:: 19.03.2025 bis 27.03.2025 – Fès, Marokko ::
Fès bildet zusammen mit Marrakesch und Casablanca wohl dieses berühmte Dreieck aus Städten, das jeder Marokko-Besucher gesehen haben muss, oder? Viele schwärmen dann von Fès als der schönsten Stadt der drei.
Nachdem ich nun selbst einige Zeit hier verbracht habe, weiß ich nicht wirklich, warum sich diese klare Meinung so bildet.
Ja, es ist nett hier, aber ob man Fès oder Marrakesch vorzieht, ist wohl wirklich nur eine Frage der persönlichen Vorlieben. Beide Städte ähneln sich sehr, nur Casablanca sticht aufgrund des Großstadtflairs heraus, aber nicht unbedingt positiv.
Unabhängig davon, wie man es sieht, ist Fès auch nett zu erkunden und in der Medina kann man sich mal wieder wunderbar verlaufen.


























Außerdem gibt es hier die größte Gerberei und Färberei Marokkos. Dazu gleich noch mehr. Spoiler: Schade, dass man keine Gerüche an die Bilder anheften kann. Ha ha!
Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist das Bab Boujloud, auch das blaue Tor genannt. Lustigerweise ist es nur auf der Seite blau, die man sieht, wenn man durch das Tor in die Medina hineingeht. Geht man hingegen nach draußen, sieht man es grün leuchten.
Das Blau symbolisiert dabei die Stadt Fès, die für ihre kobaltblauen (Fès-blauen) Keramiken berühmt ist.
Das Grün symbolisiert hingegen den Islam, da Grün traditionell die Farbe des Propheten Mohammed und des Paradieses im Koran ist.
Es ist auf jeden Fall lustig, wenn man zuerst das Tor in Grün sieht und sich fragt, was das soll. Oder man dreht direkt um und sucht weiter, weil man denkt, am falschen Tor zu sein. Ha ha!





Die Medina gehört übrigens zum Weltkulturerbe. Aber auch da geben sich Fès und Marrakesch nichts, denn auch die Medina von Marrakesch gehört dazu, genauso wie die von Tétouan und Essaouira.
Eine Attraktion der etwas anderen Art in Fès ist die Chouara-Gerberei, die größte noch in Betrieb befindliche Gerberei, die sich mitten in der Medina befindet.
Wenn man sich in Richtung der Gerberei bewegt, wird man schon frühzeitig von jungen Marokkanern angesprochen, die einem den Weg zeigen wollen. Ihr Ziel ist es, dich in eines der Geschäfte in der Umgebung der Gerberei zu dirigieren.
Wenn man ohne Guide unterwegs ist, ist das die beste Möglichkeit, sich die Gerberei in Ruhe anzuschauen. Viele der Geschäfte haben nämlich Balkone zum Innenhof hin, von denen aus man eine Weile das Treiben verfolgen kann.
Natürlich wollen sie dir irgendwann ihre Waren zeigen und etwas verkaufen. Zum Glück war das aber nie so aufdringlich, wie ich befürchtet hatte. Ich konnte in Ruhe meine Fotos machen und die Leute beobachten.
Kaufen musste ich nichts, es wurde kein Druck aufgebaut. Man hat mich nur mehrmals gefragt und mir das ein oder andere Kleidungsstück oder Gegenstand vor die Nase gehalten.
Tja, das gehört halt dazu, aber dafür war die Begutachtung der Gerberei kostenlos. Immerhin!














Krass war der Gestank. Zwar wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass keine Chemikalien, sondern beispielsweise Vogelkot zum Bleichen genutzt werden, aber ehrlich gesagt habe ich da meine Zweifel. Es hat ordentlich nach Chemie gestunken.
Zum Glück bekommt man ein paar Minzblätter, die man sich vor die Nase halten kann. Das hat echt geholfen. Cool!
Das war auf jeden Fall mal etwas anderes als die üblichen „Sehenswürdigkeiten” und wenn man in Fès ist, sollte man es sich unbedingt anschauen.
CU Ingo.








