Weltreise Step 217: Auf nach Casablanca

Auf nach Casablanca 2025 Titel

:: 09.03.2025 – Von Marrakesch nach Casablanca ::

So langsam komme ich wieder rein. Nach einer schönen Woche in Marrakesch geht es heute weiter nach Casablanca, der zweiten Station auf meiner Erkundungstour quer durch Marokko.

Ich nehme natürlich den Zug, so wie ich es immer mache, wenn es eine Zugverbindung gibt. Das ist ja leider nicht überall so, aber hier in Marokko gibt es ein gut ausgebautes Schienennetz.

Da ich Zeit habe, nehme ich den Bus zum Bahnhof. Google Maps ist dabei erstaunlich hilfreich, weil ich mich nur nach der Linie erkundigen muss, die zum Bahnhof fährt, und dann kann ich die nächstgelegene Haltestelle finden. Ich hätte nicht gedacht, dass das auch in Marokko funktioniert, aber tut es.

Taxis sind zwar recht günstig in Marokko, aber nichts schlägt den Bus. Ich bezahle 4 MAD (~0,40 EUR) und bin zufrieden. Spar-High-Five!

So muss ich mich auch nicht wegen des Fahrpreises herumschlagen. Ich habe allerdings noch nicht geschaut, ob es hier auch Uber oder ähnliche Ride-Hailing-Dienste gibt. Mhhh … das müsste ich eigentlich mal machen.

Am Bahnhof habe ich noch etwas Zeit und die Wahl zwischen Starbucks und einem vergleichbaren Etablissement namens Caribou Coffee. Da ich Caribou Coffee nicht kenne, ist es wohl an der Zeit, das mal auszuprobieren. Ich gönne mir einen Muffin und einen Kaffee und überbrücke so die Zeit, bis mein Zug abfährt.

Um Tickets muss ich mich vor Ort nicht mehr kümmern, denn das ging zu meiner Überraschung auch sehr komfortabel online. Ich gebe zu, ich hatte das nicht erwartet und muss wohl mal meine Vorurteile überdenken.

Spoiler: Marokko bleibt während meiner gesamten Afrikareise das Land mit dem besten Schienennetz und dem besten Online-Buchungsservice. Ha ha!

Irgendwann geht es dann aber los und ich darf auf den Bahnsteig zu meinem Zug. Wir Deutschen sind das ja eigentlich nicht gewohnt, denn bei uns kann man jederzeit auf den Bahnsteig. In den meisten anderen Ländern ist das nicht so. Dort wird die Fahrkarte schon beim Betreten des Bahnhofs bzw. des Bahnsteigs geprüft und nur Menschen mit einer gültigen Fahrkarte dürfen hinein.

Ehrlich? Ich finde das mittlerweile sogar besser, weil es entspannter ist. Es gibt kein unnötiges Gedränge auf dem Bahnsteig und keine Leute, die einfach nur im Weg stehen. Mal vom Sicherheitsaspekt ganz abgesehen. Sie können das System also gern auch in Deutschland einführen, wenn es nach mir geht.

Im Zug suche ich mir meinen reservierten Platz, denn das ist Standard. Ich weiß gar nicht, ob es Tickets ohne Platzreservierung gibt, aber ich habe keine Menschen gesehen, die in den Gängen standen oder saßen, obwohl der Zug ziemlich voll war.

Die Tickets der ersten Klasse kosten nur unwesentlich mehr, dafür sind die Sitze deutlich bequemer und vor allem breiter. Wer 1,80 m oder größer ist, sollte unbedingt die erste Klasse buchen, um es halbwegs bequem zu haben.

Ich genieße dann die Fahrt, die nach Casablanca aber nicht allzu lange dauert. Für die rund 250 Kilometer lange Strecke zahle ich übrigens ca. 15 EUR in der 1. Klasse. Das ist mehr als fair, wenn man so kurzfristig bucht. Ich weiß nicht, ob es bei der marokkanischen Eisenbahn Frühbucherrabatte gibt, aber für mich passt es so.

Als ich Casablanca erreiche, hat es gerade aufgehört zu regnen. Ich steige eine Station vor dem Hauptbahnhof aus, an der Station L’Oasis, da mein Hostel in der Nähe liegt. Vom Bahnhof aus sind es nur noch ca. 15 entspannte Minuten zu Fuß zum besagten L’Hostel.

Fun Fact: Ich habe bis heute nicht herausgefunden, warum dieses L mit dem Apostroph sowohl beim Bahnhof als auch beim Hostel davorsteht. Seltsam, oder?

Ich kann auf jeden Fall schon einmal vorwegnehmen, dass es eines der besten Hostels meiner gesamten Reise sein wird. Vor allem das reichhaltige Frühstücksbuffet kommt extrem positiv und überraschend. Es hatte schon echtes Hotel-Niveau. Fairerweise muss ich sagen, dass das Hostel mit 21,50 EUR pro Nacht im 14er-Dorm aber auch nicht gerade günstig war, obwohl es nicht einmal eine zentrale Lage hat.

Es liegt jedoch an einer Straßenbahnhaltestelle, sodass man sehr bequem in die Stadt fahren kann, man muss nur etwas Zeit einplanen. Ein 14er-Dorm schreckt zwar erstmal ab, aber das Zimmer war riesig und es gab genügend schön eingerichtete sanitäre Anlagen. Das Hostel ist toll und ich kann es auf jeden Fall empfehlen, allein schon wegen des Frühstücksbuffets.

Nachdem ich im Hostel angekommen bin, ruhe ich mich etwas aus, gehe dann aber recht zeitnah wieder raus, denn ich bin hungrig. Hier in Casablanca stoße ich dann zum ersten Mal auf das Problem, dass während des Ramadan tagsüber fast alles geschlossen hat. Ich tue mich schwer, etwas zu finden, aber ich entdecke schließlich eine Pizzeria, die geöffnet hat. Ich esse dort eine vegetarische Pizza.

Während ich esse, kann ich zuschauen, wie alles für das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang (Iftar) vorbereitet wird. In der Tat strömen pünktlich zur Dunkelheit die Menschen herein und legen so richtig los mit dem Essen.

In Marrakesch war das nicht so extrem, da es dort zu viele Touristen gab und die Restaurants eigentlich die ganze Zeit geöffnet waren. Hier war es sehr spannend das zu beobachten. Toll!

Ich bekomme sogar eine typische Süßspeise für diese Zeit (Ramadan) vom Kellner spendiert. Sie heißt Chebakia und ist extrem süß.

Es war sehr interessant und toll, das einmal auf diese Art und Weise angeboten bekommen und probieren zu können. Aber ich brauche das nicht so häufig, denn es ist mir deutlich zu süß und allgemein zu schwere Kost.

Na ja, ich bin auf jeden Fall satt ins Hostel zurückgekommen und kann mich nun darauf freuen, die nächsten 2 Tage auf Erkundungstour quer durch Casablanca zu gehen.

CU Ingo.


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