Rückblick: Ein Roadtrip zum Nordkap (Norwegen)

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Nach dem ich im Juli 2020 meinen Job gekündigt hatte, musste ich einfach raus und den Kopf freibekommen. Und was bietet sich da mehr an als ein Roadtrip allein zum nördlichsten Punkt Europas? Zum Nordkap wollte ich schon immer mal. Warum also nicht jetzt?

Ich suchte alle notwendigen Dinge zusammen, machte einen Großeinkauf im lokalen Supermarkt, packte alles in mein Auto und fuhr dann einfach mal los. Immer Richtung Norden, bis es nicht mehr weiter ging.

Folgt mir doch einfach mit diesem Roadtrip-Tagebuch. 🙂

Gehe einmal im Jahr irgendwo hin,
wo du noch nie warst.

– Dalai Lama –

Tag 13: Der Weg zum Nordkap

26. August 2020

Den Tag zuvor war ich bei herrlichem Wetter noch bis kurz vor die norwegische Grenze gefahren.

Aufgrund des Wetterberichts entschied ich mich, dann heute direkt bis zum Nordkap durchzufahren. Denn noch war es ein Wechselspiel zwischen Sonne und Regen, aber schon in 2 Tagen soll es hier tagelang nur noch regnen.

Die Straße zum Nordkap ist der Hammer. Eine Aussicht schöner als die andere. Die Bilder werden dem nicht gerecht, auch weil man nicht ständig anhalten möchte, um das nächste Foto zu machen oder es die Gegebenheiten einfach nicht erlauben.

Am Nordkap selbst waren es dann aber leider nur noch 5 Grad und die Wolken hatten das Kap fest im Griff. Ich drehte natürlich trotzdem eine Runde und machte ein paar Fotos.

Auf das mitgebrachte Corona-Bier (also das mexikanische) verzichtete ich aber. Dafür war es mir einfach zu kalt.

Tag 14: Am Nordkap

27. August 2020

Gestern noch wolkenverhangen, heute mit Sonne. Läuft!

Lt. Wetter-App war Sonne zwischen 6 und 7 Uhr angesagt. Der Rest dann wieder Wolken und Regen. Also Wecker zu 5:45 Uhr gestellt und zack, 6:05 Uhr lies sie sich blicken.

Auch geil, kein Anderer weit und breit, außer einer kleinen Rentierherde. So konnte ich die Ruhe genießen und den Moment voll in mich aufnehmen.

Es war toll, hier am Nordkap gewesen zu sein. Diesen Punkt kann ich also auf der Bucket List bzw. Löffelliste abhaken. 🙂

Und dann ging es zurück, nun immer nur noch gen Süden, zuerst in Richtung der Lofoten

Tag 15: Auf dem Weg durch die Finmark

28. August 2020

Ein paar Impressionen auf dem Weg durch die Finmark vom Nordkap zu den Lofoten, inkl. eines Zwischenstopps bei Alta am Altaelv, einen der 4 nördlichsten großen Flüsse Europas und einer der besten Spots zum Lachs angeln.

Tag 16: Auf den Lofoten

29. August 2020

Weiter geht es am nächsten Tag und ich komme auf den Lofoten an.

Die Landschaft ist einfach traumhaft. Deswegen noch ein paar Impressionen abseits der Straße, bevor ich mich morgen aufmache, den Reinebringen zu besteigen.

Tag 17: Auf den Reinebringen und nach Henningsvær

30. August 2020

Auf geht es die über 1.500 Stufen, plus einen letzten steilen Anstieg über matschiges Geröll, den Reinebringen rauf.

Dieser Berg ist ca. 440 hoch und es geht auf weniger als 2 Kilometern nur steil nach oben. Man sollte unbedingt trittfest und schwindelfrei sein. Schafft man es aber nach oben, dann bietet sich ein grandioser Ausblick. Das Postkartenmotiv schlechthin auf das Städtchen Reine auf den Lofoten. Traumhaft!

Danach ging es noch in das Fischerdörfchen Henningsvær und auch hier bietet z.b. der Hafen das nächste malerische Motiv. Toll!

Der Abstecher auf die Lofoten hat sich definitiv gelohnt, oder?

Tag 19: Durch die Provinz Nordland zum Saltstraumen

1. September 2020

Nachdem ich die Lofoten verlassen habe, führt mich mein Weg durch die Provinz Nordland zurück Richtung Süden. Ein Zwischenstopp soll der Saltstraumen sein.

Der Saltstraumen in der Nähe der Stadt Bodø, ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt.

Durch eine nur 150 Meter breite, aber 2,5 Kilometer lange Meerenge, zwängen sich bei jeder Ebbe und Flut bis zu 400 Millionen Kubikmeter Wasser. Einmal hin, dann wieder zurück. Dann wieder hin und dann … immer so weiter. Ein endloses Spiel.

Dabei wird das Wasser bis zu 40 km/h schnell und es können Strudel mit 10 Metern Durchmesser und bis zu 4 Metern Tiefe entstehen. Also schwimmen würde ich hier nicht gehen!

Dafür soll man sehr gut angeln können. Das nährstoffreiche Wasser sorgte so dafür, dass hier auch der bisher größte Seelachs geangelt wurde. Über 22 kg. Weltrekord!

Tag 20: Zurück vom Polarkreis & endlich sehe ich Elche

2. September 2020

Es geht weiter zurück Richtung Süden und ich überschreite erneut den Polarkreis. Diesmal in Norwegen. Ich bin also offiziell zurück aus dem Norden!

Ein interessanter Ort mit all den Steinen. Ich kenne die grundsätzliche Bedeutung dieser Steinhäufchen, aber weiß jemand den Hintergrund dieser Tradition und woher der Brauch kommt?

Dann gab es noch seeehr gemütliche Schafe zu beobachten und ich habe endlich Elche gesehen! 🙂

Leider waren diese sehr scheu und sofort weg. Die könnten ruhig mal mehr das Gemüt der Schafe haben.

Tag 21: Trondheim … zurück in der Zivilisation

3. September 2020

Trondheim, ein kleines schönes Städtchen mit einem durchaus beeindruckenden Dom. Man mag es kaum glauben, aber das ist seit Kopenhagen vor über 3 Wochen meine erste richtige Stadt, die ich mir auch anschaue. Wie die Zeit vergeht.

Ich hatte mich vorab nicht informiert und war deswegen überrascht, was für einen prächtigen Dom sie hier stehen haben. Der Nidarosdom wurde im 13. Jahrhundert fertiggestellt und beeindruckt durch seine Größe und die Details sowohl innen als auch außen. Faszinierend!

Fun Fact: Trondheim war im Mittelalter Sitz des Königs und damit Hauptstadt von Norwegen.

Davon ab ist das Stadtzentrum überschaubar, aber durchaus nett mit einigen Cafés und Restaurants. Wenn nur die norwegischen Preise nicht wären. 🙁

Viele Menschen genossen die letzten Tage des Sommers, denn die Sonne und 15 Grad waren schon ein klein wenig mehr, als es hier normalerweise hat (Juli/August Durchschnitt liegt bei nur ca. 13 Grad). Brrrr…

Tag 22: Die Atlantikstraße & Trollstigen

4. September 2020

Von Trondheim geht es weiter Richtung Süden. Ein Zwischenstopp ist die sogenannte Atlantikstraße.

Diese Straße führt zwar nur wenige Kilometer über mehrere kleine Inseln, aber dafür ist der Ausblick und die Art, wie die Straße und deren Brücken in die Landschaft gesetzt wurden, einfach grandios.

An einem Rastplatz entdeckte ich dann noch dieses Kunstwerk aus wahrscheinlich angespülten Plastikmüll. Toll und traurig zugleich!

Ebenfalls an diesem Tag stand noch ein anderes Highlight des Roadtrips auf dem Programm. Und zwar die sogenannte Trollstigen. Also die Trolleiter.

Das ist eine sehr beeindruckende Ansammlung von Serpentinen den Berg rauf. Das Ganze erinnerte mich stark an den Furkapass in der Schweiz.

Toll hier entlang zu fahren und den Ausblick auf das Tal und die Straße mit den vielen Serpentinen zu genießen!

Tag 23: Der Geirangerfjord & Ankunft auf Runde

5. September 2020

Nach einem kleinen Abstecher zum durchaus beeindruckenden Geirangerfjord mit seinem wunderbar blauen Wasser (sieht man nur leider auf den Fotos nicht so, da die Sonne sich versteckte), kam ich später am Tag auf der Insel Runde an, wo ich morgen „Jagd“ auf die Papageientaucher/Puffins machen werde.

Tag 24: Das Vogelparadies auf der Insel Runde

6. September 2020

Oh je! Keine Papageientaucher/Puffins für mich. 🙁

Es gibt hier auf Runde zwar die größte Kolonie dieser wundervollen Vögel, mit ihrem roten Schnabel und den traurigen Clownsaugen, auf dem europäischen Festland, aber sie sind leider alle schon Mitte August wieder abgezogen in wärmere Gefilde.

Mai und Juni ist wohl die beste Zeit, um sie zu beobachten. Nun bin ich schlauer und muss diesen Punkt auf der Löffelliste wohl noch eine Weile offen lassen.

Wer ist eigentlich noch der Meinung, dass die Puffins wie zu heiß gewaschene Pinguine ausschauen? 😀

Die Wanderung den Vogelfelsen rauf war trotzdem schön und es gab dann halt ein paar andere Vögel, viele Schafe und einfach nur die raue Natur zu bewundern. Toll!

Tag 25: Auf dem Weg nach Bergen

7. September 2020

Ein paar Impressionen auf meinem Weg nach Bergen.

Tag 26: Ich bin in Bergen

8. September 2020

Nach der vielen Natur ging es nun mal wieder in den urbanen Dschungel. Na gut, Bergen ist jetzt nicht die riesige Stadt, aber trotzdem eine Umstellung zu den Tagen davor.

Bergen ist ein niedliches Städtchen am Wasser und die drittgrößte Stadt bzw. Kommune in Norwegen, wenn ich das richtig verstanden habe. Außerdem hat es hier den größten Kreuzfahrthafen Norwegens. An der Stelle ist es wohl Glück, dass aktuell nicht die Massen an Touristen in die Stadt verschifft werden.

Das Wetter war sehr durchwachsen, 2/3 des Tages regnete es ordentlich, aber dann kam wenigstens ab und zu mal die Sonne raus und die Kamera zum Einsatz.

Das Hafenviertel namens Bryggen (ein UNESCO Weltkulturerbe) mit den alten Holzhäusern und engen Gassen ist wohl vielen bekannt und sieht schon ziemlich interessant aus. Wie das wohl früher hier so war?

Danach ging es mit der über 100 Jahren alten Floibanen (eine Standseilbahn) hoch auf den 320 Meter hohen Berg Floyen und ich durfte ca. 1 Stunde im Regen darauf warten, dass die Wolken aufreißen und einen Blick auf die Stadt freigeben. Was ich nicht alles für euch durchmache!?

Toll war es trotzdem und der Tag wurde dann mit einem schönen großen heißen Kaffee und einer Zimtschnecke abgeschlossen. Life is good!

Tag 27: Auf dem Weg zum Preikestolen

9. September 2020

Ich bin auf dem Weg zu einem weiteren Highlight, dem Preikestolen. Dazu aber morgen mehr.

Heute stand deswegen wieder „nur“ Sightseeing abseits der Straße an und dann begrüßte mich früh beim Aufwachen eine Schafherde an meinem Rastplatz. Süß!

Und ich konnte eine ganze Weile 2 Seeadler beobachten. Sehr majestätisch, wenn sie so dahingleiten.

Tag 28: Eine traumhafte Wanderung zum Preikestolen

10. September 2020

Heute steht ein echtes Highlight auf dem Plan, die Wanderung zum Preikestolen.

Der Preikestolen ist ein ca. 600 Meter hoher natürlicher Fels, der zum Lysefjord hin senkrecht abfällt. Ja richtig gelesen, da geht es 600 Meter ohne Stop einfach nur runter.

Bevor wir zum Preikestolen selbst kommen, steht der Weg dorthin bevor. Dies ist, ausgehend vom Parkplatz bei der Preikestolhytta, eine ca. 4 km lange Wanderung, die je nach Marschtempo 1,5 bis 2,5 Stunden je Richtung benötigt. Ich startete recht früh gegen 8 Uhr, um dem möglichen Andrang später am Tag zu entgehen.

Der Weg ist nicht sonderlich schwierig, aber es geht schon gut über eine ganze Menge Steine und natürlich teils ziemlich stark bergauf.

Die Landschaft und die Ausblicke sind mal wieder grandios und man bleibt sehr häufig einfach nur mit offenem Mund stehen und bewundert die Natur. Wahnsinn!

Allein der Weg ist schon ein Empfehlung.

BTW aufgrund der Situation rund um Corona und dem dazu auch nicht gerade optimalen Wetter, hatte ich das Glück, dass der Wanderweg und später auch der Preikestolen selbst, kaum von anderen Leuten besucht wurde. Auf dem Felsen waren wir ca. 10 Leute und auf dem Rückweg kamen mir ca. 100 Leute über die 1,5 Stunden verteilt entgegen.

Denn leider ist dieser Platz unter normalen Umständen extrem überlaufen (4.000 bis 5.000 Menschen pro Tag!) und Naturschützer schlagen schon Alarm, dass das Gebiet darunter leidet.

Der Preikestolen

Da ist er, der Preikestolen.

Sehr beeindruckend, wie es da einfach nur 600 Meter in die Tiefe geht. Selbst wenn man von der Seite diesen Fels betrachtet, ist das beeindruckend.

Aber so richtig schummrig wird es einem, wenn man drauf geht und sich dem Rand nähert. Einen Zaun gibt es hier nicht. Ich glaube in Deutschland wäre das so nicht möglich, oder?

Der Fels entstand durch die sogenannte Eissprengung. Wasser sammelte sich in den Felsspalten und während der Eiszeit sprengte das dann gefrorene und sich dadurch ausbreitende Eis den Fels. So entstanden die glatten Abrisskanten.

Wenn man auf den Preikestolen geht, dann sieht man einen ca. 30-40 cm breiten Spalt. Dieser Spalt vergrößert sich jedes Jahr ein klein wenig. Irgendwann wird der Preikestolen abbrechen und in den Lysefjord stürzen. Geologen prüfen die Sicherheit regelmäßig.

Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Lysefjord und die umliegenden Berge. Einfach fantastisch und wieder mal sehr beeindruckend, was die Natur hier hingezaubert hat.

Tag 29: Eine UFO-Sichtung in Oslo

11. September 2020

Oh je. Ich bin bereits bei der letzten Station meines 2020er Skandinavien-Roadtrips angekommen.

Die Zeit verging wie im Fluge und durch die Situation rund um Corona ging alles etwas schneller voran bzw. mussten bestimmte Sachen auf irgendwann später mal verschoben werden. Egal. Ich bin jetzt in Oslo. 🙂

Aber ich möchte mir gar nicht die Stadt anschauen, da habe ich irgendwie nicht so recht Lust zu. Aber was ich sehen muss ist natürlich die Oper von Oslo.

Dieses Gebäude ist mit seiner futuristischen Architektur (Ein UFO ist gelandet!) schon etwas besonderes und sowohl außen als auch innen ganz toll anzuschauen.

Was meint ihr? Der kleine Abstecher in die Stadt hat sich in meinen Augen gelohnt. Das Ding hat schon was!

Jetzt geht es zurück nach Deutschland und es wird hier wohl für einige Zeit wieder etwas ruhiger.

Ein Fazit

Es war einfach nur ein Traum, der in Erfüllung ging!

Auch wenn Corona im Jahr 2020 die ein oder andere Hürde in den Weg legte und ich deswegen zum Beispiel Finnland fast komplett außen vor lassen musste, so schaffte ich es doch bis zum Nordkap und hatte dann sogar das Glück, dort mit Sonne ein paar schöne Stunden verbringen zu dürfen. Was will man mehr?

Es war einfach nur toll und perfekt!

Danach wollte leider das Wetter nicht mehr so recht mitspielen. Auch wenn es auf den Fotos aus Norwegen nicht so ausschaut, nach dem Erreichen des Nordkaps hatte ich keinen Tag mehr ohne Regen und die Temparaturen sanken bereits unter die 10 Grad und in der Nacht teilweise bis auf 0 Grad. Das war ziemlich feucht und kühl im Zelt und auch im Auto. 😉

Ich musste sogar ein geplantes Highlight absagen. Wegen Schneeregen (Anfang September!) konnte ich nicht in der geplanten Zeit zur Trolltunga wandern. Darauf hatte ich mich sehr gefreut. Aber nun gut, so gibt es zumindest einen Grund, noch einmal in diese Gegend zurückzukehren, oder?

Insgesamt verbrachte ich also etwas weniger Zeit in Skandinavien als geplant. Aber die Zeit, die ich dort hatte, war sehr schön und die Erlebnisse werden nun für immer ein Teil von mir sein.

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßt Ingo.


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