Weltreise Step #109: Auf nach Tokyo

Nach Tokyo P1 2023 Titel

:: 08.08.2023 – Von Taipei/Taipeh nach Tokyo/Tokio, Itabashi ::

Heute reise ich also von Taipei nach Tokyo. Zum ersten Mal fliege ich mit einer japanischen Billigfluglinie namens Peach. Pfirsich? Lustig!

Leider nicht so lustig ist, dass es nur einen passenden Flug am Vormittag gibt und ich deshalb ziemlich früh los muss, weil der Flughafen in Taipei unglücklicherweise ziemlich weit außerhalb liegt.

Somit stehe ich 5 Uhr auf. Was für ein Grauen. 😀

Dann packe ich meine Sachen zusammen und trinke nebenbei einen Kaffee, den es zum Glück kostenlos aus dem Automaten in der Hostelküche gibt. Das hilft ein bisschen.

Zum Flughafen

Schneller als gedacht bin ich mit dem Packen fertig, mache mich dann aber schon auf den Weg, nur um an der MRT-Station vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Na toll. Ich bin aber nicht allein.

Sie öffnen die Stationen also erst kurz vor dem ersten Zug. Zum Glück ist das in 10 Minuten. Also stehe ich da 10 Minuten rum mit Sack und Pack.

Immerhin wird planmäßig geöffnet und so erreiche ich pünktlich den ersten Zug, der in Richtung Umsteigebahnhof fährt. Denn direkt kann ich nicht fahren, der Zug zum Flughafen ist ein anderer.

Aber zum Glück ist das mit einmal Umsteigen erledigt und so früh am Morgen ist auch alles schön leer.

So gibt es keine Probleme mit Sitzplätzen oder überhaupt in den Zug zu kommen, was mit dem großen Rucksack in der Hauptverkehrszeit manchmal etwas stressig ist.

Und wie man sieht, schläft man in Taiwan überall, wobei das hier kurz nach 6 Uhr morgens schon verständlicher ist als tagsüber bei Starbuck, wie in der letzten Geschichte.

Mein Flug nach Japan

Am Flughafen angekommen, gehe ich direkt zum Check-In. Diesmal habe ich keinen zeitlichen Puffer eingebaut, da ich sonst nicht mit dem MRT hätte fahren können, sondern mit dem Nachtbus (vor 6 Uhr) oder mit dem Taxi (sehr teuer) hätte fahren müssen.

Ich brauche aber auch keinen Puffer. Der Check-In-Schalter ist offen und die Warteschlange nur kurz. Beim Einchecken selbst gibt es eine kleine Verzögerung, weil anscheinend mein Vor- und Nachname im System vertauscht wurde.

Zuerst meint die nette Dame, das sei problematisch und wir diskutieren kurz, wie das passieren konnte. Ich kann mit der Buchung relativ sicher nachweisen, dass ich es richtig angegeben habe.

Manchmal wird zuerst nach dem Nachnamen gefragt und dann nach dem Rufnamen, aber egal wie, in meiner Buchung ist es richtig.

Wie auch immer, nach ein bisschen rummachen sagt sie, dass das kein Problem ist, weil ich nicht mit Peach wieder aus Japan rausfliegen werde. Ich verstehe nicht, was das ändern soll, aber das ist mir ehrlich gesagt auch egal, Hauptsache wir kommen weiter.

Sie macht die Buchung fertig, ich kann meinen Rucksack aufgeben und erhalte meinen Boarding Pass. Sehr gut. Danach gehe ich direkt durch die Sicherheitskontrolle, was schnell geht. Der Flughafen Taipei ist gut organisiert.

Ich habe noch ca. 30 Minuten bis zum Boarding und suche nach einer Möglichkeit, meine letzten Taiwan-Dollar auszugeben, was mir an einem Backwarenstand gelingt. Es wird ein Croissant und ein köstlicher Bagel mit Cream Cheese. Lecker!

Das Boarding verzögert sich um ca. 30 Minuten, aber dann geht es endlich los.

Als ich an meinem Platz (Fensterplatz) ankomme, sitzt dort bereits ein Kleinkind mit seiner Mutter auf dem mittleren Platz. Ich sage ihr, dass der Fensterplatz eigentlich mein Platz wäre. Sie spricht kein Englisch und schaut mich nur an.

Ich bin mir bei ihrem Blick ziemlich sicher, dass sie genau weiß, was sie tut, aber ich habe keine Lust, Stress zu machen, und es ist mir in dem Moment egal, ob ich am Fenster oder im Gang sitze. Außerdem scheint das Kind mit meinem Platz ganz zufrieden zu sein. Also ist alles gut, lassen wir es so.

Ich setze mich auf den freien Platz am Gang. Die gute Tat für heute ist getan. 🙂

Der Flug selbst verläuft ruhig und nebenbei fülle ich eines dieser obligatorischen Einreiseformulare aus. Nervig.

Und es ist auch relativ sinnlos, weil ich später in Japan kurz vor der Immigration und dem Zoll dann doch alles noch einmal zusätzlich elektronisch in einer App erledige und nur den QR-Code am Terminal scanne.

Na egal, man lernt nie aus. 🙂

Ich bin in Japan

Wir landen dann zwar etwas verspätet in Japan, aber die ganze Prozedur mit Immigration, Gepäck abholen und durch den Zoll geht wirklich schnell. Ich glaube, nach nur 30 Minuten stehe ich am Ausgang.

Dort habe ich gleich mal meine erste Begegnung mit den berühmten japanischen Vending Machines und hole mir einen Costa Coffee. Ehrensache als Coca-Cola-Aktionär.

Das Angebot ist vielfältig. Es wird eine Weile dauern, bis ich das alles ausprobiert habe. 😀

Außerdem kann ich mich zum ersten Mal mit dem etwas komplizierten Recyclingsystem in Japan vertraut machen. Das wird bestimmt lustig. Einige der Trennungen, das eine Plastik da rein, das andere da rein, werden sicher noch lustig und es ist nicht immer logisch. Zumindest für mein auf das deutsche System mit dem gelben Sack bzw. der gelben Tonne trainiertes Gehirn.

Egal, das ist ja auch das Faszinierende am Reisen. Also kein Problem. Mehr davon!

Ich bin also in Japan und in Tokyo, einer Stadt, in der ich schon so lange einmal sein wollte. Ein tolles Gefühl!

Aber wie komme ich vom Flughafen Narita in die Innenstadt bzw. in meinen etwas abgelegenen Stadtteil Itabashi?

Taxifahren ist in Japan extrem teuer. Das ist ein No-Go. Dann gibt es den Zug und verschiedene Busse. Auf Instagram habe ich eine Story gespeichert, in der für einen preiswerten Bus geworben wird.

Da gehe ich hin und es scheint tatsächlich der günstigste Weg zu sein, um vom Flughafen in die Nähe meiner Unterkunft zu kommen. Direkt geht es nicht, aber ich kann ja dann umsteigen.

Der Mann am Schalter ist sehr nett, aber das ist Standard in Japan, wie ich in den nächsten Tagen schnell feststellen werde. Er hilft mir, die beste Route zu finden, und ich kaufe direkt vor Ort ein Ticket.

Wobei ich erst mal Geld abheben muss, weil ich den Bus nur bar bezahlen kann. Das ist schon nervig, aber was soll man machen. Ich hatte mich gedanklich bereits darauf eingestellt, dass Japan nicht so kreditkartenfreundlich ist, was sich als gar nicht so schlimm herausstellen wird. Das lerne ich jedoch erst noch.

De facto werden ausländische Kreditkarten mittlerweile fast überall akzeptiert, nur bei Wireless hapert es oft. Da muss man dann ganz old school die Kreditkarte einstecken und mit PIN bestätigen, anstatt einfach das Handy locker an das Lesegerät zu halten. Tja, kleine Opfer muss man eben bringen. Wenigstens funktioniert es mit der Kreditkarte.

Aber nicht hier am Busschalter. Also suche ich im Flughafen nach einem ATM, und leider gibt es hier anscheinend nur welche mit Gebühren. Das hasse ich. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Wenigstens sind es keine unverschämten Gebühren. 220 YEN (~1,40 EUR) gehen noch. Take that Thailand!

Später hebe ich Geld nur noch beim 7-Eleven bzw. der 7-Eleven-Bank ab. Dort hat es keine Gebühren. Love it!

Mit dem Geld bezahle ich dann den Bus und warte an der Haltestelle ca. 30 Minuten bis zur Abfahrt.

Über Ikebukuro nach Itabashi

Etwas mehr als eine Stunde dauert die Busfahrt nach Ikebukuro, einem recht bekannten und belebten Stadtteil von Tokyo. In dieser Zeit kann ich ein wenig dösen und aus dem Fenster einen ersten Blick auf Japan und Tokyo erhaschen.

In Ikebukuro angekommen, suche ich die JR-Station, denn laut Googlemaps fährt nach Itabashi eine Art S-Bahn oder Nahverkehrszug.

Übrigens ist Googlemaps in Japan sehr hilfreich, wenn es um den öffentlichen Nahverkehr geht. Fast alles ist in Echtzeit aktuell und man findet sehr viele nützliche Informationen direkt in der App, z.B. welcher Bahnsteig zu benutzen ist. Sehr gut gemacht.

Ich weiß also, wo ich hin muss. Aber da ist noch die Hürde, dass ich ein Ticket kaufen muss. Leider gab es am Flughafen keine Suica oder Pasmo Card zu kaufen, da diese wegen Chipmangel vorübergehend eingestellt wurden.

Das ist sehr ärgerlich, denn diese Karten, ähnlich wie die EasyCard in Taiwan, machen das ganze Prozedere mit dem Zug viel einfacher und man spart unendlich viel Zeit, wenn man nicht ständig Tickets kaufen muss.

Außerdem funktionieren diese Karten auch an anderen Orten, z.B. an den Vending Machines, sehr gut.

Aber gerade als ich anfange, in Selbstmitleid zu baden, erscheint auf meinem iPhone die Meldung bzw. Frage, ob ich nicht eine Suica Card installieren möchte. Ich sei in Japan und in der Nähe einer Bahnstation. Das wäre doch eine gute Idee, oder?

Da muss ich meinem iPhone tatsächlich Recht geben, das ist einfach eine super Idee. 🙂

Ehrlich gesagt weiß ich im ersten Moment nicht, ob ich das spooky (Orwell lässt grüßen) oder cool finden soll. Ich entscheide mich für Letzteres, denn es hat schon etwas Magisches, wenn einem plötzlich aus dem Nichts ein Problem abgenommen wird. Ha ha!

Also installiere ich mir einfach eine Suica Card, später noch eine Pasmo Card, doppelt hält besser, in meinem Apple Wallet und lade sie über Apple Pay mit jeweils 1.000 YEN (~6,35 EUR) auf. Das ist super easy gemacht und schnell erledigt. Technik kann so geil sein, wenn sie funktioniert!

Jetzt kann ich einfach an jeder JR-Station und den Bussen ein- und austappen. Toll!

Das tue ich umgehend und nehme den nächsten Zug nach Itabashi. Es ist schon spät und ich bin müde.

Endlich angekommen

Dort angekommen laufe ich die paar Meter zum Hostel und freue mich, dass es auf dem Weg dorthin viele kleine Restaurants gibt und auch einen Lawson und einen 7-Eleven. Das macht es sehr bequem.

Im Tokyo Guesthouse Itabashi-Juku (23,45 EUR/Nacht) geht das Einchecken schnell von der Hand. Anscheinend wird auch in Japan der Reisepass gescannt. Mhhh. Na gut.

Ich werfe meine Sachen in die Ecke und gehe gleich noch einmal zum 7-Eleven, um mich zu versorgen. Eine Miso-Suppe, Instant Ramen, ein Sandwich mit Eiersalat (sooo gut diese Sandwiches) und eine Art Mochi, das aber ein Rice Cake mit roten Bohnen ist.

Ja ich bin hungrig. 😀

Damit schlage ich mir den Bauch voll und rolle mich dann ins Bett. Natürlich nicht ohne vorher zu duschen.

Japan kann kommen. Aber erst morgen. Jetzt muss ich erst einmal schlafen.

CU Ingo.


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