Weltreise Step 221: Auf nach Meknès

Auf nach Meknes 2025 Titel v2

:: 15.03.2025 – Von Rabat nach Meknès ::

Von Rabat aus geht es weiter nach Meknès. Diese Stadt wird nicht so häufig genannt, wenn es um die typische Marokko-Reise geht. Es gibt jedoch zwei Dinge, weswegen man hierherkommen sollte. Einerseits soll es hier die schönsten und imposantesten Stadttore geben und andererseits liegt in der Nähe die römische Ruinenstadt Volubilis.

Beides möchte ich mir gern anschauen. Spoiler: Eine Sache wird richtig cool, die andere eher nicht so.

Um nach Meknès zu kommen, nehme ich wieder den Zug. Das muss ich ausnutzen, solange es eine Zugverbindung gibt. Spätestens ab Fès wird es damit nämlich etwas spärlicher, also nehme ich diese Strecke auf jeden Fall noch mit.

Heute probiere ich dann auch mal die 2. Klasse aus. Einfach, um zu sehen, wie das ist. Für etwa 2,5 Stunden Fahrt zahle ich 9,85 Euro. Ja, das kann man machen. Aber wie gesagt, die 1. Klasse kostet nur etwas mehr und die Sitze sind deutlich komfortabler, da sie breiter sind. Zwei Sitze in einer Reihe in der 1. Klasse gegenüber vier Sitzen in einer Reihe in der 2. Klasse machen echt einen Unterschied.

Laut Google Maps sind es nur ca. 150 Kilometer bis Meknès, aber der Zug braucht 2,5 Stunden dafür. Ich glaube, das liegt daran, dass er einen großen Umweg fährt im Vergleich zur Straße, die fast auf Luftlinie liegt. Das ist mir aber egal, denn wenn ich eines habe, dann ist es Zeit.

Also geht es für mich in Rabat nach einem letzten, leckeren Frühstück langsam Richtung Bahnhof. Da ich das Ticket wie üblich online vorab besorgt habe, muss ich mir überhaupt keinen Stress machen.

Der Zug kommt pünktlich, und ich suche mir direkt nach dem Einsteigen meinen Platz. Dieser ist zum ersten Mal belegt, aber die Frau springt sofort auf, als ich irritiert nach meinem Platz suche. Da der Nebenplatz aber frei ist, setze ich mich einfach da hin und gebe der Frau zu verstehen, dass sie sitzen bleiben soll.

Passt, und im Notfall wird sich schon eine Lösung ergeben. Ich bin mir aber sicher, dass sie wieder aufspringen und Platz machen würde, falls doch noch jemand kommt. Bis Meknès kommt aber keiner mehr, also war es die richtige Entscheidung.

Die Fahrt verläuft wieder unspektakulär. Die marokkanische Eisenbahn erscheint mir sehr zuverlässig. Bisher gab es noch keine größeren Probleme, und die Verspätungen sind absolut im Rahmen.

Da könnte die Deutsche Bahn mal zur Hospitation kommen. 😀

Das Interessanteste an der Fahrt ist ein kleines Mädchen, das sichtlich Spaß daran hat, mit dem Zug zu fahren – so süß!

In Meknès angekommen, muss ich zwar ein paar Taxifahrer abwehren, dann bin ich aber auch schon zu Fuß auf dem Weg in meine Unterkunft. Es ist erneut ein Privatzimmer in einem Riad namens Selmes Meknes, das mich 235 MAD (~22,35 Euro pro Nacht inklusive Frühstück) kostet.

Dort angekommen, begrüßt mich ein sehr netter Herr. Er zeigt mir das Zimmer und gibt mir gleich noch eine Reihe Tipps für die Stadt. So viele, dass ich sie mir nicht alle merken kann, aber ich freue mich trotzdem und bedanke mich ganz brav.

Im Zimmer ist es eisig kalt! In Rabat war es in den letzten Tagen auch nicht mehr ganz so warm, aber hier in Meknès sind es jetzt auch nur noch 15 Grad. Das ist eigentlich haushaltbar, aber warum ist dieses Zimmer gefühlt so kalt?

Nun, ich sehe keine Heizung und die Riads sind ja eigentlich dafür gebaut, die Wärme draußen zu halten. Vielleicht liegt es daran? Außerdem gibt es hier kein Außenfenster. Die beiden Fenster zeigen nach innen, sodass auch keine warme Luft hereinkommt.

Na ja, dann muss ich mir abends eben etwas Kuscheliges anziehen und im Notfall schlafe ich mit Hoodie. Das kenne ich ja aus Bolivien zum Beispiel. Ha ha!

Ich gehe dann direkt noch einmal raus und drehe eine erste Runde durch die Medina von Meknès. Die ist wieder schön verwinkelt und wie ein Labyrinth. Ich verlaufe mich mehr als einmal, denn in den engen Gassen funktioniert Google Maps auch nicht so zuverlässig.

Egal, damit komme ich klar. Nach kurzer Suche finde ich dann auch etwas zu essen und einen ganz guten Kaffee. Zugegeben, dass Ambiente wirkt etwas seltsam, aber hey was will man mehr?

Den Sonnenuntergang gibt es dieses Mal nicht am Meer, sondern über dem großen zentralen Platz hier in Meknès. Die Stimmung macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Und dann möchte ich ja auch noch nach Volubilis, um mir die römischen Ruinen anzuschauen. Mhhh…

CU Ingo.


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