:: 21.03.2025 – Von Fès nach Chefchaouen ::
Heute geht es zum ersten Mal mit dem Bus weiter. Bevor ich mir dann für ein paar Tage einen Mietwagen schnappe, um über das Atlasgebirge in die Sahara zu fahren, geht es erst einmal für ein paar Tage nach Chefchaouen. Die Stadt wird auch die blaue Stadt oder blaue Perle genannt. Warum dem so ist, werde ich mir mit eigenen Augen ansehen.
Da es keine Zugverbindung dorthin gibt, geht es, wie gesagt, zum ersten Mal hier in Marokko mit dem Bus weiter. Dafür habe ich mir ein Busunternehmen im Internet gesucht, das ein paar gute Bewertungen aufzuweisen hat, und bin auf CTM gestoßen.
In Marokko gibt es leider viele billige Busunternehmen, die in Bezug auf Sicherheit einen zweifelhaften Ruf haben, da sie veraltete Technik und verantwortungslose Fahrer einsetzen. Lieber etwas mehr ausgeben und sicher ankommen, oder?



Eines Vormittags mache ich mich mit dem Taxi (40 MAD, ~3,80 EUR) auf den Weg zur Busstation, die in einem Stadtteil von Fès liegt, den man als Tourist sonst wohl eher nicht zu Gesicht bekommt.
Aber keine Angst, in Marokko muss man sich um die Sicherheit keine großen Sorgen machen, was sehr angenehm ist. 😉
Das Ticket konnte ich vorab online buchen. Es hat mich ca. 10,50 EUR für die rund 200 Kilometer gekostet. Dass der Bus dafür trotzdem über 4 Stunden braucht, wusste ich da noch nicht, was am Ende aber auch keinen Unterschied macht.
Jetzt muss ich mich nur darum kümmern, dass ich weiß, wo und wann der Bus abfährt, und dass ich ein paar Snacks für die Fahrt besorge. Vor Ort bekomme ich relativ problemlos ein paar Waffeln, eine Pepsi Lemon und ein großes Wasser. Passt!
Gegen 13 Uhr geht es endlich los und ich kann die Fahrt entspannt mit ein paar Podcasts auf den Ohren genießen, denn der Busfahrer fährt, wie erhofft, vernünftig. Deswegen und auch, weil der Bus modern und sauber ist, gibt es von mir einen Daumen hoch für CTM. Die kann ich hiermit direkt mal empfehlen.
Wir machen zwischendurch eine Pullerpause, sonst passiert auf der Fahrt nichts.



In Chefchaouen angekommen, muss ich ein gutes Stück zu meinem Riad laufen. Dabei erkenne ich schon, warum die Stadt die blaue Stadt genannt wird. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag.
Am Ort, den mir Google Maps als Adresse für das Riad anzeigt, angekommen, gibt es keinen Eingang. Der muss irgendwie auf der anderen Seite dieser Häuserwand sein. Aber wie komme ich da hin?
Ich schaue mich um, spreche einen Einheimischen an und frage ihn nach dem Hotel Nisrine. Er sagt, ich solle ihm folgen, aber ich versuche ihm klarzumachen, dass er nicht mitkommen soll, sondern mir nur kurz die Richtung zeigen soll. Ich weiß nämlich auch, dass ich nur große Banknoten dabei habe und er wird auf jeden Fall am Ende nach Geld fragen.
Das ist mir zu 100% klar und das wird bestimmt in einer Diskussion enden, bei der am Ende eine Seite, er oder ich, unzufrieden mit der Situation sein wird. Argh!
Ich versuche mehrmals, ihm klarzumachen, dass ich alleine gehen möchte und kein Geld habe, aber er läuft einfach mit mir mit und ignoriert mich. Nach ca. 3 Minuten und 200–300 Metern durch ein paar verwinkelte Gassen stehen wir vor dem Hotel Nisrine.
In der Zwischenzeit habe ich nachgeschaut, welche Münzen ich noch habe. Leider sind es nur 3 MAD (~0,30 EUR). Abgesehen davon, dass ich mittlerweile weiß, dass Einheimische unter sich für solche Gefälligkeiten oft 1 MAD als Dank geben, finde ich 3 MAD natürlich auch wenig. Mehr habe ich aber nicht. Wenn ich den 100-MAD-Schein (~10 EUR) zücke, sehe ich davon nichts wieder.
Es ist wieder einmal eine blöde Situation, denn man sieht sofort, wie unzufrieden er ist. Hier erlebe ich dann leider auch zum ersten Mal in Marokko, dass jemand unfreundlich wird und mit Beschimpfungen reagiert, die ich zum Glück nicht verstehe.
Gut, das macht es mir einfacher, mich umzudrehen und einfach zu gehen. Wer mich beschimpft, bekommt keine Aufmerksamkeit von mir. So einfach ist das. Mund abputzen und weiter, hat mein alter Fußballtrainer immer gesagt. Also weiter!
Im Riad bzw. Hotel Nisrine angekommen, muss ich kurz warten, bis ein älterer Herr erscheint und den Check-in mit mir erledigt. Danach kann ich direkt auf mein Zimmer (~13,85 EUR/Nacht im Doppelzimmer ohne Frühstück) gehen und meine Sachen in die Ecke stellen.
Dann mache ich mich direkt wieder auf den Weg und drehe eine erste Runde durch Chefchaouen. Es ist bereits später Abend und ich bin hungrig. In einer der Gassen finde ich ein nettes, kleines Lokal, das ein Tagesmenü anbietet. Ich entscheide mich für Couscous mit Gemüse, eine dieser typischen Linsensuppen und Tee.
Dazu nehme ich noch einen Lemon Juice und bin zufrieden und satt. Es war sehr lecker, aber nicht so günstig. 105 MAD (~10,00 EUR) ist jetzt nicht übermäßig teuer, aber die meiste Zeit war es bisher günstiger. Normalerweise sind Couscous und diese Suppe nämlich zwei der günstigsten Gerichte, die man in Marokko findet.
Aber egal, ich bin, wie gesagt, satt und zufrieden. Chefchaouen ist auch ein sehr touristisches Örtchen (vor allem hat es hier hunderte chinesische Touris) und deswegen wohl teurer als woanders. Kein Problem!
Dann geht es direkt zurück zum Riad, denn hier ist eine Sache anders: Es ist ziemlich kalt und feucht. Chefchaouen liegt ca. 500–600 Meter über dem Meeresspiegel an den Ausläufern des Atlasgebirges, wenn ich mich nicht komplett irre. Das merkt man an den Temperaturen. Außerdem hat sich für die Tage meines Aufenthalts hier auch noch starker Regen angekündigt.
Deshalb freue ich mich in der Unterkunft auf eine heiße Dusche und dann geht es direkt ab ins Bett. Ich nehme alle Decken, die ich finden kann, und dann wird es schon irgendwie gehen, denn eine Heizung gibt es hier natürlich nicht.
Aber gut, irgendwie wird es schon gehen. Ab morgen kann ich dann mit der Erkundung von Chefchaouen beginnen.
CU Ingo.



