Ayutthaya: Die alte Hauptstadt des siamesischen Königreichs

Ayutthaya 2018 - Titel

Für den letzten Tag unserer dreimonatigen Auszeit, hatten wir uns noch ein kleines Highlight aufgehoben. Es ging mit dem Zug in der einfachsten Klasse nach Ayutthaya, der alten Hauptstadt des damaligen siamesischen Königreichs.

Die Stadt liegt ca. 70 Kilometer von Bangkok entfernt und ist sehr gut mit dem loakelen Zug zu erreichen.

Die Anreise mit dem Zug

Die Tickets sind super billig und man bekommt die volle Ladung an thailändischer Zugatmosphäre geboten inkl. dem üblichen Trubel und obskuren Begebenheiten am Bahnhof. Einfach herrlich!

Die Fahrt dauert 2 Stunden. Mehr oder weniger. In Thailand weiß man das ja nie so genau.

Aber bei uns lief alles glatt und irgendwann am Vormittag standen wir in Ayutthaya am Bahnhof und versuchten uns erst einmal zu orientieren.

Ayutthaya 2018

Die Orientierung war aber schnell erledigt, denn am Bahnhof gab es viele bunte Taxis, die nur darauf warteten, die Besucher zum Geschichtspark Ayutthaya zu fahren. Also dorthin, wo die Tempelruinen zu finden sind.

Alternativ kann man am Bahnhof auch Fahrräder mieten. Wer also darauf Lust hat, wird auch bedient.

Ein paar Fakten zu Ayutthaya

Wie bereits im Titel verraten, war Ayutthaya früher die Hauptstadt des siamesischen Königreichs. Genauer genommen von 1351 bis 1767. Gerade in der zweiten Hälfte des Bestehens entwickelte sich die Stadt zu der wohl wichtigsten Metropole in Südostasien.

Jedoch brachte der Krieg zwischen dem siamesischen Königreich Ayutthaya und dem birmanischen Königreich Ava am Ende die fast vollständige Zerstörung der Stadt. Die meisten Tempel wurden ausgeraubt und niedergebrannt, viele tausende Menschen wurden getötet und ca. 30.000 als Gefangene in das heutige Myanmar verschleppt.

Auch der damalige König starb dabei. Dass der Nachfolger bereits 1 Jahr später das Gebiet wieder zurückerobern konnte, half dann leider nicht mehr wirklich. An einen Wiederaufbau war aufgrund der Zerstörungen nicht zu denken und so errichtete man eine neue Hauptstadt in Thonburi.

Weite Teile der Stadt sind als Geschichtspark Ayutthaya seit 1991 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen und man kann diese sehr gut zu Fuß erkunden.

Dazu fällt mir gerade etwas Trauriges ein.

Leider haben wir auch hier in Ayutthaya wieder gesehen, dass Elefantenreiten angeboten wird und so die Touristen durch den Park gekutscht werden.

Bitte ganz wichtig, tut so etwas niemals. Elefanten sind nicht dafür geschaffen, große Lasten auf ihrem Rücken zu tragen. Das Rückrat wird dadurch deformiert und die Tiere leiden große Schmerzen für den Rest ihres Lebens.

Dazu kommt, dass die Tiere gezwungen werden und das mit sehr brutalen Methoden. Eine davon ist, mit einem Hakenstab in die sehr empfindlichen Ohren immer und immer wieder zu stechen, damit sie wissen, wann sie links oder rechts laufen sollen und immer als eine Art Bestrafung, wenn sie nicht gleich das machen, was der Mensch von ihnen will.

Es ist einfach brutal und die Tiere leiden. Tut bitte so etwas niemals und unterstützt nicht dieses Treiben mit eurem Geld.

Auch nicht, wenn es „nur“ um Kunststücke geht, die die Elefanten aufführen. Auch das wird nur durch das Aufzwingen des menschlichen Willens auf die armen Tiere erreicht. Unterstützt so etwas einfach nicht.

Sorry, die kleine Ausführung musste an der Stelle sein. 🙁

Noch ein Fun Fact, bevor wir mit der Erkundung starten, Ayutthaya lag im 14. Jahrhundert noch in der Nähe des Meeres. Jedoch hat sich die Küste durch Sedimentbildung mittlerweile um fast 100 Kilometer entfernt. Wow!

Der Geschichtspark Ayutthaya

Aber nun zum eigentlichen Highlight des Tages, die Erkundung der alten Ruinen von Ayutthaya.

Zuerst dachten wir, dass uns ähnliches wie in Angkor Wat erwartet. Aber auch wenn es Teils eine Ähnlichkeit gab, so war es doch sehr verschieden zu dem, was wir dort gesehen hatten.

Es war nicht ganz so massiv und groß, wie in Angkor Wat, aber es hatte seine ganz eigene Faszination. Besonders die Art dieser spitzen Stupas, sah sehr interessant aus. Wobei ich gar nicht weiß, ob man die hier auch Stupa nennt oder diese eine andere Bezeichnung haben.

Auch war der Kontrast zwischen den Baumaterialen, interessant zu beobachten. Auf der einen Seite die roten Ziegel und dann auf der anderen Seite diese früher wohl komplett weißen Gebäude, mit den jetzt schwarzen Verfärbungen. Eine interessante Mischung.

Das Wetter war uns nicht ganz so zugeneigt diesen Tag und es zog ein ordentlicher Regenschauer auf.

Aber wie in Südostasien üblich, wenn es regnet, dann regnet es richtig, ist aber nach 20 Minuten auch wieder vorbei und es wird nicht lange dauern, bis die Sonne wieder scheint.

Und so war es auch hier und es ergab ein paar schöne Farbspiele mit den rötlichen Ruinen, dem grünen Gras bzw. Bäumen und dem blauen Himmel.

Nach 3 Monaten hier vor Ort ist man daran gewöhnt und wir liessen uns von dem Regen auf jeden Fall nicht die Laune verderben. 🙂

So wanderten wir von einem Bauwerk zum Nächsten und genossen das weitläufige Areal, in dem man schön den anderen Leuten aus dem Weg gehen konnte. Denn es waren hier durchaus eine Menge Menschen unterwegs, aber es störte fast überhaupt nicht.

Einzig an einer Stelle, war es etwas viel Trubel inkl. Anstehen fürs Foto und zwar bei der ziemlich bekannten Bhudda-Statue, die von einem Baum umwachsen wurde im Laufe der Zeit.

Ayutthaya 2018

Zum Glück sind die meisten Asiaten ja freundlich und zurückhaltend, so kommt man selbst im größten Trubel irgendwie miteinander klar.

Einzig bei den Chinesen ist dies leider öfters nicht der Fall. Dort geht es dann auch schnell mal ruppig zu und du wirst weggestossen oder weggezogen, um Platz für das eigene Bild zu schaffen.

Das mussten wir selbst schon erfahren und hören es auch immer wieder von anderen Reisenden. Keine Ahnung warum die Chinesen da so anders ticken.

Das Gute bei solchen Menschenansammlungen wiederum ist, dass es auch das ein oder andere modische Accessoire zu bestaunen gibt. 😀

Ayutthaya 2018

Kann man machen, oder? Auweia …

Zwischendurch suchten wir uns etwas zu Essen, da wir natürlich irgendwann hungrig wurden. Es gab wie immer ein leckeres typisches Thaigericht aus einer der lokalen Garküchen. Diese Orte sind einfach so cool, authentisch und sehr günstig.

Ayutthaya 2018

Und auch als Vegetarier ist es meist sehr einfach, etwas leckeres zu finden. 100% Vegan wird schon schwieriger, da oft Fischsoße und Ei verwendet wird, wobei man das mit dem Ei meist noch irgendwie geklärt bekommt. Bei der Fischsoße wird es in der Regel schwierig.

In den touristischen Gebieten gibt es natürlich auch auf Vegan spezalisierte Restaurants und Cafés. Diese sind dann aber doch um einiges teurer, als so eine normale Garküche.

Es scheint, dass auch der ein oder andere Arbeiter im Park die Gelegenheit nutzte, um eine kleine Pause oder gar ein Nickerchen einzulegen.

Ayutthaya 2018

Sehr schön! 🙂

Danach ging es für uns noch ein Stück weiter im Geschichtspark von Ayutthaya.

In der Stadt selber waren wir nicht, da wir uns voll und ganz auf die Erkundung der Ruinen fokussierten und dies den gesamten Tag in Anspruch nahm.

Doch auch diese Zeit ging irgendwann zu Ende und wir machten uns mit dem Taxi auf zum Bahnhof, um nach Bangkok zurückzufahren.

Die Rückfahrt mit dem Zug

Am Bahnhof mussten wir etwas auf unseren Zug warten. Verspätungen gibt es also nicht nur bei der deutschen Bahn. 😉

Zwischendurch gab es dann auch noch einen kleinen aber heftigen Regenschauer, den wir aber gut geschützt unter dem Bahnhofsdach verbringen konnten.

Wir konnten auf der Rückfahrt nochmals die volle Ladung an lokalen Begebenheiten und Begegnungen aufnehmen, sowie auch nach Ankunft in Bangkok noch ein letztes Mal die leicht chaotische Atmosphäre am Bahnhof aufsaugen.

So verrückt es hier teilweise in Thailand zugeht, ich bin relativ sicher, dass wir das in Deutschland vermissen werden.

Ende gut, alles gut

Tja. Und damit sind wir am Ende angelangt unserer dreimonatigen Auszeit. Wow!

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist. Rückblickend wünschte ich mir, dass wir gleich 6 oder gar 12 Monate Auszeit genommen hätten. Aber wer konnte schon wissen, dass 3 Monate, die in der Planung sich wahnsinnig lang anfühlten, dann doch in Echt sich als so kurz offenbarten.

Als Fazit kann ich jedem also eindringlichst empfehlen, gleich auf 6 Monate, wenn möglich auf 12 Monate Auszeit zu gehen, wenn man irgendwie die Chance dazu hat. Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Und auch das Fazit zu Ayutthaya ist positiv. Es war sehr schön hier gewesen zu sein und sich diese alten Tempelruinen anzuschauen. Es war nicht ganz so spektakulär wie Angkor Wat, aber das ist okay. Es war eine besondere Erfahrung, die wir nicht missen möchten.

Damit sagen wir auf Wiedersehen Südostasien. Wir werden uns ganz sicher irgendwann Wiedersehen. Versprochen!

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßen Ingo & Katarzyna.


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