Hanoi: Zurück im urbanen Dschungel

Auszeit , Hanoi , Vietnam Apr 09, 2018 No Comments

Hanoi

Wir sind im Norden, in der Hauptstadt Vietnams angekommen und freuen uns, Hanoi zu erkunden. Sehr viele Besucher und Touristen der Stadt äußern sich in ihren Berichten, Blogs und Vlogs, die wir gelesen und angeschaut haben, ziemlich negativ über diese Stadt.

Natürlich ist alles eine Sache des individuellen Geschmacks. Vielleicht soll man manchmal die Erwartungen nicht zu hoch setzten, dann wird man nicht so leicht enttäuscht 😉 …

Wir haben natürlich beschlossen, uns wie fast immer eine eigene Meinung zu bilden und persönliche Erfahrungen mit der fast schon 7 Millionen Metropole Hanoi zu sammeln. Wie ihr bereits wissen solltet, wir bzw. ich insbesondere mag ja Großstädte.

Ankunft in Hanoi

Nach einer ca. 2 stündigen Fahrt mit dem Zug von Ninh Binh sind wir ausgeruht und bei tollem Wetter, weil schöne 34 Grad, in Vietnams Hauptstadt Hanoi angekommen. Aus dem Zug ausgestiegen, gleich ein Grabtaxi bestellt und in kurzer Zeit in unsere Airbnb* Unterkunft für die nächsten 2 Nächte angekommen. Easy!

 

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Wir dachten, nach der Familie im Sierra Homestay in Ninh Binh kann die Herzlichkeit und Freundlichkeit niemand mehr toppen. Und doch es geht und das noch besser!

Wisst ihr, so viel Sympathie, Freundlichkeit, liebevollen Umgang unter Menschen und das auch mit Fremden, haben wir in den letzten Jahren in Europa nicht erlebt, wie in diesen Wochen auf Reisen durch Südostasien. Und glaubt uns, wir machen immer, ob auf Reisen oder Zuhause fast nur ausschließlich gute Erfahrungen mit Menschen und dessen Begegnungen. Aber Vietnam übersteigt im Moment jegliche Vorstellung und unsere bisherige Erfahrung.

Die liebevolle Familie Nguyen war grade zu Tisch, als wir eingetroffen sind und sie hatten auch noch Besuch von jemandem aus ihrer Familie. Nachdem wir uns im Zimmer ein wenig eingerichtet hatten, wurden wir von unseren Gastgebern herzlich eingeladen, mit ihnen zu Mittag zu essen. Das hatten wir noch nie erlebt. Das gemeinsame Essen entwickelte sich zu einem gemütlichen und wundervollen Beisammensein. Beide sprechen ein wunderbares lustiges Englisch und Herr Nguyen spricht auch noch sehr gut Deutsch, da er mehrere Jahre in Deutschland verbrachte. Wir führten gute Gespräche, begleitet von viel Humor 🙂 … Sie haben auch noch eine kleine süße Tochter, die knapp ein Jahr alt ist. Es war ein sehr besonderes Erlebnis und ein wundervoller Nachmittag mit der Familie Nguyen. Danke!

 

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Nach Speis und Trank begaben wir uns in die Stadt. Unser Gastgeber bestellte uns ein gratis Taxi über Uber, er hatte wohl noch eine Promotion übrig oder so, und wir sind an einem Ticketoffice abgeladen worden. Denn wir waren schon gedanklich bei der Planung der nächsten Tage und Orte, nämlich noch weiter in den Norden nach Sa Pa.

Wir nahmen direkt die erste Agentur und kauften Tickets nach Sa Pa und auch gleich noch für die Bootstour durch die Ha Long Bay. Beruhigt ob der nächsten Reiseziele konnten wir uns jetzt entspannt auf die Hauptstadt konzentrieren.

Die Stadt Hanoi

Die nach Ho-Chi-Minh-Stadt zweitgrößte Stadt Vietnams mit ihren etwas unter 7 Millionen Einwohnern ist sie die älteste unter den bestehenden Hauptstädten Südostasiens. Belegt ist sie in ihrem Gründungsjahr 1010 als Zitadelle Thang Long.

Der Name Hanoi bedeutet wörtlich Stadt innerhalb der Flüsse, der nichts weiter als eine geographische Lage bezeichnet. Denn die Stadt liegt am Delta des Roten Flusses.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Hanoi immer wieder von Invasoren erobert, verlor dabei auch seinen Status als Hauptstadt und wurde mehrfach umbenannt.

Hanoi während der langen Kriegszeit

1873 wurde Hanoi von den Franzosen erobert und von 1883 bis 1945 war die Stadt das Verwaltungszentrum der Französisch-Indochina Kolonie. Die Franzosen errichteten in der Zeit eine moderne Verwaltungsstadt. Sie legten breite baumgesäumte Alleen mit Oper, Kirchen, öffentlichen Bauten und Luxusvillen an und das alles im treuen französischen Kolonialstil. Dabei zerstörten sie aber auch große Teile der ursprünglichen Stadt, schütteten Seen und Kanäle zu. Zitadellen und Kaiserpaläste fielen der Vernichtung ebenfalls zum Opfer.

Während des zweiten Weltkrieges, von 1940 bis 1945, war Hanoi von Japan besetzt. Im September 1945 rief Hồ Chí Minh hier die Demokratische Republik Vietnam (Nordvietnam) aus mit Hanoi als Hauptstadt.

Zwischen 1946 und 1954 war die Stadt heftiger Kämpfe zwischen Franzosen und den Việt Minh im Indochina Krieg ausgesetzt.

Zwischen 1966 und 1972 wurde Hanoi während des Vietnamkriegs von Amerikanern stark bombardiert. Allein zum Weihnachtsfest 1972 trafen 40.000 Tonnen Sprengstoff die Stadt und zerstörten diese zu 25 Prozent.

Seit der Wiedervereinigung des Landes 1976 ist Hanoi die Hauptstadt von ganz Vietnam.

Die Stadt wirkt trotz ihrer Größe ziemlich kompakt. Die Altstadt und ihre Sehenswürdigkeiten sind sehr gut auch zu Fuß erreichbar.

Zum Abend nimmt der Verkehr zu und die Altstadt erleidet ihren täglichen Verkehrsinfarkt. An den Kreuzungen scheint sie auch gleich zu ersticken. Die Autos pressen die Motorroller zur Seite und die Motorroller suchen jede noch so kleine passende Lücke, um vorwärts zu kommen. Egal wie oder in welcher Richtung. Für uns sieht es nach Chaos aus, aber es funktioniert.

Lärm, Abgase und die mit ihren Holzstäbchen schaufelnde Nudelsuppe Poh, Poh Bo (mit Rind) oder Poh Ga (mit Hühnchen) Menschen prägen Hanoi jeden Tag aufs Neue.

Was uns aufgefallen ist, dass die Autofahrer hier gegenüber den die Straße überquerenden Fußgänger etwas rücksichtvoller sind als in Ho-Chi-Minh-Stadt, dafür die Rollerfahrer beachten einen kaum oder gar nicht. Aber das ist unser rein subjektives Empfinden.

 

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Habt ihr ähnliche Erfahrungen und dasselbe Gefühl zum Verkehr in Hanoi im Vergleich zu Ho-Chi-Minh-Stadt gehabt? Schreibt uns gern eure Kommentare dazu!

Es wird aktuell auch an einem U-Bahn System mit fünf Linien gebaut. Dieses soll bis 2020 vollständig in Betrieb genommen werden. Wir sind gespannt, ob und wie sich das auf den Verkehr in der Stadt auswirken wird. Ob die leidenschaftlichen Rollerfahrer ihre Mopeds in der Garage dann auch altern lassen werden?

Hanoi und seine Sehenswürdigkeiten

Was gibt es in Hanoi tolles zu sehen? Einiges. Wir hatten auch einen Plan und arbeiteten uns eine Strecke für zu Fuß aus 😉 …

Unseren „Spaziergang“ durch die Hauptstadt Vietnams begannen wir mit dem einzigartigen Viertel der 36 Gassen.

Das Viertel der 36 Gassen

Hanoi ist eine Stadt mit einer langen Geschichte. Bereits zur Zeit der Stadtgründung war die heutige Altstadt ein wichtiges Handelszentrum. Sie ist das Herz von Hanoi. Wie in einem Ameisenhaufen wuseln die Menschen über die schmalen Straßen und die noch engeren Gassen. Geschäft an Geschäft. Das Viertel wird auch als 36 Gassen bezeichnet, weil sich hier im 13. Jahrhundert 36 Gilden ansiedelten. Das ist an den Straßennamen ablesbar, die nach den Waren benannt worden waren, die es damals zu kaufen gab. So arbeiteten die Hutmacher in der Hang Non Straße, während in der Hang Vai Straße die Schneider lebten.


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Diese Straßennamen haben zwar bis heute überlebt, jedoch die angebotene Ware hat sich teils stark verändert. Und demnach müssten einige Straßen umbenannt werden, weil nur noch Souvenirs für Touristen in der Auslage liegen, von kunstvoll bis kitschig gestalteten Buddhafiguren bis hin zu gefälschten Markenkleidern. Aber die alte Tradition bleibt für die Bewohner eine feste Größe, wenn auch nur aus sentimentalen Gründen.

Eine zweite Besonderheit dieser Gegend ist …

… das Wohnen auf den Gleisen

Wie geht denn das, fragt ihr euch sicherlich. Die Asiaten würden wohl eher fragen, wie geht das denn nicht 🙂 ?

Es ist halt ein Viertel in der Altstadt, wo die aktiven Bahnstrecken von Ho-Chi-Minh-Stadt (im Süden) und nach Lao Cai (im Norden an der chinesischen Grenze) verlaufen.

Leider gibt es unter der Woche kaum Züge am Tag, sodass uns Fotos bei diesem Trip vorenthalten blieben. Schade! Es gibt einen in der Früh (mit dem sind wir angekommen) und einen abends um 19 Uhr. Beim nächsten Mal planen wir besser!

 

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Das Besondere ist, dass die Gleise extrem dicht zwischen den Wohnhäusern gelegt worden sind oder eben umgekehrt, dass die Häuser direkt an den Gleisen gebaut wurden. Und die sind alle noch bewohnt und die Bewohner lassen sich nicht stören und leben ihren Alltag. Da wird der Friseursessel halt direkt auf die Gleise gestellt und beim Herannahen eines Zuges schnell mal beiseite geräumt. Ist der Zug vorbeigefahren, kommt der Stuhl auch gleich wieder auf die Gleise. Ganz normal, oder?

Auch die Touristen machen auf sie keinen besonderen Eindruck mehr. Das ist verständlich, wenn vermutlich jede Stunde eine Touristengruppe oder auch einzelne Besucher sich hier her verirren.

 

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Es ist unglaublich, wie sich die dort lebenden Menschen ihr Leben organisieren und damit arrangieren. Sehr beeindruckend und eine total andere Welt.

Das Opernhaus von Hanoi

Unsere nächste sehr beeindruckende und kulturelle Station war die Oper von Hanoi.

Das Hanoi Opernhaus wurde, wie viele der imposanten und kulturellen Bauwerke hier, in der französischen Kolonialzeit zwischen 1901 und 1911 erbaut. Es ist dem Palais Garnier, dem älteren der beiden Pariser Opernhäuser, nachempfunden und ist eines der architektonischen Wahrzeichens Hanoi geworden. Es ist ein wunderschönes und prächtiges Gebäude.

 

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Leider blieb uns auch dieses Haus verschlossen, wir haben wohl einfach kein Glück mit den Opernhäusern, und die einzige Chance, sich das Schmuckstück von Innen anzusehen, ist ein Besuch einer Vorstellung. Hätten wir nur mehr Zeit für Hanoi, hätte ich auf jeden Fall mir einen Abend mit einer Aufführung gegönnt. So verbleiben uns die Impressionen vom Foyer mit einem Blick bzw. Foto durch eine Glastür 😉 …

 

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Vielleicht führen mich eines Tages meine Wege in die Oper von Hanoi.

Die St. Joseph Kathedrale

Unser nächstes naheliegendes Ziel war die St. Joseph Kathedrale. Es ist eine neogotische Kirche aus dem späten 19. Jahrhundert. Diese dient als römisch-katholische Erzdiözese Hanoi für fast 4 Millionen Katholiken des Landes und den 400.000 Katholiken in Hanoi.

 

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Die Kirche ist die älteste Kirche in Hanoi und mit ihrem architektonischen Baustil ähnelt sie der Cathédrale Notre Dame de Paris.

Im Jahr 1954 nachdem die Viet Minh nach dem Genfer Abkommen die Kontrolle über Nordvietnam übernommen hatten, erlitt die katholische Kirche jahrzehntelange Verfolgung. Priester wurden verhaftet, kirchliches Eigentum wurde beschlagnahmt und enteignet. Auch die St. Joseph Kathedrale wurde davon nicht verschont und blieb bis zum Weihnachtsabend des Jahres 1990 geschlossen, als die Messe dort endlich wieder gefeiert werden durfte.

Das Ho Chi Minh Mausoleum

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum ist die letzte Ruhestätte des großen vietnamesischen Revolutionärs und Politikers und einer der größten Attraktionen Hanois.

Ho Chi Minh war ein vietnamesischer Revolutionsanführer und wurde nach erfolgreicher Befreiung des Landes von der Kolonialherrschaft zum Präsidenten gewählt.

Sein einbalsamierter Leichnam wird im Mausoleum aufbewahrt, das als Ho-Chi-Minh-Mausoleum bekannt ist.

Ho Chi Minh wird bis heute als Nationalheld verehrt. Bereits zu Lebzeiten genoss er den Ruf als Integrations- und Vaterfigur für viele Vietnamesen.

Nach seinem Tod am 2. September 1969 setzte der kommunistisch regierte Staat einen Personenkult ein, der bis heute anhält und mit der Einrichtung des monumentalen Mausoleums in Hanoi 1975 seinen Höhepunkt fand. Dass die Aufbewahrung und öffentliche Zurschaustellung seines Leichnams gegen den ausdrücklichen letzten Willen Ho Chin Minhs erfolgt, kümmert die kommunistische Regierung wenig. Der Revolutionär wollte, dass sein Leichnam nach seinem Tod verbrannt und seine Asche in alle Landesteile vergraben wird.

Er war ebenfalls ein großer Gegner des Personenkultes und somit war auch sein letzter Wille, keine Straßen oder sonstige andere Institutionen nach ihm zu benennen. Es wurde alles andere als sein letzter Wunsch umgesetzt, wenn wir an Saigon, das jetzige Ho-Chi-Minh-Stadt denken.

 

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Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum ist täglich für Besucher geöffnet und der einbalsamierte Leichnam kann besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind sehr kurz. Von Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 11:00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 8:00 Uhr bis 11:30 Uhr.

Ich habe gehört, dass beim Besuch der Ruhestätte sehr rigorose Anordnung herrscht. Von strengen Sicherheitskontrollen, inklusive Röntgenapparat, der auch das kleinste Gepäckstück durchleuchtet, über Fotografieverbot und natürlich bis hin zur Überwachung durch Kameras im ganzen Gelände. Auch die strenge polizeiliche Führung im Mausoleum lässt sich angeblich spüren. Und am Ende oder eher am Anfang muss man das lange Anstehen, bis man endlich reinkommt, zeitlich gut einplanen.


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Nachdem wir die Massen der vielen aus den Bussen aussteigenden Touristen erblickten, entschlossen wir uns gegen die Besichtigung des Mausoleums.

Vielleicht war es aber auch eher unser persönliches Empfinden, dies nicht tun zu wollen, weil es gegen den ausdrücklichen Wunsch von Ho Chi Minh verstößt.

Der Ba Dinh Square

Wir schauten uns dafür den sehr großen und weitläufigen Ba Dinh Square vor dem Mausoleum an. Auf diesem Platz verkündete der damalige Präsident Ho Chi Minh am 2. September 1945 die Proklamation der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Vietnam. Auf dem Ba Dinh Square befinden sich mehrere wichtigen Gebäude, darunter der Präsidentenpalast, das Außenministerium und das Gebäude der Nationalversammlung.

 

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Wir vermuten auch, dass der Platz für wichtige nationale und internationale Feierlichkeiten sowie Versammlungen genutzt wird.

Die Einsäulenpagode

Die Einsäulenpagode, auch Ein-Pfeil-Pagode genannt, ist eine der ältesten Pagoden in Hanoi, derer Anfänge auf das Jahr 1049 zurückzuführen sind. Diese Pagode ist wegen seiner außergewöhnlichen Bauart ein Wahrzeichen Hanoi geworden.

 

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Ursprünglich war sie als 3 Meter langer Holztempel auf einem Baumstamm erbaut.

Wikipedia sagt dazu: Der Legende nach erschien dem kinderlosen König Lý Thái Tông im Traum die auf einer Lotusblüte sitzende Göttin der Barmherzigkeit, Quan Âm, und überreichte ihm einen Sohn. Als er kurze Zeit später tatsächlich Vater von Lý Nhật Tôn (späterer Herrschername Lý Thánh Tông) wurde, ließ er diese Pagode aus Dank in Form einer Lotusblüte erbauen. Nachdem sie mehrfach zerstört wurde, zuletzt von den Franzosen 1954, wurde der ursprüngliche Baumstamm, der durch Fäule nicht mehr gerettet werden konnte wurde, durch eine Betonsäule ersetzt. Auf einem Betonpfeiler in der Mitte eines kleinen künstlich angelegten Sees ruht das Gebäude und ist über eine Treppe für die Gläubigen erreichbar.

Im Jahr 2014 wurde die Pagode restauriert und heute ist diese komplett für Besucher zugänglich.

Auf dem Rückweg in die Altstadt sind wir an einer anderen Pagode vorbeigegangen, derer Namen wir nicht ausfindig geworden sind. Vielleicht könntet ihr uns helfen und diese Pagode zuordnen und uns den Namen nennen? Dann kann ich nachträglich die Informationen darüber hier im Artikel ergänzen.

 

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Dann gingen wir auch an der Zitadelle von Thăng Long bzw. an den Überresten, die bis heute überlebten, vorbei.

 

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Machen wir einen kleinen Sprung in der Zeit zurück, denn auf dem Hinweg zum Ho-Chi-Minh-Mausoleum sind wir an einigen Botschaften vorbeigelaufen und die nächstgelegene des Mausoleums war die Polnische Botschaft.

Ihr fragt euch sicherlich, warum schreibe ich hier darüber? Aus persönlichen Gründen!

An der Umzäunung der Botschaft waren viele Informationstafeln mit Bildern und kurzen Beschreibungen zu vielen polnischen Städten und Sehenswürdigkeiten angebracht und recht schön präsentiert worden. Und unter den vielen Tafeln fand ich meine liebste Heimatstadt Zamość und mein Herz sprang in alle Himmelsrichtungen 🙂 !

Nach unserer Auszeit werde ich mir etwas Zeit nehmen und einen ausführlichen Artikel über mein liebstes Zamość verfassen, damit ich euch meine Heimat etwas näherbringen kann.

 

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Im Übrigen, Hanoi ist seit 2000 die Partnerstadt von Warschau.

Aber jetzt zurück zum Thema 🙂 …

Der Hoan-Kiem-See

Wir haben auch einen gemütlichen Spaziergang um den Hoan-Kiem-See gemacht, wo sich ein paar kleinere Parkanlagen befinden. An dem See treffen sich Alt und Jung, Groß und Klein, Einheimische, Fremde und Besucher, die der Stadt ein recht entspanntes Bild verleihen. Es wirkte auf uns, wie der voll verdiente Feierabend zum Ausspannen.

 

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Der See ist der berühmteste See Hanois und trennt Alt-Hanoi vom einstigen französischen Kolonialviertel. Er ist etwa 700 Meter lang und entstand als Rückstausee des Roten Flusses. Der war schon mal um einiges größer und hatte auch direkten Zugang zum Roten Fluss, wurde aber dann teilweise wieder zugeschüttet, worüber ich am Angang des Artikels kurz berichtet habe.

In der Mitte des Sees befindet sich der sogenannte Schildkrötenturm.

Die Sport- und Bewegungssüchtige Stadt

Die erwähnten kleinen Parks ziehen die Stadtbewohner, aber auch vereinzelt Touristen wie Magnet nicht nur zum Nachmittag oder abends an. Zum frühen Morgen, zu früher Stunde, wo sich Hanoi noch eigentlich im Tiefschlaf befindet, trifft man unzählige sport- und jeglicher Art bewegungslustige Menschen. So was hatten wir vereinzelt das erste und bis jetzt das letzte Mal auf Kuba, in Santiago de Cuba gesehen!

Und so erlebte man zum Beispiel eine Aerobic Gruppe, die mit ca. 40 Frauen entlang der Hauptstraße auf dem Fußweg ihre morgendliche Gymnastikstunde machten. Ein paar Schritte weiter probten junge und ältere Mädchen und Frauen ihre Choreographie beim Tanz. Dann auf dem nächsten Platz wiederum wurde eine Tanzstunde der klassischen Tänze bei Paaren dargeboten.

Zwischendurch erblickten wir immer wieder einige Jogger und Joggerinnen, die den Park kreuz und quer durchliefen. Einige Meter weiter sahen wir einen Open Air Gym Platz, wo hauptsächlich ältere Damen und Herren an ihrer Beweglichkeit und Gelenkigkeit ihrer Körper arbeiteten. Im Angebot gab es noch Yoga und Tai-Chi. Herrlich! Einfach Genial.

Faszinierend und große Lust erweckender und stark motivierender Anblick. Wir wollten am liebsten gleich mitmachen! Wirklich 🙂 …

Und wisst ihr was? Das alles fand um 6:00 Uhr in der Früh oder vielleicht noch zeitiger statt. Wir waren zwischen 6:00 und 6:30 Uhr unterwegs zu unserem Abholpunkt, von wo wir mit dem Bus weiter in den Norden fuhren, nämlich nach Sa Pa.

Aber bleiben wir noch einen Moment in der Hauptstadt. Was gibt es hier noch Besonderes?

Die maximal 2 Meter breiten Häuser

Die schmalsten Häuser ever! Zumindest in der Häufigkeit. In Hanoi, aber auch in ganz Vietnam, gibt es sehr schmale Häuser, die maximal 2 Meter breit sind. Die Tiefe oder Höhe spielt dabei keine Rolle und du kannst so hoch und so tief bauen wie du lustig bist. Es geht um die Grundsteuer, die nach der Breite eines Hauses berechnet wird. Und je schmaler das Haus, desto weniger Grundsteuer bezahlt ein Hausbesitzer. Verrückt, oder?

Und solche schmalen Häuser gibt es überall in Hanoi, aber auch in Vietnam.

 

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Wir haben auch noch schmalere Häuser gesehen, welche vielleicht weniger als 1,5 Meter breit waren. Das sieht recht lustig aus. Leider hat es für ein Foto nicht gereicht oder wir haben einfach nicht daran gedacht.

Nun, unser Aufenthalt in Hanoi neigt sich dem Ende.

Unser Fazit zur Hauptstadt Vietnams

Wir verbrachten hier 2 Nächte und hatten eine sehr schöne Zeit. Es war für uns eine angenehme Überraschung in vielerlei Hinsicht. Von der wunderschönen und vielfältigen Architektur bis zum menschlichen Aspekt. Vielleicht, um sich alle sehenswerten Orte genau anzusehen und zu besuchen, sollte man hier eine Nacht länger bleiben.

Den so positiven Eindruck hatten uns schon am Anfang unsere Gastgeber gegeben. Wundervolle Menschen und bis jetzt eine der besten Erfahrungen einer Airbnb Unterkunft auf unserer Südostasienreise. Wir können euch die liebenswerte Familie wirklich empfehlen, sollten eure Wege irgendwann mal nach Hanoi führen.

Die charmante Stadt mit ihren gemütlichen schmalen Gassen (es erinnert mich an Frankreich oder sogar auch direkt an Lissabon), wo die kleinen Straßen und Gassen mit Cafés, kleinen gemütlichen Straßenrestaurants, die aber auch als Eingang zu privaten Häuser dienen und voll mit Menschen und ihrem Handwerk gefüllt und belebt werden.

 

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Natürlich gab es auch hier die typischen Merkmale einer Millionen Metropole, vor allem einer Asiatischen, die mit ihren Schwächen täglich zu kämpfen hat. Der belästigende Lärm von den unzähligen Baustellen und Autos sowie Mopeds. Der Geruch und die stickige Luft vom Straßenleben und dem wilden Verkehr. Die ständig diesige und erschwerte Sicht sowie des Atems als Nebeneffekt der Abgase. Ja irgendwie fehlte uns hier seit geraumer Zeit der blaue Himmel. Der Himmel war bis jetzt immer mit einer Schicht von Wolken bedeckt, als wenn da oben auch ständig neblig wäre. Ja, vom Smog kann man ruhig sprechen.

Dann gab es auch hier natürlich sichtbare soziale Gegensätze. Aber was uns in Hanoi aufgefallen war, es gab nur sehr wenig bettelnde Menschen auf den Straßen zu sehen. Und wir, wie ihr wisst, sind die meiste Zeit zu Fuß unterwegs. Ob viel in den nicht touristischen Gegenden oder ob mittendrin im Zentrum des Tourismus, es sind uns nur wenige Menschen über den Weg gelaufen, die direkt nach Geld fragten, also bettelten. Vielleicht wird das in diesem System wenig sichtbar gemacht? Wer weiß.

Wir beenden unseren Aufenthalt in Hanoi mit einem positiven Bild, schönen Erlebnissen und wir sind nicht abgeneigt, eines Tages hierhin zurückzukehren.

Es geht weiter

Jetzt heißt es sich sammeln, Rücksäcke packen und auf die nächste Busfahrt vorbereiten und weiter geht es!

Uns erwartet eine ca. 6 stündige Busfahrt ins 350 km nördlich von Hanoi entfernte Sa Pa. Wir reisen ins Reich der Reisterrassen und dem Ursprung einiger ethnischer Minderheiten in Vietnam, den Bergstämmen der Hmong, Dao und Tay. Wir freuen uns schon sehr auf die Landschaft und auf Wanderungen durch die bergige Umgebung.

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßen Ingo & Katarzyna.

 

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