Weltreise Step #25: In Himarë

Himarë 2022 Titel

:: 09.08.2022 bis 14.08.2022 – Himarë, Albanien ::

Die 1. Nacht hier im Himara Hostel war unbequem. Es war warm (der Lüfter ging nicht) und die Moskitos waren zahlreich. Dazu 2 Schnarcher, die sich ein kleines Duell lieferten. Was für ein Start!

Also dann erstmal das Frühstück ausprobieren, was im Preis des Hostels (12 EUR/Nacht) inkludiert ist. Oh, sind das frische Feigen? Und ist das Feigenmarmelade? Oh ja, das Frühstück entschädigt für die Nacht ein wenig.

Ich hau mir den Bauch voll mit allem, was nach Feige ausschaut. Die sind hier so süß und köstlich!

Den 1. Tag werde ich hier etwas im Garten chillen, aber erst, wenn ich mir eine neue SIM besorgt habe und Geld holen muss ich auch noch.

Mit einem Blick auf Googlemaps stelle ich fest, dass es hier keine Credins-Bank gibt. Nein, bitte nicht! Das ist doch die einzige Bank in Albanien, wo es keine Gebühr am Automaten beim Abheben gibt. Warum hab ich Idiot das nicht früher geprüft und schnell noch Geld in Berat abgehoben?

Argh! Jetzt wird mich der Spaß 700 LEK (ca. 6 EUR) kosten. Für nichts. Ich hasse das. Egal, kann es jetzt nicht mehr ändern. Weinend hebe ich Geld ab.

Nein Spaß. Hab nicht geweint. Naja okay, vielleicht innerlich ein wenig schon.

Bei Vodafone bekomme ich dieses Mal keine SIM, alle Systeme sind abgestürzt und die gute Frau weiß nicht, wann es wieder läuft. Also gehe ich zur Abwechslung mal zu One, einem anderen Anbieter und kaufe wieder das Touri-Paket mit 35 GB für 21 Tage. 2.000 LEK (ca. 17 EUR) find ich okay. Kostet überall gleich, egal welcher Anbieter.

Gefühlt habe ich später öfters Probleme mit dem Empfang als mit Vodafone. Würde also in Zukunft doch nur noch Vodafone kaufen in Albanien.

Auf dem Rückweg esse ich direkt am Strand in einem Bistro eine Veggie-Pita. Ich liebe es, dass sie hier immer Pommes mit reinpacken. Pommes mit Zaziki. Eine Traumkombo!

Ich laufe etwas in Himarë herum und dann zu einen Supermarkt abseits des Zentrums. Im Zentrum und in der Nähe des Strandes ist alles doppelt so teuer. Ich kaufe mir Nudeln, Tomaten, eine Packung Tiefkühlerbsen/Bohnen-Kombo ein paar Kekse und Kaffee. Sie haben hier doch tatsächlich den Kaffee von meinem Lieblingscafé in Tirana, dem Mulliri. Mhhh lecker.

Dann hau ich mir den Bauch schon wieder voll. Ich esse viel zu viele Nudeln und viel zu viele Kekse. Ob der Kaffee jetzt 21 Uhr noch gut kommt, weiß ich auch nicht so recht. Nun ja, passiert halt.

So ungefähr, früh den Bauch mit Feigen voll hauen und abends mit Nudeln plus zwischendrin chillen, laufen auch die nächsten 2 Tage ab.

Ich weiß nicht wieso, aber ich kann mich die Tage nicht so recht aufraffen, etwas zu tun.

Vermutlich liegt es daran, dass ich hier aufgrund der Hitze, der fehlenden Klimaanlage (war nicht dabei, wusste ich), der defekten Lüftung (scheinbar ist es unmöglich, den Lüfter zu reparieren oder auszutauschen) und den vielen Moskitos, meine Arme sehen echt schlimm aus, nicht so richtig schlafen kann und deswegen tagsüber wie gerädert und übermüdet bin.

Es hat garantiert nichts damit zu tun, dass ich mir abends immer den Bauch voll haue und auch noch Kaffee trinke. Niemals!

Ich nutze die Zeit aber, um das ein oder andere aufzuarbeiten, beobachte stundenlang die Hunde und Kätzchen, die es sich hier bequem gemacht haben und buche mir dann zusätzlich ein paar Tage in einem anderen Hostel. Denn eigentlich wollte ich schon etwas das Meer geniessen und mir auch mal einen Scooter ausleihen.

Also ziehe ich an eines Tages um. Endlich ein Zimmer mit Klimaanlage. Aber 19 Grad müssen es nicht gleich sein. Die erste Amtshandlung ist, das Ding auf 24 Grad zu stellen.

Und endlich wieder ein Bett unten. In vielen Hostels hat man Doppelstockbetten und oben ist meist nicht so bequem. Ständig das hoch und runter und häufig fallen mal Sachen runter. Buh.

Unten ist geil. Ich mach es mir also bequem und werde hier nochmal 4 Tage bleiben.

Ich schlafe diese Nacht wie ein Baby.

Im neuen Hostel (Sun Bakers Hostel, 13,75 EUR/Nacht) gibt es auch Frühstück inklusive, aber als ich früh in der Küche aufschlage, ist da kein Frühstück. Ich bin verwirrt.

Es dauert etwas bis ich herausfinde, dass man bei einem der Volunteers (die meisten Hostels arbeiten mit Backpackern als Volunteers gegen Kost und Logis) sagt, was man haben möchte und er bringt es einem. Oh mit Service sogar? Meinetwegen.

Ich nehme Spiegeleier mit etwas Brot und Gurke & Tomate. Die nächsten Tage probiere ich noch den French Toast und das Omelett aus. Für inklusive ganz gut. Dabei bin ich gar kein Frühstückstyp. In Deutschland habe ich nie vor 12 Uhr etwas gegessen. Hier geht das Frühstück bis 11 Uhr nur. Naja, es ist inklusive. Was muss das muss.

Leider gibt es hier keine Feigen mehr. Ich bin ein klein wenig traurig.

Oh und Kaffee kostet extra. In den anderen Hostels war das nicht so. Ich habe noch meinen Mulliri-Kaffee und erbete mir nur etwas heißes Wasser. Das kostet immerhin nichts.

Dann chille ich etwas und gehe später endlich ins Meer baden. Schönes glasklares Wasser und leichte Wellen. Die Wassertemperatur schätze ich auf 20 Grad. Erfrischend, aber auch warm genug, um schön lange herumzupaddeln. Es ist herrlich!

Zum späten Nachmittag starte ich die Suche nach einem Scooter. Ich hatte schon ein paar Telefonnummer versucht zu erreichen, aber das klappt mit meiner albanischen SIM irgendwie nicht, obwohl ich da unendlich viele Freiminuten im Paket habe. Wer weiß. So gehe ich einfach los und halte die Augen offen.

Nach etwas Rumlaufen und 1-2 Leute fragen, finde ich am Straßenrand gegenüber der großen Tankstelle einen Rollerverleih. Ich erkundige mich nach dem Preis. 25 EUR für „den Kleinen“ und 35 EUR für „den Großen“ da. Ich sage, ich hätte gesagt bekommen, dass es Scooter für 20 EUR gibt. Ja gibt es, „den Alten“ da hinten. Er zeigt auf einen Vespa-Nachbau.

Okay, ich inspiziere „den Alten“ und stelle fest, dass der im Vergleich zu dem, was wir teilweise in Asien gefahren sind, ein Spitzenmodell ist. Ich gebe dem Verleiher zu verstehen, ich hätte gern den für 20 EUR.

Ich sage ihm, dass ich in ca. 1 Stunde wiederkomme. Ich gehe noch schnell zum Supermarkt und hole dann meine Fahrerlaubnis und die 20 EUR. Er mustert mich einmal von unten nach oben und drückt mir dann die Schlüssel in die Hand und gibt mir mit einer Geste (sein Englisch ist non existing) zu verstehen, dass ich den Roller nehmen soll, das geht schneller.

Mhhh so ohne alles gibt der mir einfach den Roller? Der weiß nicht mal wie ich heiße oder in welchem Hostel ich bin. Das nenne ich mal Vertrauen. Find ich richtig cool. Okay, ich nehme den Roller.

Als ich aufsteige, nimmt er die beiden Helme, die am Roller hingen, ab und legt sie beiseite. Ich hab hier schon viele Leute ohne Helm fahren gesehen. Ich hätte aber gern einen. Safety first!

Es dauert ein bisschen, um ihm klar zu machen, dass ich gern einen der Helme hätte, denn er versucht mir (weiterhin mit Händen und Füßen) mehrmals zu erklären, dass ich keinen brauche und das die Polizei damit locker umgeht. Ich versuche ihm im Gegenzug (ebenfalls mit Händen und Füßen) zu erklären, dass mir die Polizei herzlich egal ist und es mir um meine eigene Sicherheit geht. Wir würden beide bei diesem Spiel „Activity“ die absoluten Meister sein.

Irgendwann gibt er mir einen der Helme zurück und alles ist gut.

Ich stelle mit Freuden fest, dass der Helm ziemlich neu und wenig benutzt ist. Nicht so eine speckige Schüssel, wie man sie in Asien meist dazubekommt. Da erinnere ich mich daran, dass Kasia in Asien immer ihr Basecap unter dem Helm aufgesetzt hatte, weil ihr das zu eklig war. Ha ha!

Ich scootere zum Supermarkt, bringe meine Sachen ins Hostel und kehre dann mit 20 EUR und meinem Führerschein ausgerüstet zum Verleiher zurück.

Mittlerweile ist seine Frau da, die auch Englisch spricht und sie übernimmt den Rest. 5 Minuten und ein paar Tipps für die nähere Umgebung später, habe ich den Roller offiziell und kann losdüsen. Das ging alles herrlich unkompliziert. Sehr gut.

Den Abend mache ich noch eine Tour jeweils nördlich und südlich raus aus Himarë. Nur ein paar Kilometer zum nächsten Strand, um ein Gefühl für den Roller zu bekommen. Es ist so herrlich, wenn der Fahrtwind eine Abkühlung verschafft.

Am nächsten Tag breche ich nach dem Frühstück direkt auf und fahre zum Gjipe Beach. Am Parkplatz muss ich leider 300 LEK (ca. 2,50 EUR) zahlen, was ich für albanische Verhältnisse ziemlich teuer finde. Aber egal.

30 Minuten Spaziergang nach unten und ich bin am Gjipe Beach. Schön hier. Man kann sogar zelten, wenn man möchte. Mit eigenen Zelt oder auch mit gemieteten Equipment. Bestimmt toll am frühen Morgen direkt am Strand aufzuwachen.

Ich trinke in einem Bistro ein Wasser und nehme eine zweite Flasche mit. Es ist heiß. Wahrscheinlich wieder 35 Grad. Ich hoffe, dass der Canyon im Schatten liegt.

Dann laufe ich zum Eingang des Canyons, der gleich hier am Beach beginnt. Cooler wäre es wahrscheinlich, von der anderen Seite aus zu kommen und aus dem Canyon raus Richtung Beach zu laufen. Aber hey, man kann nicht alles haben, oder?

Zu Beginn geht es über das ausgetrocknete Flussbett noch durch die strahlende Sonne. Aber schon nach kurzer Zeit ragen die Felswände so weit hinauf, dass die Sonne dahinter verschwindet und ich schön im Schatten laufen kann. Herrlich. Die 35 fühlen sich im Schatten erstaunlich angenehm an.

Ich laufe vielleicht 30-45 Minuten den Canyon hinauf und es kommen mir nur ganz wenige Menschen entgegen bzw. überholen mich. Irgendwann bin ich ganz allein und geniesse die Natur und die Geräusche, welche diese produziert. Es ist einfach traumhaft. Hier könnte ich stundenlang sitzen und vor mich her träumen.

Mache ich auch, halt bloß nicht Stunden, aber schon recht lang.

Dann lasse ich noch die Drohne fliegen. Das stellt sich schwieriger heraus als gedacht. Denn hier im Canyon gibt es fast kein GPS Signal und ohne fliegt das Ding leider nur sehr eingeschränkt. Aber mit etwas Geduld finden sich dann genug GPS-Satelliten und es geht doch irgendwie. Ich mache ein paar (hoffentlich spektakuläre) Videos und übe das Fliegen der Drohne an Steilhängen.

Nachdem ich die wunderschöne Szenerie ein letztes Mal in mich aufgenommen habe, kehre ich langsam zum Gjipe Beach zurück. Dort gönne ich mir eine eiskalte Coca-Cola und nehme noch ein Wasser für den Weg zum Parkplatz mit.

Danach fahre ich weiter Richtung Llogara-Pass. Das ist der ca. 1.000 Meter hohe Pass, wo ich auf der Hinfahrt nach Himarë im Bus nicht anhalten konnte. Nun möchte ich hier mit dem Scooter rauf. Ob er das schafft?

Und ob er das schafft. Total easy sogar. Der gute „Alte“ schnurrt nur so vor sich in.

Oben am Aussichtspunkt angekommen mache ich meine Fotos und beobachte dann interessiert, wie Leute von dort ihren Gleitschirmsprung (Paragliding) vorbereiten und ausführen. Das möchte ich auch irgendwann mal noch machen.

Aber nicht hier. Noch kämpft meine Höhenangst (ist keine richtige Höhenangst, aber mir wird schon deutlich anders, wenn es irgendwo tief runter geht) dagegen an, aber mein Kopf sagt, dass ich das irgendwann machen muss.

Ich beobachte das Treiben und 2 der Starts ausgiebig und mache mich dann auf den Rückweg. Ich geniesse die Fahrt und in Himarë angekommen, fahre ich einfach auf der anderen Seite wieder aus dem Ort hinaus und dort noch 2-3 Örtchen weiter. Es macht einfach zu viel Spaß, mit dem Ding rumzudüsen.

Aber irgendwann geht auch diese Zeit zu Ende.

Bevor ich den Scooter abgebe, mache ich noch einen letzten Abstecher zum lokalen Friedhof. Bisher habe ich die albanischen Friedhöfe nur aus der Ferne und beim Vorbeifahren gesehen. Sie erinnern mich ein wenig an die polnischen Friedhöfe, aber es gibt hier noch mehr und oft solch größere Bilder von den Verstorbenen auf den Grabsteinen. Dafür sind die polnischen Friedhöfe bunter und ausgeschmückter.

Das mit den Bildern finde ich sehr interessant, wenn man sehen kann, wer dort liegt. Leider ist der Friedhof abgeschlossen und ich weiß nicht, wie man hineingelangen könnte. So schaue ich mir nur alles von der Mauer aus an und mache auch ein paar Fotos. Friedhöfe sind immer wieder interessant zu besuchen in den einzelnen Ländern.

Die Abgabe des Scooters gestaltet sich genauso unkompliziert, wie die Abholung. Schlüssel abgeben. Fertig. So mag ich das. Kein Rumgezicke oder Abzockversuche. So sollte es immer sein. Wobei ich sagen muss, dass ich selbst bisher fast nur positive Erfahrungen gemacht habe. Die gruseligen Dinge höre ich immer von anderen.

Es regnet an dem Abend sogar noch. Eine Seltenheit bisher auf meiner Reise. Glaub das ist erst das 2. Mal überhaupt.

Den letzten Tag verbringe ich vorm Laptop im runtergekühlten Zimmer des Hostels. Nur zum Abend gehe ich raus, schlendere noch ein letztes mal am Strand entlang und esse eine leckere vegane (!) Pizza im „Bella Italia“. Das ist irgendwie lustig, da in Dessau mein Lieblingspizzabäcker auch das „Bella Italia“ ist.

Oh und heute gibt es den schönsten Sonnenuntergang, seitdem ich hier bin.

Toll, oder? Kommt schon fast an die Sonnenuntergänge in Thailand ran. Aber nur fast.

Damit endet meine Zeit in Himarë. Mir hat es hier mit kleineren Abstrichen insgesamt doch recht gut gefallen. Ideal zum Chillen und Runterkommen.

Morgen geht es dann weiter nach Sarandë.

CU Ingo.


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