Weltreise Step #22: Auf nach Berat

Nach Berat 2022 Titel

:: 02.08.2022 – Von Tirana nach Berat ::

Nach 2 Wochen Faulenzertums (Gibt es das Wort?) in Tirana bin ich soweit ausgeruht, dass es mich wieder vorwärts treibt. Es geht nach Berat, einer über 2.000 Jahre alten Stadt in Zentralalbanien, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Da ich kein Ticket habe, muss ich auch nicht zu einer bestimmten Zeit am Bus sein. Ich bemerke den ersten Vorteil dieser albanischen Herangehensweise. Vielleicht werden wir ja noch Freunde? Mhhh…

Also lasse ich mir Zeit, frühstücke spät und gehe noch für 1-2 Stündchen in mein Lieblingscafé hier in Tirana. Dann kann ich mich auch gleich noch von den Leuten dort verabschieden. Die kennen mich ja mittlerweile.

Als das erledigt ist, geht es mit dem Stadtbus zum „Terminali“. Ich weiß ja jetzt, wie es läuft. Weißer Bus und so.

Es ist ein brauner Bus dieses Mal.

Das machen die bestimmt mit Absicht, nur um mich zu ärgern. Aber das „Terminali“ fragend in die Runde rufen hilft sehr. Man bekommt immer von irgendjemanden ein Zeichen, ob das jetzt der richtige Bus ist oder nicht. Total easy, wenn man sich einmal darauf einlässt.

Am Busbahnhof suche ich den Bus nach Berat auf der (immer noch) analogen Anzeigetafel. Ich verstehe es nicht ganz, aber glaub Steig 10. Ich gehe in die Richtung.

Noch bevor ich in die Nähe von Steig 10 komme, ruft schon jemand laut „Berat! Bus Berat!“. Ich gebe ihm ein Zeichen, er winkt mich heran und läuft schnurstracks auf einen Bus zu. An dem steht, so wie es sich gehört, vorne groß Berat. Das gefällt mir.

Der Mann ist leider ziemlich hektisch unterwegs und ich solle doch bitte schnell einsteigen. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich 2 Minuten brauche für mein Gepäck. Der Mann verschwindet und dafür kommt der Busfahrer und steht die 2-3 Minuten, die ich zum Verstauen meines Gepäcks benötige, neben mir und schaut mir zu.

Naja, zumindest ist der Geselle hier nicht hektisch. Und das Beste? Er will kein extra Geld von mir fürs Gepäck. Endlich hat die Abzocke ein Ende. Juhu!

Als ich einsteige, wäre ich am liebsten gleich wieder ausgestiegen und hätte auf den nächsten Bus gewartet. Glaub die fahren alle Stunde, oder? Denn der Bus hier ist voll!

Nein, nicht schon wieder!

Es ist genau ein Platz frei. Ganz vorn. Erste Reihe. Neben einer jungen Frau.

Diese macht Platz, so dass ich ans Fenster muss, anstatt mich am Gang sitzen zu lassen. Das wäre um Längen bequemer. Ich überlege kurz, sie darum zu bitten, aber die Beinfreiheit ist nicht annähernd so schlimm, wie es in der letzten Reihe im Bus nach Tirana war. Also lasse ich es. Es wird schon gehen.

Die Entfernung sind nur 70 Kilometer, wobei der Bus einen Umweg über die Autobahn fährt, da das schneller geht. Ich plane so mit 2 Stunden Fahrt, was am Ende 3 Stunden werden. Ich halte es irgendwie ganz gut aus.

Der Bus hält unterwegs mehrmals an, um weitere Leute mitzunehmen. Diese stehen dann im Gang, bis sie wieder aussteigen.

Außerdem halten wir oft, um mitten in der Pampa ein Paket abzugeben. Das läuft dann so, dass der Busfahrer 5 Minuten vorher anruft, und ja, der telefoniert beim Fahren inkl. Nummer vom Zettel abtippen und Schlangenlinie dabei fahren, und ein Typ irgendwann am Straßenrand steht, etwas Geld rüberschiebt und im Austausch einen Plastikbeutel mit Namen drauf ausgehändigt bekommt.

Kasia hatte mir davon mal erzählt gehabt, dass es so ein System auch in Polen gab bzw. noch gibt. Faszinierend, das mal live mitzuerleben.

Der Fahrstil des Busfahrers ist, vom Telefonieren beim Fahren mal abgesehen, erfreulicherweise ausgesprochen ruhig. Das liegt aber wohl vorrangig auch daran, dass schon ziemlich am Anfang der Fahrt der Bus in eine Polizeikontrolle geraten ist und der Fahrer wohl mit einem blauen Auge vor irgendwas davongekommen ist. Ich bin auch ziemlich sicher, dass ein paar Scheine den Besitzer gewechselt haben.

Die genauen Details werde ich leider nicht erfahren, aber es soll mir an der Stelle recht sein. So sollten alle Busfahrten ablaufen. Schön ruhig und gesittet!

Irgendwann kommen wir in Berat an. Die Busstation liegt ca. 3 Kilometer außerhalb und ich entscheide mich zum Hostel zu laufen. 38 Grad. Volles Gepäck. Yes we can!

Die Stadt kommt mir leer und verwaist vor, aber wahrscheinlich trügt das nur. Es ist Nachmittag und in Albanien passiert zwischen 12:00 und 18:00 Uhr nicht viel. Das habe ich bereits gelernt.

In der Altstadt im Stadtteil Mangalem angekommen, kann ich gleich mal die Häuser bewundern, die dem Ort den Beinamen „Stadt der 1.000 Fenster“ gegeben haben. Das sieht schon echt schön aus hier, oder?

Nach Berat_4

Mein Hostel, welches direkt Hostel Mangalem heißt, befindet sich hier in einem dieser alten Häuser. Da bin ich mal gespannt, wie das wird und was ich hier in Berat alles erleben werde.

CU Ingo.


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