wild. Klar sieht man an einigen Stellen noch die Schäden, aber der Wiederaufbau schien ganz gut vorangekommen zu sein.

Gibara ist deswegen so interessant, weil hier Christoph Kolumbus das 1. Mal seinen Fuß auf die Insel setzte. Es gibt originale Aufzeichnungen von ihm, wie er das umliegende Land damals beschrieb und den dort erwähnten „sattelförmigen Berg“ (eine Art Tafelberg, wie der bei Kapstadt, nur kleiner) kann man von hier aus sehr gut sehen.

Hier wurde also Geschichte geschrieben und das merkt man irgendwie.

Übrigens war auch hier in Gibara unsere Unterkunft bereits wieder vergeben, als wir ankamen. Aber wie schon in Camagüey dauerte es nur wenige Minuten, bis wir eine Alternative hatten. Und diese erschien uns viel besser als die, die wir eigentlich gebucht hatten.

Wir kamen bei den Dos Hermanos unter. Eine Art kleines Hotel, das von zwei Schwestern betrieben wird. Ja ja, Hermanos und Schwestern passt nicht ganz, oder? Fragt uns bitte nicht, wir wissen es nicht.

Die Unterkunft können wir aber echt empfehlen. Es war schön dort!

Tag 12: Sightseeing Gibara & Valentinstag in Bayamo

14. Februar 2015

Tag 12 startet mit etwas Sightseeing in Gibara, bevor wir uns auf den Weg nach Bayamo (ca. 108 km) machen werden.

Ist echt ein schönes Örtchen dieses Gibara.

Schade, dass unser Urlaub zeitlich so begrenzt ist. Hier würden wir gern noch länger bleiben.

In Bayamo angekommen, checkten wir bei Arturo & Esmeralda ein (Hey unsere reserviere Unterkunft war noch da!) und fühlten uns sofort wohl. Hier aßen wir dann später am Abend auch einen leckeren schwarze Bohnen Eintopf.

Wir schauten uns dann natürlich wieder in der Gegend um und waren etwas erstaunt, wie ernst hier der Valentinstag genommen wird. Alle hatten sich in ihre besten Klamotten geschmissen und mit diversem Deko aufgebrezelt. Wow!

Ehrlich? Wir hatten gar nicht auf dem Radar, dass der Valentinstag heute war.

Dazu gab es überall Live Musik, es wurde getanzt und es waren sooo viele Menschen unterwegs. Wahnsinn! Es war ein ganz besonderes Erlebnis.

Tag 13: Noch eine Party in Guantanamo

15. Februar 2015

An Tag 13 ging es ca. 172 km von Bayamo nach Guantanamo. Es wurde schon leicht bergig (auf der rechten Seite sah man die Ausläufer der Sierra Maestra) und man hatte oft schöne Ausblicke auf grüne Wälder und Täler. Insgesamt ist es hier viel grüner, als zuvor auf der Insel, wo alles immer irgendwie nach Herbst aussah.

Guantanamo als Stadt ist eigentlich nur wegen dem berüchtigten US Gefangenenlager (welches ziemlich weit weg draußen an der Bucht liegt, man kommt dort ohne Genehmigung leider nicht in die Nähe, wir haben es versucht) und vielleicht noch wegen dem Lied Guantanamera bekannt.

Fun Fact: Der Refrain „Guantanamera, Guajira Guantanamera“ steht in Kuba als Synonym für „Schlechte Nachricht“. 

Die Stadt selbst ist eher unscheinbar, aber nett. Touristen haben wir hier nicht gesehen, was ein Pluspunkt ist. Negativ war, dass uns jemand versucht hat (hat nicht geklappt, wir sind vorsichtig und passen auf) abzuzocken. Seit Havanna war dies seit langer Zeit mal wieder ein Versuch dieser Art. Naja, muss man mit leben.

Am Abend wurde scheinbar noch weiter der Valentinstag von gestern gefeiert, zumindest war richtiggehend Volksfeststimmung auf den Straßen. Das war toll und interessant.

Tag 14: Eine Reise durch wundervolle Landschaften

16. Februar 2015

Tag 14 wurde ein Reisetag. Wir sind auf dem Weg von Guantanamo nach Baracoa.

Die ca. 153 km führten uns zuerst an der Südküste entlang bis zu dem Örtchen Cajo Babo. Das Stückchen Weg allein war schon wunderschön anzuschauen. Eine naturbelassene Küstenregion. Toll!

BTW in Cajo Babo begann 1895 der Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier.

Aber dann ging es ca. 50 km spektakulär weiter auf der Passstraße La Farola über die Berge der Sierra de Purial nach Baracoa. Der Regenwald ist hier so dicht und grün. Wow!

Diese Straße wurde erst nach der kubanischen Revolution gebaut und war die erste Landverbindung überhaupt in das bis dahin nur per Boot zu erreichende Baracoa. Sie gilt als eine der ersten Errungenschaften des damals neu entstandenen Kubas.

Auf jeden Fall war die Fahrt über die Serpentinen durch die Berge ein Erlebnis und wundervoll anzuschauen. So etwas gibt es auf Kuba nur hier. Wer kann muss unbedingt hier vorbeikommen.

In Baracoa angekommen mussten wir mal wieder feststellen, dass unsere Unterkunft bereits vergeben war, zumindest für den 1. Tag. Eine Alternative war schnell gefunden, auch wenn es diesmal nicht ganz so schön war, wie die letzten beiden Male. Aber für 1 Nacht wird es schon gehen.

Tag 14 & 15: Baracoa & der östlichste Punkt Kubas

16. & 17. Februar 2015

Am Nachmittag in Baracoa angekommen und den 1. Trubel mit der Unterkunft verdaut, machten wir uns auf das Städtchen zu erkunden.

Hier gab es erstaunlich viele Touristen (wahrscheinlich nach Havanna und Trinidad die meisten), aber es war noch okay. In Kuba ist auf der Straße eh immer sehr viel los. Besonders der zentrale Platz und der sehr lange Malecón (erstreckt sich über die gesamte Länge der Stadt) sind voller Leben und Aktivitäten. Hier kann man wunderbar Menschen beobachten.

Was Baracoa von anderen Städten Kubas unterscheidet, ist ein starker französischer Einfluss bei den Gebäuden. Es ergibt sich dadurch ein interessanter Mix mit dem sonst so typischen Kolonialstil.

Baracoa ist übrigens die älteste Siedlung auf Kuba, die damals (1511) von den spanischen Eroberern an der Stelle gegründet wurde, wo Kolumbus (1492) seinen ersten Ankerplatz vor der Insel hatte. Die Stadt wurde lange Zeit auch Ciudad Primada (Erste Stadt) genannt.

Hier befindet sich auch das letzte erhaltene der 29 von Kolumbus damals selbst errichteten christlichen Holzkreuze. Er stellte diese während seiner Entdeckungsreisen an verschiedenen Orten in ganz Amerika auf. Das in Baracoa trägt den Namen Cruz de la Parra und da es das letzte ist, soll es somit auch das älteste christliche Symbol der neuen Welt (wie man Amerika ja auch nennt) sein.

So zumindest wird es erzählt. Das Kreuz kann man in der örtlichen Kirche begutachten.

Baracoa hat uns sehr gut gefallen. Hier geht es trotz der vielen Menschen sehr ruhig zu und man kommt richtig in einen Urlaubsvibe.

BTW aßen wir bei unserem Gastgeber (der, der uns den 1. Tag versetzt hatte) den besten Fisch & Garnelen während der gesamten Zeit hier auf Kuba. Lecker in Kokosmilch. Mhhh!

An Tag 15 machten wir von Baracoa aus einen schönen Ausflug zum östlichsten Punkt Kubas, zum Leuchtturm am Punta de Maisí. Von hier kann man theoretisch hinüberschauen nach Haiti.

Uns wurde auch erzählt, dass es dort Flüchtlingsunterkünfte gibt für Menschen aus Haiti, die übers Meer nach Kuba kamen. Leider erhielten wir keine weiteren Infos zu dem Thema.

Der Weg dahin war auch recht abenteuerlich und führte über ein paar ziemlich verrückte Brückenkonstrukte mit großen Löchern drin. Auweia!

Auf dem Weg zum Punta de Maisí kommt man auch an der Mündung des Río Yumurí vorbei und von dort kann man Bootstouren in den Canon de Río Yumurí unternehmen. Mit mehr Zeit hätten wir das auf jeden Fall gemacht. Der Eingang zum Canon sah auf jeden Fall schon mal sehr beeindruckend und interessant aus.

Wir kamen dann kurz nach dem Punkt wo der Río Yumurí ins Meer mündet mit Einheimischen ins Gespräch und kosteten leckeren Kakao. 2 von ihnen begleiteten uns dann auch bis zum Leuchtturm und Kasia konnte wieder ausführlich ihr Spanisch üben.

Wir schenkten ihnen dann zum Schluss ein paar unserer Kleidungsstücke, die wir vorsorglich im Auto deponiert hatten. In Kuba fragt dich nämlich früher oder später jeder, ob man nicht ein T-Shirts oder Schuhe über hat und sie diese bekommen können. Kleidung ist hier sehr gefragt, da Mangelware.

Wenn ihr also Klamotten zu viel im Schrank habt, dann bringt sie mit nach Kuba. Ihr werdet damit sehr schnell ein paar Fremde glücklich machen können.

Tag 16: Moa, das Moria Kubas

18. Februar 2015

Tag 16 wird wieder mal ein reiner Reisetag. Es geht von Baracoa über Moa nach Santiago de Cuba, die Endstation unseres Roadtrips.

Nachdem wir den Sonnenaufgang und das morgendliche Treiben in Baracoa ausgiebig genossen hatten, verabschiedeten wir uns von diesem tollen Flecken Erde und es ging „on the road“ Richtung Moa.

Dieser Ort hat für Reisende keinerlei Bedeutung, dafür aber für die Industrie Kubas. Hier wird nämlich Nickel (und wahrscheinlich auch noch andere Sachen) abgebaut. Wir wussten nicht so recht, was uns erwartet, waren dann aber doch schon sehr erschrocken, wie sich die Landschaft veränderte. Alles war rot eingefärbt, selbst die Bäume und Sträucher, und alles wirkte sehr dreckig und halbtot. Selbst die Luft zum Atmen wirkte gefährlich.

Es war auf jeden Fall sehr befremdlich und keine schön Erfahrung. Wir fuhren so schnell es ging weiter und atmeten (sprichwörtlich) erst auf, als der Dschungel und die Berge wieder ihre natürliche Farbe zurückgewonnen hatten.

Wir verstehen ja, dass Kuba diese Rohstoffe braucht und dass Aufgrund des Embargos wenig Spielraum bleibt. Wir hoffen aber auch inständig, dass in Sachen Umweltschutz und wegen der Gesundheit der dort lebenden Menschen, irgendwann einmal eine Besserung eintreten wird.

Trotz allem war es ein interessanter Tag mit vielen Ein- und Ausblicken. Kuba ist an jeder Ecke interessant.

Tag 17: Immer an der Küste entlang

19. Februar 2015

Gestern sind wir am späten Nachmittag in Santiago de Cuba angekommen und haben beim guten Juan Carlos in seiner schön zentral gelegenen Casa Quartier bezogen.

Heute an Tag 17 unserer Reise nutzen wir die letzten Stunden mit unserem Mietwagen, um einmal die Südküste entlangzufahren.

Eigentlich wollten wir von Manzanillo über diese Küstenstraße nach Santiago de Cuba fahren, aber Teile der Strecke wurden beim Hurrikan 2013 zerstört und sind bis heute noch nicht wieder mit normalen Autos passierbar.

Wir fuhren ca. 100 km bis kurz hinter Uvero und genossen die wirklich tollen Ausblicke. Auf der einen Seite das blaue Meer und auf der anderen Seite die immer größer werdenden grünen Berge der Sierra Maestra. Toll!

Sobald die Straße wieder komplett passierbar ist, sollte man hier entlangfahren. Es ist grandios und eine echte Empfehlung.

Danach ging es noch zu einer Kirche, die in den Bergen und halb im Dschungel liegt. El Cobre wird deswegen auch manchmal die Dschungelkirche genannt. So spektakulär wie der Name vermuten lässt, ist es dann aber leider doch nicht.

Aber es war trotzdem sehr interessant und für die Kubaner ist dies ein wichtiger Wallfahrtsort. Auch der polnische Papst Johannes Paul II und der deutsche Papst Benedikt XVI waren schon hier. Außerdem liegt hier als eine Art Devotionalie die Nobelpreis-Medaille von Ernest Hemingway.

Am Abend gaben wir dann den Mietwagen zurück. Es gab keine Probleme und wir hatten eine schöne Zeit damit auf der Straße.

Tag 18: Wir sind in Santiago de Cuba

20. Februar 2015

Nun sind wir wieder ohne Auto unterwegs und erkunden die Stadt Santiago de Cuba wie gewohnt zu Fuß. Es ist Tag 18 unserer Kubaerfahrung und wir merken sehr schnell, dass diese Stadt doch so anders ist als die Hauptstadt Havanna.

Man kann es schlecht beschreiben, aber der Vibe ist ein ganz anderer. Viel lockerer und entspannter fühlt es sich hier an.

Auf jeden Fall genossen wir sehr das entspannte Schlendern durch die Straße und Gassen. Wir besuchten auch wieder den Friedhof und fanden dort sogar das Grab von Compay Segundo. Einer der wenigen auch international bekannten kubanischen Musiker.

In dem Zusammenhang können wir euch den Film Buena Vista Social Club empfehlen. Tolle Musik von tollen Menschen.

In die Kathedrale von Santiago de Cuba kamen wir leider nicht wirklich rein, da diese innen gerade komplett renoviert wird. Das wird bestimmt toll aussehen später.

Lustig, am frühen Morgen wurden wir von lauter Musik und Stimmengewirr vor der Tür geweckt. Da machte doch tatsächlich eine Gruppe von ca. 15 Frauen Frühsport direkt vor unserer Unterkunft. Sehr gut!

Tag 19: Sightseeing in Santiago de Cuba

21. Februar 2015

Heute ist leider unser letzter voller Tag hier auf Kuba. Morgen geht es Vormittags zum Flughafen nach Holguín (ca. 150 km) und dann zurück nach Deutschland.

Wir nahmen uns nach dem Frühstück ein Taxi (endlich mal in einem original Moskwitch fahren) und fuhren um die Bucht (Bahia de Santiago de Cuba) hoch zum Castillo del Morro & Faro del Morro. Von dort hat man einen schönen Rundumblick auf das Meer, den Flughafen in der Nähe und über die Bucht vor der Stadt mit dem Hafen und der Raffinerie.

Wir schauten uns ganz entspannt die Festung und den Leuchtturm an und genossen die letzten Stunden unserer Reise, teils auch in Gedanken versunken an all die Erlebnisse der letzten Wochen.

Zurück in der Stadt beobachteten wir wieder einmal das Treiben. Speziell Domino zu spielen, scheint hier eine echte Leidenschaft zu sein. Das wurde teils richtig emotional. Wow!

Abends gab es dann zu unserer Überraschung Live Musik vor der Kathedrale. Klassik. Wir saßen eine ganze Zeit lang da und lauschten andächtig. Toll!

Morgen geht es dann wie gesagt zum Flughafen. Dafür nehmen wir den Bus nach Holguín. Unser netter Vermieter Mr. Carlos hatte dafür ein Taxi bestellt, was uns in der Frühe zum Bus bringen würde mit dem Gepäck. Er sagte, es sei etwas besonderes. Wir sind gespannt.

Tag 20: Wir verlassen Kuba

22. Februar 2015

Es ist Tag 20 unseres Kuba Roadtrips und leider auch der Abreisetag von dieser wunderschönen Insel mit ihren tollen Menschen.

Als Überraschung hatte unser Vermieter einen richtigen Oldtimer als Taxi organisiert. Und mit richtigen Oldtimer meine ich so richtig alt.

Das war ein Willys Speedway/Americar der Firma Willys-Overland Motors aus Ohio und die wurden nur zwischen 1937 bis 1942 gebaut. Es stand nicht direkt dran und die ein oder andere Reparatur hatte das gute Stück auch schon gesehen, aber ich würde sagen es war ein Willys Speedway von 1940. Der Besitzer sagte, es sei noch der original Motor!?

Faszinierend und toll, zumindest einmal in so etwas mitgefahren zu sein. Es war ein echtes Erlebnis. Und beeindruckend, dass dieses Auto hier in Kuba immer noch seinen Dienst tut. Love it!

Wir verabschiedeten uns dann sehr herzlich von unserem lieben und überaus hilfsbereiten Vermieter Carlos und seiner Schwester, die immer das Frühstück gemacht hatte. Tolle Menschen.

Dann ging es mit dem Bus nach Holguín (die Bilder mit der Kirche sind von dort) und zum Flughafen.

Auf Wiedersehen Kuba. Wir haben die Zeit hier auf dir sehr genossen und konnten so viele neue Eindrücke gewinnen. Wir werden eines Tages sehr gern zurückkommen. Versprochen!

Viva la Cuba! 🙂

Nachschlag: Die Menschen auf Kuba

Hier zum Abschluss noch ein paar Impressionen von den Menschen auf Kuba.

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßen Ingo & Katarzyna.


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