Das Mekong Delta: Ein Leben auf, am und mit dem Fluss

Auszeit , Mekong , Vietnam Mrz 23, 2018 No Comments

Mekong Delta - Titelbild

Wie schon im ersten Vietnamartikel angedeutet, widmen wir uns heute dem Mekong, denn wir besuchten dort einen der schwimmenden Märkte bei Cai Be. Wir werden euch ein wenig über das Leben auf und um den Mekong erzählen und unsere Erfahrung mit einem organisierten Ausflug zum Mekong Delta teilen.

Das Mekong Delta ist eine Region im Südwesten von Vietnam, im Flussdelta des Mekong, der in das Südchinesische Meer mündet. Es ist ein riesiges Labyrinth und Netz aus Flüssen, Sümpfen und Inseln mit schwimmenden Märkten und von Reisfeldern umgebenden Dörfern.

Hier herrscht eine üppige und grüne Vegetation. Durch den fruchtbaren Schwemmlandboden ist es möglich, in dem dichtbevölkerten Gebiet eine intensive Landwirtschaft zu betreiben. Das ermöglicht eine jährliche Produktion von 16 Millionen Tonnen Reis und das in drei Ernten. Neben Reis werden auch Fisch, tropische Früchte, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse produziert.

Die Wasserlandschaft führt dazu, dass die Einwohner zum größten Teil auf dem Wasser leben, wohnen und arbeiten. Jede kleinste Hütte hat einen Zugang zum Wasserweg. Dagegen ist eine Anbindung an eine befahrbare Straße längst noch nicht überall gegeben. Das heißt, dass ein Boot mit Abstand das wichtigste Transportmittel in diesem Gebiet ist. Die bewirtschaftenden Bauern leben davon gut und seit Jahrhunderten in einer unveränderten Tradition.

Auf dem Wasserweg wird es zu bestimmten Tageszeiten ziemlich eng, weil das Schiffsaufkommen aus Lastkähnen, kleinen und großen Reisbarken, übervoll beladenen Handelsschiffen, Fähren und Personenschiffen sowie den vielen individuellen kleinen Booten an manchen Stellen enorm ist.

Die Wasserlandschaft wird von den schwimmenden Märkten geprägt und sehr belebt, wo der intensive Austausch und Handel an bunter Naturware stattfindet. Diese gibt es überall im Delta, es gibt kleine und größere schwimmende Märkte.

Die Bauern kommen mit ihren kleinen Booten beladen mit der Ware und es wird wie auf einem Markt gehandelt. Die meisten Märkte beginnen um 5 Uhr vor Sonnenaufgang und enden im Laufe des Morgens. Es gibt nur noch wenige Märkte, die ganztags stattfinden. Wer es also schafft zwischen 5:00 und 8:00 Uhr dort zu sein, erlebt das Beste vom Besten.

Wir machen eine Tagestour zum Cai Be Floating Market

Vom Zeitplan hatten wir einen Tag für das Mekong Delta. Deshalb haben wir uns für eine kleine organisierte Tagestour zum an Ho-Chi-Minh-Stadt nächstgelegenen Floating Market namens Cai Be entschieden. Die Tagestour hat uns zusammen 800.000 VND, also ca. 28,- EUR gekostet.

Es gibt natürlich auch längere Touren tiefer ins Delta rein, die zwei bis drei Tagen gehen, diese sind aber auch dementsprechend teurer und zeitlich für uns zumindest bei dieser Reise leider nicht drin.

Wer das Mekong Delta wirklich intensiv erleben möchte, muss sich definitiv mehr Zeit nehmen und, um das gleich mal vorweg zu nehmen, auch am besten individuell reisen.

Wir haben uns hier also ausnahmsweise für eine gebuchte Tour von einer Reiseagentur namens Ann Travel entschieden bzw. unsere sympathische Gastgeberin Hang in Ho-Chi-Minh-Stadt hat uns diese Tour empfohlen und alle Vorbereitungen getroffen.

Eigentlich sollte es 7:30 Uhr losgehen, wir sind aber leider mit etwas größerer Verspätung erst 8:30 Uhr gestartet und ca. 2,5 Stunden später in Cai Be angekommen. Dieses kleine Dorf ist übrigens für seine traditionellen Obst- und Gemüsesorten bekannt.

Nach der Ankunft sind wir direkt in die bereitgestellten Holzboote gestiegen und haben dann über den Mekong die Umgebung erkundet. Wir konnten so schön das normale Leben der Bevölkerung verfolgen.

 

 

Ein guter Teil der hiesigen Bevölkerung lebt auf den großen Booten, die täglich ihre Waren auf dem schwimmenden Markt anbieten. Dieser Markt verkleinert sich aber immer mehr in dem Zuge, wie die Infrastruktur im Mekong Delta ausgebaut wird. Wahrscheinlich ist das moderne Leben doch etwas einfacher zu organisieren : …

Speziell bei unserer Ankunft auf dem Cai Be Floating Market waren leider nicht mehr so viele Boote vorhanden. Es waren nur vereinzelte Schiffe auf dem Fluss. Unter ihnen zum Beispiel Händler für verschiedene Gemüse, wie Süßkartoffeln oder Taro (Wir lieben Taro mittlerweile!), die verschiedensten Obstsorten, Reisbarken und total lustig eine schwimmende Tankstelle.

Insgesamt war aber nicht wirklich viel los und unsere Erwartung wurde ehrlich gesagt nicht getroffen. Die Vorstellung von einem geschäftigen Gewusel überall wurde nicht erfüllt. Vielleicht lag es auch daran, dass es ein Sonntag und schon Mittagszeit war? Wir wissen es nicht.

 

 

Aber trotzdem war es interessant. Man hat zumindest einen kleinen Ansatz und eine kleine Vorstellung gewonnen, wie das Leben dort im Alltag bewältigt wird. Gondeln und Boote sind die Hauptverkehrsmittel der Flussbewohner.

Diese einzigartige Landschaft und das Erleben des Lebens auf dem Mekong gehört unserer Meinung nach zum Pflichtprogramm. Man soll einmal im Leben den Mekong gesehen haben.

Breit, schmal, tief, flach, braun, blau, grün, begrast, versandet, schnell und langsam. Der Mekong hat viele unterschiedliche Gesichter und Arten, auf seinem 4.350 bis 4.909 km langen Weg durch sechs Länder. Von Tibet bis ins Südchinesische Meer ist der gewaltige Fluss eine das Leben treibende Ader und für viele der einzige und notwendige Transportweg.

In der Zeit des Monsuns in den Sommermonaten kann der Wasserstand um 10 bis 15 Meter steigen. Darüber hatte ich bereits ausführlich in einem Artikel über die Floating Villages in Kambodscha berichtet.

Die örtliche Bevölkerung und touristische Massenabfertigung

Nach einer Weile hielt unser Boot und wir stiegen auf einer Insel aus. Wir wissen nicht genau ob dieser Bereich noch zum Ort Cai Be gehört oder nicht, aber eigentlich spielt das auch keine Rolle. Wir konnten direkt ein paar der verschiedenen Obstsorten probieren, Papaya, Guaven, Bananen usw. und eine kleine Theatergruppe führte ein wohl traditionelles Stück auf. Interessant, aber nichts für unsere Ohren. Das Obst dagegen war lecker.

Ziemlich schnell wurde diese Station abgefertigt und es ging weiter ein paar Schritte durch den Ort. Nur kurze Zeit später durften wir in einem größeren Gebäude verschiedenste handwerkliche Berufe bewundern. So konnte man sehen, wie Reis gepufft wurde, Bonbons hergestellt und beides mit verschiedensten Geschmäckern versehen wurden. Das war durchaus interessant, besonders das Reis puffen war lustig. Ähnlich wie Popcorn machen, nur das alles in wenigen Sekunden passiert und vorbei ist. Leider haben wir es verpasst ein Video zu machen von dem Puffreisspektakel 🙁 …

 

 

Dann konnte man noch zuschauen, wie Reispapier und Reiskracker gemacht werden. Die waren total lecker und wir haben gleich mal eine Portion gekauft für später zum Naschen.

Das alles wäre gar nicht so schlecht gewesen, wenn man uns mehr Zeit zum Zuschauen gegeben hätte und wenn nicht ständig eine neue Gruppe an Touris kam und ging. Das Ganze hatte einfach einen Touch von Massenabfertigung und es war schwer das auszublenden.

Besuch der Obstplantage

Weiter ging es und nach ein paar Minuten durch den Ort und etwas grüne Landschaft, kamen wir zu einer großen Obstplantage. Bei einem Spaziergang durch die Obstgärten hat unser Guide etwas über die angebauten Obstsorten erzählt. So erfuhren wir zum Beispiel, dass Guaven bereits in einer Art weißen, angehafteten Folie am Baum wachsen, damit diese vor Ungeziefer und Druckflecken beim Herunterfallen geschützt bleiben. Damit bleibt das Obst gleich auch fertig verpackt bei der Ernte für den Verkauf.

 

 

Praktisch, sieht aber irgendwie doof aus, oder?

Als nächstes gab es die Königsfrucht Südostasiens, die Durian-Frucht, auch als Stinkfrucht bekannt, zu sehen. Mit ihrem grünen stacheligen Korpus, kann sie bis zu 30 cm lang und 15 cm breit wachsen. Vom Geschmack und Kostprobe können wir euch bis jetzt nichts Genaueres berichten, weil wir uns an diese Frucht noch nicht getraut haben. Sie hat uns wortwörtlich noch nicht angemacht und wir konnten dem Geruch bis jetzt sehr gut widerstehen 😉 … Aber die Asiaten sind total verrückt nach dieser Frucht und verarbeiten diese zu vielen unterschiedlichen Produkten zum Beispiel Smoothies, allen möglichen Süßwaren oder auch Knabbersachen.

 

 

Dann gab es auf dieser Plantage noch Drachenfrüchte, Bananen, Papaya und eine Litschi ähnliche Frucht, die sehr süß und lecker schmeckte.

Die Fahrt mit dem Sampan

Nach der Runde durch den Ort und der Obstplantage, sind wir in schmale Gondeln, auch genannt Sampan, umgestiegen. In der nahen Umgebung von Cai Be befinden sich unzählige schmale Abzweigungen des Mekong, in denen die umliegende grüne Natur mit Mangrovenbäumen und das Leben der Einheimischen noch nähergebracht wird. Ein älterer Herr holte uns zu einer Rundfahrt ab. Ungefähr eine halbe Stunde paddelte uns unser Steuermann durch die schmalen Kanäle. Es erinnerte sehr an den Spreewald 🙂 !

 



Nach der sehr entspannten und ruhigen Gondelfahrt hat uns unser Sampan Fahrer zu unserem motorisierten Boot zurückgebracht. Nach dem Umsteigen auf dieses und einer kurzen Tour wieder über den Mekong, hielten wir zum Mittag (war im Preis des Ausflugs enthalten) an einem etwas nach touristischer Massenabfertigung erinnerten Restaurants an. Das Essen selbst war mies, um es mal auf den Punkt zu bringen, aber ehrlich gesagt hatten wir keine Erwartung und so hielt sich die Enttäuschung in Grenzen.

Wir aßen schnell eine Kleinigkeit und machten es uns dann in den umliegenden Hängematten bequem. So ein kleines Mittagsschläfchen ist schon toll.

 

 

Danach ging es ausgeruht mit dem Boot zurück ans Festland und man bekam noch ein paar letzte Impressionen vom Mekong mit zum Abschied.

Unser Fazit zur Mekong Delta Tour

Für uns, die das erste Mal in Asien sind und den Mekong und das Leben mit seinen schwimmenden Märkten zuvor noch nicht gesehen hatten, war die Tagestour nach Cai Be zwar interessant, aber definitiv nicht ausreichend.

 

 

Man erhält nur einen sehr kleinen Einblick in das riesige Delta und der hat uns einfach nicht genügt. Wir können diese Tour persönlich nicht empfehlen und speziell den Ort Cai Be nicht. Dieser Floating Market ist einfach zu klein und wenig beeindruckend.

 

 

Wir würden das nächste Mal wieder auf eigene Faust individuell reisen und wohl zu einem der größeren schwimmenden Märkten fahren, wie zum Beispiel dem Cai Rang Market, der ca. 4 Stunden von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt ist und nur in den Morgenstunden stattfindet. Der soll noch sehr ursprünglich sein. Vielleicht führen uns eines Tages unsere Wege erneut nach Vietnam, dann haben wir bereits ein neues Ziel 🙂 !

In diesem Sinne bis zum nächsten Lesen grüßen Ingo & Katarzyna.

 

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Katarzyna Lysakowska

"Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf." Oscar Wilde

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