Weltreise Step 215: Auf nach Marrakesch

Auf nach Marrakech 2025 Titel

:: 05.03.2025 – Von Köthen über Berlin nach Marrakesch ::

Nach einer erholsamen Auszeit in Deutschland, die etwas länger als geplant ausfiel, bin ich nun wieder unterwegs. Für dieses Jahr habe ich mir Afrika vorgenommen, denn dort war ich noch nie. Was wäre schließlich eine Weltreise ohne Afrika? Genau, nichts! Also geht es heute auf nach Marrakesch in Marokko.

Ich starte also im Norden des Kontinents und habe mir mit Marokko und Ägypten zwei Länder herausgepickt, die auf den ersten Blick ziemlich ähnlich erscheinen, sich aber bei näherer Betrachtung als sehr unterschiedlich herausstellen.

So lautet zumindest mein theoretischer Ansatz. Ob das in der Praxis auch so stimmt, werde ich schon bald sehen.

Erstmal nach Berlin

Ich habe den günstigsten Flug nach Marrakesch gesucht. Wie erwartet war das Ryanair. Ich selbst hatte noch nie größere Probleme mit der Airline, aber ihr Ruf ist wirklich nicht der beste.

Für 120 Euro (inklusive Aufgabegepäck) kann man jedoch nicht meckern. Dagegen sind die Flugzeiten schon eher eine Herausforderung. Entweder fliegt man mit den Billigfliegern sehr früh oder sehr spät. Früh geht bei mir gar nicht, also habe ich einen späten Flug genommen.

Mein Flug geht so gegen 20:15 Uhr. Das gibt mir genug Zeit, um nach Berlin zum BER zu kommen, dafür kommt der Flug aber auch erst gegen Mitternacht in Marrakesch an. Ich mag es eigentlich gar nicht, eine neue Stadt mitten in der Nacht zum ersten Mal zu Gesicht zu bekommen und mich dann zurechtzufinden.

Na egal, Augen zu und durch. 😉

Also sitze ich eines schönen Tages in der Regionalbahn von Köthen nach Dessau, nachdem ich mich schweren Herzens von meiner Mama verabschiedet habe. Das war dann doch schon etwas emotionaler. Allen anderen hatte ich schon ein paar Tage vorher auf Wiedersehen gesagt.

Ja, auch beim Reisen ist nicht alles Gold, was glänzt. Es ist halt so, und Kompromisse gehören wie immer im Leben dazu. Dafür kann man sich jetzt schon auf das Wiedersehen freuen. Immerhin!

Die Fahrt nach Dessau dauert nicht lange, hat aber trotzdem fünf Minuten Verspätung. Zum Glück schaffe ich den Anschluss ohne zu rennen und bin dann auch schon auf dem direkten Weg nach Berlin. Dort muss ich nur noch einmal in die S-Bahn umsteigen, um zum BER zu gelangen.

Alles klappt völlig problemlos. Was haben die nur alle mit der Deutschen Bahn? Verstehe ich gar nicht. Ha ha!

Am Flughafen BER

Ich bin viel zu früh am BER, weil ich zu viel Pufferzeit eingeplant habe. Der Check-in hat noch nicht geöffnet und die Gepäckabgabeautomaten akzeptieren den Strichcode, den ich nach dem Online-Check-in erhalten habe, nicht.

Kein Problem, also setze ich mich in ein Café und esse noch eine Kleinigkeit.

Danach arbeite ich etwas am Laptop. Nach zwei Stunden mache ich mich kurz im Bad frisch und versuche erneut, mein Gepäck loszuwerden.

Wieder wird mein Strichcode nicht akzeptiert. Das ist sehr nervig, aber ich suche nach einem Mitarbeiter. Es dauert eine Weile, weil es scheinbar nur einen Mitarbeiter für ca. 20 Automaten gibt. Als er Zeit hat, hilft er mir prompt, indem er genau das macht, was ich vorher auch gemacht habe – nur dass bei ihm der Strichcode akzeptiert wird.

Wie ich das hasse! 🙁

Egal, ich bin mein Gepäck los und kann zur Sicherheitskontrolle.

Das neue Verfahren am BER ist cool, weil du nichts mehr aus deinem Rucksack holen musst. Alles kann im Rucksack gescannt werden. Wichtig ist nur, dass du am Körper wirklich nichts hast und alles in die Schalen zum Scannen packst.

Wenn gesagt wird „alles”, dann meinen die auch wirklich alles. Denn ich wurde extra gefilzt, weil der Scanner etwas angezeigt hat, obwohl ich sicher war, dass ich nichts bei mir habe.

Aber doch, ich hatte ein einzelnes Taschentuch in der Hosentasche vergessen und daran haben sie sich gestört. Dass der Mitarbeiter der Sicherheitskontrolle das gleich zum Anlass nahm, mich in einem sehr herablassenden Ton zu belehren, fand ich weniger nett. Aber darüber kann ich hinwegsehen. Ich fand es nämlich viel faszinierender, dass sie ein Tempo in der Hosentasche mit dem Scanner sehen können. Cool!

Dann war ich auch schon am Terminal. Leider stelle ich dort fest, dass ich die Plastikflasche, in der sich das Wasser befand, das ich vorhin ausgetrunken habe und die ich unbedingt zum Wiederauffüllen behalten wollte, doch weggeworfen habe. Verdammt!

Da ich die nächsten drei bis vier Stunden sicher nicht ohne Wasser auskommen werde, muss ich in den sauren Apfel beißen und hier für 4 Euro ein Wasser kaufen. Das tut weh. Argh!

Aus Geizgründen verzichte ich dann auf einen Kaffee und überbrücke die restliche Zeit bis zum Boarding mit einem Podcast.

Der Flug nach Marrakesch

Zwischenzeitlich kommt die Meldung aufs Handy, dass der Flug ca. 15 Minuten vorgezogen wird, nur um dann irgendwann zu merken, dass das Boarding doch erst später beginnt. Zwar beginnt es immer noch ein wenig früher als ursprünglich geplant, aber viel Zeit gewinnen wir nicht. Schade.

Da ich bei Ryanair aufgrund meines Aufgabegepäcks immer gleich das Priority-Boarding-Paket buche, weil sich das einfach lohnt, kann ich beim Boarding direkt als Erster mit rein. Das bringt zwar nicht viel, weil es deswegen auch nicht schneller losgeht, aber bei Ryanair-Flügen habe ich schon häufiger erlebt, dass der Platz zum Verstauen des Gepäcks schnell knapp wird und sie deinen Rucksack irgendwo im Flugzeug verstauen.

Das ist erstmal kein Thema, aber beim Aussteigen hast du dann das Problem, dass du nicht rankommst und warten musst, bis alle ausgestiegen sind. Das ist dann halt doof, wenn du doch möglichst schnell raus möchtest, weil du vielleicht zeitlich unter Druck stehst.

Aber das betrifft mich nicht. Ich steige als einer der Ersten ein, suche mir einen Platz fürs Gepäck aus, setze mich dann auf meinen Platz und beobachte die Leute beim Einsteigen.

Es ist immer wieder herrlich, die Unorganisiertheit vieler Menschen zu beobachten. 😀

Aber irgendwann sitzen alle und es geht los. Start, Flug und Landung verlaufen ohne weitere Vorkommnisse. Drei Stunden später sind wir in Marrakesch und können das Flugzeug verlassen.

Ankunft in Marokko

Wie üblich geht es dann erst einmal eine halbe Ewigkeit durch die Flughafengänge bis zur Passkontrolle. Diese ist jedoch extrem gut organisiert und sehr schnell erledigt. Ehrlich? Das habe ich nicht erwartet, ich bin positiv überrascht, wie gut das funktioniert.

Schön ist auch, dass man weder eine nervige Zollbescheinigung noch irgendeinen anderen Papierkram ausfüllen muss und dass keine Kosten für das Visum anfallen. Sehr gut, so sollte es überall sein!

Daumen hoch für Marokko für diesen super Einstieg! 😉

Danach gehe ich direkt zur Gepäckausgabe, wo ich ein wenig warten muss. Die Beamten an der Passkontrolle waren zu schnell, da können die Gepäckleute nicht mithalten. Ha ha!

Aber irgendwann kommt das Gepäck, und nach einer Weile fährt auch mein Rucksack auf dem Band vorbei. Ich schnappe mir meine Sachen.

Bevor ich den Flughafen aber endgültig verlasse, steuere ich noch einen Geldautomaten an. Ich habe gelesen, dass man in Marokko ohne Bargeld nicht weit kommt. Also hole ich mir direkt etwas Kleingeld.

Dafür bezahle ich hier am Flughafen leider ein paar Gebühren: 33 MAD (ca. 3,15 Euro), um genau zu sein. Da ich jedoch 1.500 MAD (~143,50 Euro) abhebe, bleiben die Gebühren unter 1 %. Das ist meine persönliche Grenze, bis zu der ich ATM-Gebühren noch akzeptabel finde. Alles darüber ärgert mich.

Später erfahre ich, dass man in Marokko bei der Poste Maroc (Al Barid Bank) sogar komplett ohne Gebühren abheben kann. So etwas feiere ich immer.

Ein Hoch auf die marokkanische Postbank! 🙂

Auf nach Marrakech

Mit Bargeld in der Tasche gehe ich raus. Wie üblich werde ich sofort von Fake-Taxifahrern belagert, die mir ihre selbst gemachten Firmenschilder und „offiziellen” Taxilizenzen unter die Nase halten. Hey, wie ich das vermisst habe … NICHT!

Aber das ist mir egal, denn ich habe mir vorsorglich einen Flughafentransfer gebucht. Das wurde mir im Buchungsvorgang bei Ryanair angeboten. Das mache ich sonst nie, weil die immer zu teuer sind, aber hier war der Preis okay, und da es mitten in der Nacht ist, sogar doppelt okay. 

Es müssen so um die 10 Euro gewesen sein. Da fällt mir gerade ein, dass der Ryanair-Flug ja sogar nur 110 Euro gekostet hat. Die vorhin genannten 120 Euro waren nämlich inklusive des Flughafentransfers. Cool!

Egal, ich lasse die Fake-Taxifahrer also stehen und gehe nach draußen. Mit nur einem Blick sehe ich das Schild für meinen Transfer von Ma-Navette. Ein junger Mann wartet dort und hat sich gerade eine Zigarette angesteckt.

Ich spreche ihn an, zeige ihm mein Ticket und er führt mich zu einem großen SUV. Ich steige ein und richte mich schon darauf ein, dass ich nun auf ein paar andere Fahrgäste warten muss. Schließlich wurde es als Shared Shuttle beworben, deswegen auch der günstige Preis.

Es dauert zwar in der Tat eine Weile, aber nicht, weil noch andere Fahrgäste kommen, sondern weil der Fahrer seine Zigarette zu Ende raucht. Halleluja! Kann man machen.

Aber gut, andere Länder, andere Sitten. Jetzt geht es los und ich erhasche einen ersten Blick auf das nächtliche Marrakesch.

Und sonst so?

Aber von Marokko im Allgemeinen und Marrakesch im Besonderen berichte ich ein anderes Mal – nicht heute. Ich bin einfach nur froh, wenn ich angekommen bin.

Die Fahrt dauert zwar eine ganze Weile, aber auch nicht wirklich lange. Irgendwann halten wir in einer noch recht belebten Straße. Es ist mittlerweile kurz nach Mitternacht. Der Fahrer steigt aus, gibt mir aber zu verstehen, dass ich drin sitzen bleiben soll. Mhhh … okay.

Ich sehe, wie er Leute fragt, wo meine Unterkunft ist. Hätte er mich gefragt, hätte ich ihm auf Google Maps zeigen können, dass wir direkt davorstehen.

Er kommt schnell zurück und zeigt mir eine Tür, die sich etwa zehn Meter hinter uns befindet. Da ist der Eingang, der wirklich sehr unscheinbar aussieht. In dem Moment bin ich gleich wieder dankbar, dass er die Leute gefragt hat, denn ich weiß nicht, ob ich diese Tür als Eingang eines Hostels wahrgenommen hätte.

Also alles gut. Ich steige aus, schnappe mir meine Sachen und verabschiede mich vom Fahrer.

An der Tür gibt es zwei Klingeln. Eine, auf der „Hier nicht klingeln“ steht, und eine, auf der „Hier klingeln“ steht. Hm, welche nehme ich wohl?

Ich nehme natürlich die richtige Klingel und muss nur kurz warten, bis jemand die Tür öffnet. Ein junger Mann in einer Beduinenkutte – also zumindest ich bezeichne diese langen, einteiligen Kutten aus grobem Leinen so – sagt mir hallo und bittet mich herein.

Das Gebäude ist ein typischer Riad. Es ist ein Haus mit offenem Innenhof, dessen eigentliche Räume rechteckig drumherum angeordnet sind. Im Innenhof erledigen wir dann auch schnell den Check-in. Passkopie, Zettel ausfüllen, Bettensteuer in bar bezahlen. Das übliche Prozedere halt.

Zum Glück hatte ich schon vorher Geld am Automaten geholt. 😉

Dann zeigt er mir das Bad und mein Bett. Ich bin im Riad Hostel Jad Ziad Marrakech und bezahle für ein Bett im 4er Dorm nur ca. 10,50 Euro pro Nacht inklusive Frühstück. Spar-High-Five!

Ich mache ganz leise, da die anderen im Zimmer schon lange schlafen. Es ist mittlerweile nach 1 Uhr. Aber duschen muss ich, ohne kann ich nicht ins Bett.

Das ist alles kein Problem und irgendwann liege ich dann endlich im Bett und freue mich, dass doch alles so unkompliziert geklappt hat.

Ich bin in Marrakesch, Marokko. Ein neuer Abschnitt meiner Weltreise beginnt und ich freue mich darauf, auch wenn gerade noch viele Gedanken bei meiner Mama zu Hause hängen bleiben. In diesem Moment wünschte ich mir, ich müsste mich nicht entscheiden, aber wenn ich weiter meinen Traum leben möchte, geht es leider nicht anders.

Mit diesen Gedanken und Gefühlen schlafe ich schließlich ein.

CU Ingo.


1 Kommentar zu „Weltreise Step 215: Auf nach Marrakesch“

  1. Es hat ja nur 1 Jahr gedauert, das Reisetagebuch fortzusetzen. 😀

    In den nächsten Wochen folgen viele weitere Einträge. Insgesamt war ich knapp 7 Monate in Afrika unterwegs. Es erwarten euch ein paar spannende Geschichten und vor allem eine Menge schöner Fotos.

    Es wird aber nicht mehr ganz so ausführlich wie bisher. Der Zeitaufwand dafür ist leider etwas zu hoch. Ich hoffe trotzdem, dass ihr viel Spaß beim Lesen habt!

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