Weltreise Step #40: In Kalpitiya

Kalpitiya 2022 Titel

:: 16.11.2022 bis 20.11.2022 – Kalpitiya, Sri Lanka ::

So. Da bin ich also irgendwo im Nirgendwo an der Westküste in Sri Lanka und was mache ich nun hier? Lange schlafen. Spät frühstücken. Spazierengehen an kilometerlangen einsamen Sandstränden. Und einfach nur chillen. Klingt das gut?

Oh ja, das klingt richtig gut!

Auch wenn Reisen Spaß macht und unheimlich bereichert, so ist es doch auch oft kräftezehrend. Vor allem, wenn man größere Städte besucht. Zumindest empfinde ich das so.

Also mache ich jetzt mal ein paar Tage Urlaub und erhole mich vom Reisen.

Die Unterkunft ist gemütlich und auch wenn mich die erste Nacht die Mücken lange wachgehalten haben, nachdem ich dieses Mückenverscheuchdingens entdeckt habe und nutze, passiert mir das nicht wieder.

So schlafe ich bis 10 Uhr und gehe noch im Halbschlaf zum Frühstück. 😀

Das ist inkl. im Preis der Unterkunft und besteht in der Regel aus Obst (ich liebe Papaya), 1-2 Brötchen mit Gemüse (Tomate etc.) oder Ei und dann Toast mit Butter und Marmelade. Also kein Sri Lankan Frühstück, sondern eher das traditionelle Continental Breakfast, wie man so schön sagt.

Dazu kann ich zwischen Kaffee und Tee wählen und nehme am 1. Tag wie selbstverständlich den Kaffee. Oh Boy! Das lasse ich die nächsten Tage mal lieber.

Keine Ahnung was das ist, aber Kaffee eher nicht. Glaub löslicher Kaffee soll es sein, aber selbst der schmeckt in der Regel besser. Was für eine Plärre.

Also wird es die anderen Tage Tee, aber leider auch nur 0815 ein Aufguss mit dem Beutel. Dachte in Sri Lanka gibt es eine Teekultur, aber da bin ich wohl leider falsch informiert.

Der Tee schmeckt aber trotzdem, denn die Marke „Dilmah“ kommt aus Sri Lanka und ist echt gut. Außerdem ist deren Tee hier extrem günstig, wobei man aber auch teuren Premium-Tee im Sortiment finden kann.

Ein kleines Problem hier sind die Fliegen, die sich seltsamerweise nur auf das Toastbrot stürzen. Echt penetrant, aber nur in dem Moment. Den Rest des Tages merkt man davon nichts. Zum Glück, das wäre sonst sehr nervig!

Nach dem Frühstück frage ich, wo und wie es am besten zum Strand geht. Lt. Google sind es 2-3 Kilometer, je nach Weg. Das würde ich laufen wollen…

…oder ich frage nach einem Fahrrad, denn das war lt. Beschreibung der Unterkunft eine Option.

Also frage ich und ja, in der Regel kann ich ein Fahrrad haben, aber es ist gerade nicht da. Scheinbar hat es sich gerade jemand von den Nachbarn geliehen.

Gedanklich bereite ich mich schon auf Laufen vor, als Anushka mir einfach so sein Motorrad anbietet. Ui, das ist aber nett. Dann nehme ich doch sehr gern das Motorrad.

Kein Roller, sondern ein richtiges Motorrad mit manueller Schaltung. Wann bin ich denn so etwas das letzte Mal gefahren? Mhhh muss ewig her sein.

Ich sag natürlich, ich kann das und fahre etwas ruckelig los. Peinlich! Ist aber wirklich nur die ersten Meter so, danach hab ich den Dreh sehr schnell wieder raus.

Scheinbar vergisst man Motorrad fahren nicht einfach wieder so, auch wenn das letzte Mal bereits Jahrzehnte her ist.

Damit düse ich zum Strand und parke neben einem alten halbzerfallenen Haus. Wie sich später herausstellt, ist dies eine kleine, alte, aber noch in Betrieb befindliche Moschee direkt am Strand. Interessant!

Nachdem ich mir das Gebäude ein wenig angeschaut habe, laufe ich in nördlicher Richtung den Strand entlang. Morgen werde ich die südliche Richtung erkunden.

Es ist in der Tat sehr einsam hier und die Sandstrände sind kilometerlang.

Schön ist auch, dass es direkt am Strand fast keine Bebauung gibt. Nur 2-3 Strandhütten, die in der Saison vielleicht auch offen und in Benutzung wären. Jetzt ist alles geschlossen und es sieht etwas verfallen und trostlos aus.

Dadurch das alles geschlossen ist, kann ich mir hier aber leider auch keine Kokosnuss kaufen. Dabei ist Sri Lanka ja für seine King Coconut bekannt und Kokosnusswasser ist super gesund. Schade!

Am Strand entdecke ich Fischerboote, ein paar tote Fische und anderes Getier, was wohl vom letzten Fang liegen geblieben ist, ein paar streunende Hunde, die aber friedlich sind, und auch lebendes Getier, wie die immer wieder lustig anzuschauenden Krabben.

Die Krabben erwischt man am besten dann, wenn man einfach ein paar Minuten still stehen bleibt. Denn wenn man hinläuft zu einer, dann flüchtet sie entweder ins Meer oder gräbt sich in den Sand ein.

Und die sind echt schnell. Keine Chance näher ranzukommen auf normalen Wege, aber einfach stehen bleiben und etwas länger warten funktioniert.

So bin ich ca. 60-90 Minuten am Strand unterwegs und wäre wohl noch länger geblieben, aber ich habe mir selbst dieses Limit gesetzt, um nicht in die Gefahr eines Sonnenbrandes zu laufen. Sprichwörtlich.

Ja, ich hab zwar Sonnencreme mit und nutze sie von Zeit zu Zeit auch, wenn es nicht anders geht, aber wenn ich es vermeiden kann, dann lieber nicht. Wer mag schon Chemie auf seiner Haut und einen natürlichen Sonnenschutz baut man so über die Zeit ja leider auch nicht auf.

Also lieber ohne und dafür auf die Zeit geachtet. 😉

Was man zum Strand hier noch sagen muss ist, es ist an vielen Ecken doch ordentlich dreckig und Plastik liegt überall rum. An manchen Stellen sieht man, dass scheinbar regelmäßig der Müll gesammelt wird, aber es ist zu wenig. Ob das während der Sasion besser ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Plastik ist leider an vielen Stränden in Asien ein Problem.

Zurück in der Unterkunft chille ich im Zimmer bei offener Tür & offenen Fenstern und genieße den Blick auf die Palmen und das Rauschen der Blätter. Zwischendurch gibt es dann auch noch eine Kokosnuss, die Anushka mir besorgt hat. Die wachsen hier ja einfach so auf dem Gelände.

Später am Abend gibt es erneut ein Veggie-Curry in leicht abgeänderter Variation. Schon wieder extrem lecker.

Danach habe ich mich eigentlich auf die letzten Folgen von „The Walking Dead“ und „Andor“ bei Disney+ gefreut, aber leider ist das Internet zu langsam und auch wenn YouTube noch halbwegs funktioniert, Disney+ schafft es nicht. Oh je.

Dann bleibt nur YouTube zum Abend und rechtzeitig Schlafen gehen.

Aber nicht ohne vorher eine kalte Dusche genommen zu haben, denn warmes Wasser gibt es nicht. Wobei eine kalte Dusche hier nicht vergleichbar mit einer in Deutschland ist. Kalt ist hier eher schon fast lauwarm. Bei 30 Grad tagsüber und dem Tank sowie die Leitungen außerhalb des Hauses und nicht unter der Erde, da hat das Wasser wahrscheinlich genau die gleiche Temperatur wie die Luft, oder?

Auf jeden Fall kann ich behaupten, ich nehme kalte Duschen. Alles für die Gesundheit. Ha ha!

Und so vergehen auch die nächsten 2 Tage.

Lange schlafen. Spät frühstücken. Chillen. Mit dem Fahrrad (ein alter Drahtesel, der fast auseinander fällt, aber er fährt) zum Meer. Am Strand eine Runde drehen. Wieder chillen. Abends ein Veggie-Curry, auch mal ergänzt durch etwas Seafood. Zum Abschluss mit YouTube chillen und dann zeitig ins Bett.

Und dann sind die Batterien aufgeladen, oder? Ja in Theorie schon, aber…

… ich werde krank! Schon wieder! 🙁

Am 3. Tag bekomme ich zum Abend hin Fieber und Halsschmerzen, denke aber noch, dass es am nächsten Tag gleich besser wird. Leider kann ich hier nicht heiß Duschen, was ich sonst immer in einer solchen Situation mache. Heiß duschen und dann ab ins Bett alles ausschwitzen.

Das mit dem Schwitzen funktioniert hier aber auch irgendwie. Kein Wunder bei über 30 Grad mittlerweile und selbst in der Nacht sind es noch 26 Grad.

Den nächsten Tag ist es leider nicht besser. Anushka gibt mir Paracetamol und ich esse den gesamten Tag nichts, trinke aber möglichst viel. Wahrscheinlich immer noch zu wenig, aber ich mag selbst Wasser zu dem Zeitpunkt nicht und muss mich zwingen.

Den gesamten Tag verbringe ich halb wach, halb schlafend in einer Art Fieberwahn im Bett und schwitze extrem.

An Tag 5 merke ich früh, dass es leicht besser wird.

Zum Frühstück mag ich trotzdem nur ein paar Früchte essen, etwas anderes bekomme ich nicht hinter. Anushka gibt mir weiter Paracetamol und bietet mir an, dass ich kostenfrei hier bleiben kann, bis ich gesund bin.

Ist das nicht goldig und cool? Wow!

Wieder verbringe ich den Tag im Bett, kann aber diesmal viel schlafen. Das tut gut und es geht merklich bergauf.

Am Abend versuche ich etwas gebratenen Reis zu essen, schaffe jedoch nur ein paar Löffel.

Ich gehe dann zeitig ins Bett mit der Hoffnung, dass es morgen nochmal einen Tick besser ist und ich weiter nach Anuradhapura kann.

Und in der Tat, am nächsten Morgen geht es mir verhältnismäßig gut. Das Fieber ist definitiv weg. Die Halsschmerzen nicht, aber gut, damit muss ich klarkommen.

Ich kann auch wieder etwas frühstücken. Nach 2 Tagen praktisch ohne Essen. Fühlt sich gut an.

Somit entscheide ich, die Fahrt auf mich zu nehmen. Es ist nicht weit bis nach Anuradhapura und es geht mir wirklich merklich besser.

Was mich krank gemacht hat, ist nicht wirklich klar. Ich selbst vermute, dass ich mir trotz nur 60-90 Minuten pro Tag am Strand einen Sonnenstich geholt habe und das Fieber und der Rest eine Folge dessen sind.

Alle Symptome passen, außer das ich keinen Sonnenbrand hatte. Trotzdem wäre das mein Tipp für die Ursache bzw. zumindest den Auslöser.

Anushka meinte dagegen, es gehe hier in der Gegend gerade ein Fieber um. Genaues konnte er mir nicht sagen, aber es wären viele in der Gegend krank gewesen so ähnlich wie ich, nur länger.

Was es am Ende war, werde ich wohl nie zu 100% erfahren, aber es ist ja auch egal. Mir geht es wieder gut und es war nur ein kurzer, aber heftiger Aussetzer.

So ein Fieberwahn für 1-2 Tage ist immer wieder ein Erlebnis. 😀

Na dann mache ich mich mal auf nach Anuradhapura. Die Zeit hier in Kalpitiya war schön, wenn auch zum Ende hin etwas anders als gedacht.

Ach, das ist übrigens Tina…

…ich musste ständig über sie drübersteigen, weil ihr Lieblingsplatz offensichtlich die Treppe zu meinem Zimmer war.

Zum Ausspannen kann ich die Gegend hier und speziell das „Agro Village Resort Kalpitiya“ auf jeden Fall empfehlen. Wer mal wieder Langeweile erleben möchte, der muss einfach hierher kommen.

Fun Fact, in den Ort Kalpitiya habe ich es die gesamten 5 Tage nicht geschafft und es hat mich auch nicht wirklich gereizt.

CU Ingo.


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