Hoi An: Eine Stadt zum Verlieben

Auszeit , Hoi An , Vietnam Mrz 31, 2018 4 Comments

Hoi An - Titelbild

Unsere nächste Station auf der Reise durch das uns immer mehr begeisternde Vietnam ist das wunderschöne und entzückende Städtchen der tausenden Lampions und Laternen sowie der unzähligen Schneidereien Hoi An.

Es war uns ein großes Bedürfnis diese bunte, nachts durch die unzähligen Laternen beleuchtete und mit Leben sprudelnde Stadt zu besuchen.

Auch ein Special Event, ganz zufällig und ungeplant, ließen wir uns nicht entgehen. Wir sind an dem Tag erschienen, an dem ein großes International Street Food Festival stattgefunden hat. Aber alles der Reihe nach.

 

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Unser Ziel lag ganze 18 Stunden mit dem Zug und eine zusätzliche Stunde mit dem Bus einer lokalen Buslinie von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt. Die Strecke betrug insgesamt ca. 930 Kilometer. Hui!

Die Stadt Hoi An

Hoi An liegt direkt am Südchinesischen Meer und der Stadtname übersetzt bedeutet ruhige Gemeinschaft oder friedvoller Versammlungsort. Die Stadt zählt 75.000 Einwohner, also ein Dorf nach vietnamesischen Maßstäben, und die Anfänge datieren auf das 4. Jahrhundert, wo sich ursprünglich zahlreiche Händlerfamilien aus China und Japan hier angesiedelt haben.

Die gut erhaltene Altstadt ist die einzige, die im Krieg gegen Franzosen und im Vietnamkrieg komplett unversehrt und verschont blieb. Es ist fast schon eine Rarität, könnte man sagen, da es ansonsten in Vietnam durch Jahrzehnte der Kriege kaum noch historische Bauwerke gibt.

Im 1999 wurde die Altstadt von der UNSECO zum Weltkulturerbe erklärt, weil sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem Zeitraum zwischen 15. und 19. Jahrhundert gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte, zeigen.

Unsere Ankunft in Hoi An

An der Bushaltestelle in Hoi An angekommen, haben wir uns gleich entschieden, die 2 oder auch 3 km nach der langen Zugfahrt mit unserem ganzen Gepäck zur Unterkunft zu laufen. Ja, wir waren die einzigen vollbepackten Backpacker, die durch die Stadt zu Fuß liefen. Ziemlich exotisch wirkten wir auf die Einheimischen, die alles Mögliche auf einem Roller transportieren können 😉 …

Ca. eine halbe Stunde später waren wir vor Ort und konnten unser Zimmer betreten. Unsere Unterkunft ist ein privatgeführtes Countryside Garden Homestay, gelegen etwas außerhalb vom Stadtzentrum. Diese Unterkunft haben wir mal wieder über Booking.com* (15 Euro für dich, wenn du über den Link buchst) gefunden. Für zwei Nächte haben wir 585.000 VND bezahlt, was ca. 20,- EUR entspricht.

Nachdem wir uns es ein wenig gemütlich gemacht hatten, schnappten wir uns die Fahrräder und sind in die Stadt gefahren. Diese waren im Preis der Unterkunft inbegriffen, sahen aber auch dementsprechend aus und waren in einem fragwürdigen Zustand. Aber egal, sie waren kostenlos und kaputt & klapprig ist hier ja Standard 🙂 … wir stellten sie am Eingang in die Altstadt ab und sind zu Fuß in die Stadt eingetaucht.

Eine traumhafte Altstadt

Die Altstadt ist wunderschön und ganz anders als die restlichen Städte Vietnams. Vielleicht liegt das auch an der angenehmen Größe und dem sehr kompakten Zentrum, welches durch zahlreiche Kanäle geteilt und dann wieder verbunden wird.

Die Stadt zeichnet sich durch eine bunte und gemischte Architektur aus.

 

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Zu der Stil- und Epochenmischung gehören chinesische Ladenhäuschen und Tempel aus Holz, farbenfrohe Gebäude aus der französischen Kolonialzeit und die typisch vietnamesischen schmalen Stadthäuser mit ihren kunstvoll gestalteten Fassaden.

Die Japanische Brücke Chua Cau

Die Japanische Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Bau der Brücke wird auf das 16. Jahrhundert datiert, die zwei historische Stadtviertel zu seiner Zeit vereint hat, das chinesische mit dem japanischen. Hinter der Japanischen Brücke befindet sich der alte Kern der Stadt, für den man eigentlich Eintritt bezahlen muss. Wir haben an diesem Abend aber nichts bezahlt. Das erfuhren wir auch erst am nächsten Abend, wo wir nach einem Ticket gefragt worden sind. Vielleicht hing es aber auch einfach mit dem erwähnten Street Food Festival zusammen. Wer weiß.

 

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Im alten Stadtkern befindet sich auch eine Künstlergasse, wo in kleinen Lädchen unter anderen viele geschmackvolle Handwerksprodukte aus Leder und Holz sowie hochwertige Gemälde angeboten werden.

 

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Diese Stadt ist die pure Romantik, die sich jeden Abend in ein leuchtendes Schmuckstück mit Tausenden Lampions und Laternen verwandelt. An jenem Abend war das Leuchten der Stadt noch mehr durch das Eröffnen des dritten internationalen Street Foods Festivals verstärkt.

The International Street Food Festival 2018

Seitdem Hoi An zum Weltkulturerbe erklärt wurde, hat es sich gleichzeitig auch als kulinarisches Reiseziel Vietnams einen Namen gemacht.

Die Stadt wird oft in internationalen Leserumfragen, Magazinen und Reise-Seiten als einer der 10 besten Orte zum Essen in der Welt zitiert. Hoi An’s traditionelles Essen rangiert auf TripAdvisor auf Platz 6, und laut Lonely Planet ist der Markt von Hoi An bekannt als die Essens-Hauptstadt Vietnams unter einheimischen und ausländischen Touristen.

 

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In den Jahren 2016 und 2017 war Hoi An stolz darauf, ein International Street Food Festival zu veranstalten. Bei der Eröffnungszeremonie von HAIFF am 14. März 2017 verlieh Herr Thomas Gugler, Präsident des Weltverbands der Köche (WACS), offiziell eine Ehrenurkunde für die Anerkennung von Hoi An als Nahrungsmittelhauptstadt Vietnams.

Nach dem Erfolg der ersten beiden Jahre fand auch das dritte Hoi An International Street Food Festival Taste the World vom 13. bis 17. März 2018 statt, das von Hoi An Culinary Events und dem Hoi An People’s Committee organisiert wird.

Die Liste der 12 teilnehmenden Köche umfasst viele einflussreiche und renommierte Starköche aus der ganzen Welt.

Ich habe einige Worte mit dem teilnehmenden Koch aus Südafrika gewechselt. Deutschland war diesmal nicht vertreten, aber zwei deutsche Herren sind in der Präsidentschaft des Weltverbandes der Köche (WACS), sagte mir der nette Master Chief aus Südafrika.

 

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Was an diesem Abend zu diesem Anlass auf die Beine gestellt wurde, ist ein Stadt- und Neujahrsfest zusammen. Zahlreiche Einheimische und eine bunte sprachliche Mischung aus Touristen haben das Stadtbild verschönert und vollkommen bereichert.

 

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Der Fluss Song Thu Bon verwandelt sich dabei in ein durch Kerzen und Laternen leuchtendes Gewässer.

Hoi An, das Reich der Schneider und der Seide

Bis ins 19. Jahrhundert war Hoi An der größte Hafen in Südostasien und er lag an der Seidenstraße. Heute wird die Stadt und ihre Straßen durch unzählige kleine private Schneidereien geprägt und bereichert. Hoi An und ihre unzähligen Schneider zeigen stolz ihre Stoffe, schillernden Satin, buntbedruckte Baumwolle aus Japan, China, Thailand und Vietnam. Es gibt nichts, was sie nicht schneidern können.

Wir haben natürlich öfters das Angebot bzw. die Einladung bekommen, ein maßgeschneidertes und schmuckes Kleid für die Frau und einen perfekten Anzug für den Mann aus wirklich guten Stoffen in einer kürzesten Zeit geschneidert zu bekommen. Es wirkt irgendwie charmant und gehört zum Stadtbild. Nein, es war für uns noch nicht aufdringlich 😉 … die Stoffe hier bieten hochwertige Qualität und die Schneider beweisen oft ihre kreativen und erfahrenen Schneiderkünste.

Der romantische Zauber einer Lampions Stadt

Abschließend komme ich zu dem eigentlichen Reiz und Charme der wunderschönen Stadt und unseres Reiseziels. Nämlich die unzähligen und zauberhaften Lampions und farbenreiche Laternen. Die Lampions gehören zu dem alltäglichen Stadtbild und sind nicht mehr wegzudenken. Sie schmücken und verschönern die Stadt und verwandeln diese jeden Abend zu einem einzigartigen leuchtenden Erlebnis für die Sinne.

 

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Auch der Fluss wird einbezogen und die Bewohner gemeinsam mit zahlreichen Touristen setzen mehrere hunderte an Laternen auf den Fluss aus.

 

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Wundervoll und einzigartig!

Die Natur um Hoi An mit Fahrrad erkunden

Am nächsten Tag haben wir uns gleich nach dem Frühstück die Fahrräder geschnappt und die ländliche Umgebung erkundet.

 

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Wir sind einem Weg entlang des Flusses Song Thu Bon geradelt. Es fühlte sich ein wenig heimisch mit den Fahrradwegen, nur die Gegend war von anderer Natur wie Felsen und Reisfelder geprägt.

Die Insel Cam Kim

Unser Hauptziel war eine Insel namens Cam Kim. Wir sind einfach durch die Gassen der Dörfer dort gefahren und dann immer wieder zwischendurch entweder direkt am Fluss entlang oder quer durch die Reisfelder.

 

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Wie schon gesagt, dass Gefühl war wie in Dessau, in unserer Heimatstadt am Elbe-Radweg, aber mit anderer Landschaft um uns. Wir fanden es toll.

Wir haben so den Vormittag verbracht und einfach nur die fremden Eindrücke in uns aufgesogen, die Gegend und die Menschen beobachtet.

Der Strand von Hoi An

Dann sind wir in die gegensätzliche Richtung zum Meer gefahren, um uns den Strand von Hoi An anzuschauen. Die Stadt ist auch als Badeort bekannt und wir erwarteten einen mit Hotels zugebauten Strand. Teils war es auch so, wie man am Horizont sehen konnte, aber den Teil den wir aufsuchten, war noch okay.

Zumindest Ingo ist in das doch etwas kalte Wasser gesprungen und hat die Wellen genossen.

Leider hat das Badevergnügen nicht lange gedauert, weil sich der Himmel komplett mit dunklen Wolken zugezogen hat und es schaute tatsächlich nach Regen an. Es ist auch ganz schön windig geworden. Kaum in unsere Unterkunft zurückgekehrt, hat es für den Rest des Tages und die ganze Nacht geregnet.

Die Gegend mit dem Fahrrad erkunden

Unsere Empfehlung ist Hoi An, ob die Stadt oder die Umgebung, auf jeden Fall mit einem Fahrrad oder mit dem Motorroller zu erkunden. Wenn du dir etwa mehr Einblick in die Natur gönnen magst, auf jeden Fall verpasst du mit einem Zweirad wenig. Die Gegend ist sehr schön und bequem zu befahren. Es gibt kaum Verkehr und du hast Möglichkeit unterwegs ständig anzuhalten und alles zu genießen.

Auf Wiedersehen Hoi An!

Hiermit verabschieden wir uns aus der wunderschönen und empfehlenswerten Stadt Hoi An. Wir haben hier eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit verbracht. Es ist eine zauberhafte Stadt und unserer Meinung nach eine Empfehlung für jedem nach Vietnam Reisenden.

Fun Facts: Hoi An hat seit 2013 eine Städtepartnerschaft in Deutschland mit Wernigerode.

Wernigerode ist die bunte Stadt im Harz in Sachsen-Anhalt.

Mit diesem vertrauten und heimischen Akzent sagen wir Auf Wiedersehen! zu Hoi An.

Wie geht es weiter?

Unser nächstes Ziel ist nun die ehemalige Hauptstadt Vietnams, die Stadt Hue. Es geht gleich in der Früh mit einem Taxi bis Da Nang und natürlich wieder mit dem Zug ca. 100 km in geplanten 2,5 bis 3 Stunden Fahrt dorthin.

Für die Taxifahrt bezahlen wir 250.000 VND, also ca. 8,75 EUR. Die Zugtickets dagegen haben uns insgesamt 300.000 VND, also ca. 10,50 EUR gekostet.

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßen Ingo & Katarzyna.

 

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Katarzyna Lysakowska

"Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf." Oscar Wilde

4 Comments

  1. Gisi

    Das macht Lust auf Mehr!

    • Wir arbeiten hart daran, regelmäßig etwas zu veröffentlichen 😉 … gar nicht so einfach!

  2. Wischmann Barbara

    Na, schon ein paar Schuhe durchgelaufen ?

    • Schuhe haben wir noch nicht durchgelaufen, aber die eine oder andere Klamotte wird den Rückflug nicht erleben 😀 .

      Liebe Grüße!

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